"Wir sind verzauberte Feen"

Unter lautem Wehgeschrei hieß es gestern für die Münsinger Hungerberghexen Abschied nehmen von der Fasnet. Mit der Hexenverbrennung vor dem Rathaus fand die fünfte Jahreszeit ihr Ende.

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Keine Gnaden kannten Richter und Scharfrichter: Die Hexe wurde gestern Abend verbrannt.  Foto: 

Trotz des Nebels und der damit verbundenen scheußlichen Kälte fanden sich gestern am späten Abend doch einige Dutzend Bürger ein, um gemeinsam mit den Hungerberghexen Abschied zu nehmen von der diesjährigen Fasnet. Hexenmeister Winfried Leichtle begrüßte die "Trauergesellschaft", blickte angesichts der Kälte gerafft auf die Fasnetssaison zurück, die am 8. Januar in Münsingen losgegangen war mit der Hexenerweckung. Wenige Tage drauf schon organisierte der Verein den Fasnetsumzug mit 3000 Hästrägern, die durch die Stadt zogen.

Der Schultes, der dem schaurigen Schauspiel gestern nicht beiwohnte, war am 12. Februar abgesetzt worden, "seitdem sitz ich auf seinem Thron und na isch au mal was gschaffet". Kinderfasnet, Brauchtumsabend, Rosenmontagsball: Die Hungerberghexen hatten reichlich Veranstaltungen zu stemmen, die "allesamt sehr erfolgreich" gewesen seien, war von Leichtle zu erfahren.

"Jetzt soll a Richter komma, der wahrscheinlich auch noch onseren Narrabaum umschmeißt", kündigte er an, was laute Pfui-Rufe zur Folge hatte. Dieser (Michael Speidel) trat tatsächlich auf den Plan. Auch durch Leichtles Versuch, die Mär von den bösen Hexen zu entkräften - "In Wahrheit sind wir verzauberte Feen" - ließ er sich nicht erweichen: "Mir kommet gleich die Tränen. Vorbei ist's jetzt mit der narreten Zeit. Ihr seid jetzt verbannt", ließ er keinen Zweifel am Fasnetsende aufkommen. Als dann auch noch unter den Klängen von "Nothing else Matters" der Scharfrichter und seine Gesellen mitsamt einer Strohpuppe erschienen, war klar, dass das Ende nahte. Schnell züngelten die Flammen an der Puppe, rasch brannte sie lichterloh. Und der närrische Spuk hatte sein Ende. Heute ist Aschermittwoch und das Leben muss ohne Fasnet weitergehen.

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