"Stechmücken jubeln über das Wetter"

Noch ist die Verbreitung der Stechmücken in der Region wenig erforscht. Damit sich das ändert, hoffen Experten auf die Mithilfe der Bürger.

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Feucht und warm: Besser als derzeit könnte das Wetter für Stechmücken kaum sein. Die drohende Mückenplage möchte das Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg (ZALF) dazu nutzen, den deutschen Mückenatlas auf Vordermann zu bringen, der die regionale Verbreitung der Steckmückenarten dokumentiert. Ihr Augenmerk richten die Forscher auf Exoten wie die asiatische Tigermücke, die als Überträger gefährlicher Krankheiten gilt. Auch die asiatische Buschmücke ist im Fokus: Die Wissenschaftler des ZALF rechnen damit, dass sie bald in unserer Region ankommt.

"Die Gegend um Ulm ist für uns sehr interessant", sagt Dr. Doreen Walther, Projektleiterin am ZALF. Von zwei Seiten, von West und Ost, nähere sich die asiatische Buschmücke der Region. Im Labor habe sich diese exotische Art als "potenziell guter Überträger von Krankheiten" gezeigt. Ob sie schon hier sei, sei unklar: Mehrere Jahrzehnte seien die Stechmücken in Deutschland nicht erforscht worden, dafür habe es lange keinen Anreiz gegeben. "Deshalb wissen wir nicht, was wo vorkommt." Mit dem Mückenatlas solle sich das ändern. Die Ergebnisse sollen nicht nur Insektenforschern zur Verfügung stehen, sondern für Risikoanalysen auch Medizinern, etwa vom Robert-Koch-Institut.

Um die Lage gut einschätzen zu können, brauchen die Mückenatlas-Macher natürlich viele Mücken. Dabei setzen sie auf "Citizen Science", was so viel heißt wie "Bürgerwissenschaft". Gemeint ist, dass jeder seinen Teil zur Forschungsarbeit beitragen kann, indem er im konkreten Fall gefangene Mücken zum ZALF nach Brandenburg zur Bestimmung und Bestandsaufnahme schickt. Die Zeit für Mückenjäger sei derzeit ideal. "Über das Wetter können die Stechmücken ja nur jubeln."

Das bestätigt Biologe Professor Harald Wolf von der Uni Ulm. Mücken gebe es auch in sehr trockenen Jahren, dafür gebe es genug Tümpel, Teiche und Feuchtgebiete in der Region. Doch heuer hätten die Stechmücken durch den vielen Regen auch viele kleine Pfützen als Kinderstube für den Nachwuchs. Diese reichten den Mücken.

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