Neuer Eselstall in der Bruderhaus Diakonie

Die fünf Esel fühlen sich im neuen Stall der BruderhausDiakonie Buttenhausen sichtlich wohl. Am Freitag standen die Tiere bei der feierlichen Einweihung ihrer Unterkunft im Mittelpunkt.

MARIA BLOCHIING |

Schon vor einer Woche sind die fünf Esel des Projekts „Tiergestützte Pädagogik“ in ihre neue Behausung umgezogen. Nötig wurde dies im Rahmen der Planungen zum großen Neubau im Hof, auf Grund derer der alte Stall zum Abriss freigegeben wurde. Die neue Unterkunft konnte ausschließlich über Spenden in Höhe von 30 000 Euro finanziert werden und stellt einen wichtigen Baustein im Rahmen der therapeutischen Arbeit mit Mensch und Tier dar.

Auch für Renate Stemmer, Leiterin der BruderhausDiakonie Buttenhausen, gehören die Esel längst zum morgendlichen Begrüßungsbild dazu. „Geführt von Menschen laufen sie in der Herde. Alle geben auf die Tiere acht. Man spürt, was hier an Fähigkeiten zusammenkommt. Für mich ist dieser Anblick ein Highlight im Alltag“, sagte Renate Stemmer. Wie eng die Beziehung von Mensch und Tier in der Einrichtung ist, machte sie mit einer Geschichte deutlich. Demnach fuhr die älteste Eselin Lieselotte früher immer gerne mit dem Aufzug in den zweiten Stock des Martha-Stäbler-Heimes. „Jetzt will sie nicht mehr Aufzug fahren, sondern betritt den ersten Stock über die Terrasse“, lachte Renate Stemmer und meinte, die Tiere seien für die Menschen in der Einrichtung Türöffner mit Spiegelfunktion.

Jasmin Schmitt leitet die „Tiergestützte Pädagogik“ und beschrieb die Esel als ruhige und entspannte Wesen. Neugierig seien sie, offen und sehr intelligent, sie könnten körperliche Nähe genießen und lange aushalten, außerdem würden sie sensibel auf Emotionen reagieren. „Unsere Esel akzeptieren jeden Menschen bedingungslos so wie er ist, sie werten nicht und spüren, wie es einem geht“. Die ihnen nach gesagte Sturheit sei in der Therapie sehr wertvoll: „Wenn Esel eine Gefahr aufspüren, bleiben sie einfach stehen. Das ist toll. Sie warten ab und überlegen, was ihnen droht“, so Jasmin Schmitt. Die Ruhe stecke an, sie trage zur Muskelentspannung und Stressreduktion der Menschen bei. Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier verläuft nonverbal, genussvoll halten die Esel bei Streicheleinheiten still und lassen sich verwöhnen, gleichzeitig nehmen sie Körperhaltung, Gestik, Mimik und Stimmmodulationen wahr. „Dabei wird das Selbstbild beim Menschen geschult und das Selbstwertgefühl durch die Erfüllung von Aufgaben gesteigert. Unsere Klienten können hier aktiv sein, Einfluss ausüben und ihre Erfahrungen in andere Lebensbereiche übertragen. Sie erleben Beziehung und Vertrautheit, Lebensfreude und Motivation“, beschrieb Jasmin Schmitt.

Marc Böhringer hat das Projekt des Neubaus maßgeblich geleitet und gefördert, unterstützt in der Ausführung wurde er durch eine Kooperation mit Auszubildenden der Firma ElringKlinger, durch Klienten der BruderhausDiakonie und FSJler. „Aus vielen Einzelteilen ist ein großes Ganzes entstanden“, freute sich Renate Stemmer. Zu diesem großen Ganzen gehört auch die Familie Hanisch/Rost, die sich überwiegend abends und an Wochenenden um die Tiere kümmert. Denn zwei der fünf Esel aus dem Projekt gehören Anette Hanisch und Martin Rost, auch sie fühlen sich im neuen Stall schon wie zu Hause und erhielten ebenso wie die anderen Esel ein Namensschild, das im Atelier hergestellt wurde.

Pfarrerin Marlies Haist sprach abschließend den Segen über den neuen Stall, über Menschen und Tiere und hob die Bedeutung des Esels in biblischen Geschichten hervor.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Umfrage: Internet auf der ...

Stiller Ort zum Surfen: Die Toilette. Foto: Monika Skolimowska

In der einen Hand das Klopapier, in der anderen das Smartphone - für fast jeden Zweiten in Deutschland ist das einer Umfrage zufolge kein Problem. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf der Toilette selten oder regelmäßig im Internet surfen. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr