Wer folgt Mövenpick?

Neu-Ulm.  In diesem Herbst will der Eigentümer des Hotels beim Edwin-Scharff-Haus den Mövenpick-Nachfolger präsentieren. Die Verhandlungen laufen derzeit, und davon hängt auch der Sanierungsaufwand ab.

Zum 1. April nächsten Jahres stellt Mövenpick den Betrieb beim Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm ein. Die Eigentumsverhältnisse im Tagungszentrum am Donauufer sind alles andere als einfach: Das Scharff-Haus gehört der Stadt wie auch das Restaurant. Was nicht fürs Hotel gilt: Neuer Besitzer dieser Anlage ist die DIC aus Frankfurt, wobei die Buchstaben für Deutsche Immobilien und Chancen AG stehen. Das Unternehmen hat sich auf Investments in Immobilien spezialisiert. Die DIC hat 2006 das Hotel dem Vorbesitzer Hochtief abgekauft und daher mit Mövenpick auch den Pächter des Hotels übernommen. Das Restaurant hat Mövenpick von der Stadt gemietet.

Jetzt steht also ein Pächterwechsel an. Die DIC steht mit einigen Interessenten in Verhandlungen. Das sagt Immo von Homeyer aus der Frankfurter DIC-Zentrale. Namen will er nicht nennen, denn diese Verhandlungen seien zwar aussichtsreich, aber nicht abgeschlossen.

Eine Entscheidung könnte in den nächsten Wochen fallen, spätestens im Oktober. Von diesen Verhandlungen und den Vorstellungen des neuen Hotelbetreibers werde abhängen, wie hoch der Investitionsaufwand für die Hotelanlage sei. Laut von Homeyer muss das Hotel samt dem Restaurant seinen Vier-Sterne- oder Vier-Sterne-Plus-Standard halten. "Fest steht, das Hotelgebäude muss sowohl an der Fassade als auch im Inneren renoviert und modernisiert werden." Dafür werde die DIC einen Betrag bereitstellen, "der sicher in die Millionen geht".

Auch sei noch nicht entschieden, wie es im nächsten Jahr konkret weiter geht. Mövenpick verlässt das Haus zum 31. März. Ob der Hotelbetrieb unter dem neuen Pächter nahtlos fortgesetzt wird und der Umbau später unter dem laufenden Betrieb stattfindet oder ob es eine Umbaupause gibt, stehe noch nicht fest. Beide Möglichkeiten, so Homeyer, seien denkbar - "auch sie hängen vom Mövenpick-Nachfolger ab".

Derweil schießen Gerüchte wild ins Kraut. Eines davon lautet: Der in Ulm und Neu-Ulm multipräsente Gastronom Ebbo Riedmüller werde auch das Mövenpick übernehmen. Darauf angesprochen, lachte Riedmüller: "Darauf bin ich mindestens schon zehnmal angesprochen worden. Nein, ich bin es nicht", sagte er, um nachzuschieben, dass er sich bei der Stadt tatsächlich "unverbindlich" erkundigt habe. "Als ich die Pachtkosten erfahren habe, war für mich klar: Das ist eine andere, nicht meine Liga". Riedmüller nannte als Pacht nur für das Hotel 60 000 Euro monatlich.

Die Stadt Neu-Ulm wird sich im Restaurant an den Umbaukosten beteiligen, und das in Absprache mit dem künftigen neuen Betreiber, sagt der Geschäftsführer des Edwin-Scharff-Hauses, Peter Stamm. Darüber hinaus müsse das Tagungszentrum für 5 bis 6 Millionen Euro saniert und erweitert werden. Die zusätzliche energetische Sanierung werde weitere 6 Millionen Euro kosten, aber erst nach 2015.


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Autor: EDWIN RUSCHITZKA | 03.09.2010

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