Spaß am Naturschutz vermitteln

Münsingen.  Über vergangene und kommende Projekte des NABU Münsingen-Mittlere Alb wurde bei der Hauptversammlung am Samstag informiert. Angegliedert war ein Vortrag von Wolfgang Riedel.

Den Aktivitätenrückblick des Vereins brachten der 1. Vorsitzende Helmut Attinger und sein Stellvertreter Jürgen Roitzsch am Samstag im Gasthof Herrmann bildunterstützt vor und vermittelten damit einen lebendigen und anschaulichen Eindruck der vielfältigen Angebote. Dass diese auf vielen Ebenen angesiedelten Tätigkeiten nur durch die Mitarbeit vieler Aktiven Mitglieder, zahlreicher Referenten und Sponsoren zu stemmen ist, machte Attinger gleich zu Beginn deutlich: "Sie alle tragen die Vereinsarbeit mit und halten die Fahne des Naturschutzes hoch".

Rund 600 Mitglieder zählt der Verein derzeit, dieses Jahr sollen landesweite Werbeaktionen neue Mitglieder für die Sache des Naturschutzes sensibilisieren. Auf Vereinsebene sind die Mitglieder in dieser Hinsicht das ganze Jahr über mit Öffentlichkeitsarbeit aktiv: Führungen in Zusammenarbeit mit der Kreisjägervereinigung gehörten ebenso zum Jahresprogramm wie Biberführungen, nicht zuletzt durch die Aktivitäten dieser fleißigen Nagetiere im Bereich des Wolfgangsees und der angrenzenden Schienentrasse - ein Thema, welches Konfliktpotenzial für Naturschützer und Bahn beinhaltete. Vogelführungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz und botanische Führungen in den Pfullinger Wiesen zeigten zoologische und botanische Kostbarkeiten auf, Pilzführungen und Ausflüge an die Gütersteiner Wasserfälle führten in Lebensräume verschiedenster Pflanzen. Arbeitseinsätze und Pflegemaßnahmen sind ein weiterer wichtiger Punkt des NABU-Tätigkeitsprofils. Unerlässlich ist der Krötentunnel bei Buttenhausen, der in Kooperation mit der Albverein-Ortsgruppe seit Jahren aufgestellt wird und mit mühevoller täglicher Ableerung wieder 4300 Amphibien vor dem Tod bewahrt hat.

Entlastung ist in Sicht, berichtete Jürgen Roitzsch, eine feste Leiteinrichtung ist geplant, Kontakte zu Behörden und Landesverband sind geknüpft, ein Ortstermin ist anberaumt. Zeitintensiv sind auch Pflegeeinsätze mit Mäharbeiten, Wacholderheidenpflege und Steinriegelbau - Aktivitäten, die aber auch viel Teamgeist und Freude vermitteln : "Wir müssen den Spaß an Naturschutz-Schutzarbeit aufzeigen, dies ist oberste Voraussetzung zum Gewinn neuer Mitglieder", appellierte Jürgen Roitzsch.

Deshalb gehört auch das jährliche Sommergrillen zur Pflege von Kontakt und Gemeinschaft fest zum Jahresprogramm. Mit weiteren Öffentlichkeitsaktionen wie dem Biosphärenmobil in Gruorn oder einem Stand auf dem Biosphärenmarkt war der NABU vor Ort präsent, ebenso war er durch Teilnahme an der Verbandsrunde, der Versammlung aller Naturschutzarbeitenden der Region, politisch aktiv. Rita Goller berichtete als Koordinatorin von den Tätigkeiten und Neuigkeiten der Albguides, den Natur- und Landschaftsführer des NABU. Nicht nur durch ihr letztjährig groß gefeiertes Zehn-Jahre-Jubiläum, sondern durch Messepräsentationen, Aktionen und vielfältige Angebote haben sich die derzeit 20 Albguides einen Namen in der Region geschaffen. 2750 Teilnehmer bei 37 Fixtouren, 1000 Teilnehmer bei 50 Gruppentouren und über 1300 Schüler bei den 52 Erlebnistouren des Sponsors Romina Eiszeit sind Zahlen, die für sich sprechen.

Im Bereich der Marketingverbesserung lag der letztjährige Arbeitsschwerpunkt, auch wurde die Arbeit durch Entwicklung neuer Touren geprägt - eine Notwendigkeit hinsichtlich vieler konkurrierender Gästeführerangebote in der Region. Die Albguides zeigen sich jedoch mit gut ausgebildeten und sich stets weiterbildenden Mitarbeitern gut aufgestellt.

Impressionen aus der Arbeit der Kindergruppe zeigte Helmut Attinger. Aktivitäten wie Nistkastenbau, Fotokurse, Naturspiele oder Sternschauen führten die Jugend an Natur und Tier heran, Abenteuerausflüge wie "Futterbeschaffung Steinzeit" oder Voltigiernachmittage sorgten für spannende Stunden.

Im Anschluss an die Versammlung stellte Wolfgang Riedel, ein Urgestein des Naturschutzes, Botanische Kostbarkeiten im Tal der Großen Lauter vor. Der engagierte Naturschützer und Pflanzenfreund kennt die Besonderheiten unserer Region und machte mit Schwertlilienarten, Himmelsleitern und Kreuzenziane vertraut. Er verstand es meisterhaft, den Zusammenhang zwischen Geschichte, Standort und der Einzigartigkeit der einzelnen Arten herzustellen.


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Autor: HEIKE FEUCHTER | 06.02.2012

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