"Realschüler sind unverzichtbar"

Schüler von heute sind Fachkräfte von morgen. Mit der "Junior Ingenieur Akademie" an der Gustav-Mesmer-Realschule werden sie an technische Berufe herangeführt. Ein begeisterndes und lohnendes Projekt.

|

Wie so oft haben sich auch hier Mut und Engagement ausgezahlt. Zum ersten Mal wurde in diesem Schuljahr an der Gustav-Mesmer-Realschule das Projekt "Junior Ingenieur Akademie" durchgeführt. Die vielfältigen Erfahrungen, die die 16 teilnehmenden Schüler der sechsten Jahrgangsstufe dabei gemacht haben, wurden am Freitagnachmittag vorgestellt. Denn für die technikbegeisterten Schüler geht eine spannende Zeit mit interessanten Entdeckungen, kniffligen Herausforderungen und einem intensiven gemeinschaftlichen Erleben und Arbeiten zu Ende.

Das von Südwestmetall in Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen angebotene Projekt sprach die teilnehmenden Jungen und Mädchen auf vielen Ebenen an und schaffte es, Technik und ihre Zusammenhänge für sie begreiflich zu machen. Außerhalb der regulären Schulzeit trafen sie sich, um zu tüfteln und um Betriebe zu besuchen, in deren Produktionsabläufe sie miteingebunden wurden. "Das hat richtig Spaß gemacht", erzählte Lisa begeistert. Sie beschäftigt sich gerne mit handwerklichen Tätigkeiten und könnte sich durchaus vorstellen, später einmal einen technischen Beruf zu ergreifen. Deshalb hat sie sich, wie 43 von 98 Sechstklässler, für die Teilnahme an diesem Projekt entschieden.

Die Ansprüche waren mit korrektem Bewerbungsschreiben, Tests und mit der Anfertigung eines Probewerkstücks äußerst hoch, die Teilnehmerzahl auf 16 Schüler begrenzt. Umso mehr freuten sich die "Auserwählten" und zeigten sich deshalb auch überaus motiviert. Dafür gab es nicht nur Lob von Projektleiter und Lehrer Matthias Etzel und Schulleiterin Magdalena Kalbfell, sondern auch von den Kooperationspartnern SchwörerHaus, Firma Walter, Kirchhoff-Systembau, BBQ Berufliche Bildung GmbH und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Doris Neunzig von Südwestmetall bezeichnete die Münsinger Kinder als "spitzenmäßig". "Ihr steht weit vorne vor vielen anderen, die es nicht so ernst genommen haben. Das ist ganz toll", lobte sie.

Regierungsschulrätin Kerstin Hösch hob den Stellenwert der "Junior Ingenieur Akademie" hervor und machte anhand ihrer Erfahrungen deutlich, dass dieses Projekt Realschüler für Naturwissenschaften und Technik begeistern kann. 428 öffentliche Realschulen gibt es in Baden-Württemberg, rund 40 000 Schüler legen jährlich ihre Mittlere Reife ab. Sie seien für die Wirtschaft im Land immens wichtig: "Realschüler sind fit und unverzichtbar für unsere Unternehmen". Und das unabhängig davon, ob die Schüler eine Ausbildung oder - wie rund 30 Prozent der Schulabgänger - im Anschluss an die Realschule noch Abitur machen. Für den Kulturamtsleiter der Stadt Münsingen Albrecht Kuhn stand fest: "Je früher die Weichen ziel- und personengerichtet gestellt werden, umso besser". Die zeitige Verzahnung von qualifizierten Angeboten und Nachfragen müssten sich - wie in diesem Fall - zwangsläufig positiv auswirken.

Die Schüler stellten im Rahmen der Abschlussveranstaltung ihr Projekt vor, das nicht nur praktische Einblicke in Betriebsabläufe und Möglichkeiten zum eigenen Aktivwerden bot, sondern auch Trainingseinheiten zur Teambildung und zur Präsentation beinhaltete. Die Projektteilnehmer erarbeiteten sich einen umfangreichen Dokumentationsordner mit Holzumschlag, stellten Alu-Kreisel, eine Leonardobrücke und eine Vogeltränke her, sie tüftelten, planten mit einem CAD-Programm und rechneten, sie zeichneten, betonierten und mauerten, sie stellten eine umfangreiche Präsentation mit Bildern, Filmausschnitten, Texten und Werksarbeiten zusammen.

Für sie ist zwar das Projekt "Junior Ingenieur Akademie" zu Ende und neue Sechstklässler können wieder mit ihrer Bewerbung einsteigen, doch Schluss mit Technik ist noch lange nicht. Lehrer Matthias Etzel versprach, dass ihnen auch im nächsten Schuljahr Angebote unterbreitet werden, um sie naturwissenschaftlich und technisch weiterzubringen. Er brach eine Lanze für dieses Schulfach: "In Baden-Württemberg finden wir eine Vielzahl an auf Technik basierten Berufen. Der Großteil der Ingenieure kommt aus Realschulen, deshalb muss Technik nach wie vor im Stundenplan einen großen Stellenwert haben".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Alle Kinder profitieren

Vor mehr als zehn Jahren hat die Stadt Münsingen die Organisation der Schulsozialarbeit an die Bruderhaus-Diakonie übertragen – Wandel in der Einstellung. weiter lesen