Mit rotem Band und weißen Tauben
Münsingen. Visionen und kühne Ideen, Unternehmermut und engagierte Helfer: Wenn das alles zusammenkommt, dann entsteht ein "einmaliger Ort der Begegnung und der Kommunikation": die Hopfenburg.
Und die zieht die Menschen an. Viele Münsinger marschierten gestern hinauf, aber auch, an den Kennzeichen wars zu sehen, Gäste aus dem Großraum Stuttgart und Ulm interessierten sich für das Ferien- und Seminarprojekt. Die Türen waren überall geöffnet - ob Stall und Werkstätten, Backhaus und Hofladen. Ein Blick in Schäferkarren, Tipis und Zirkuswagen werfen, konnten die vielen Besucher, die die Regenschauer kaum abschreckten. Die wohl meist diskutierte Frage gestern an den Tischen und im Gelände: Wird das Angebot angenommen? Es wird, sagt Geschäftsführer Andreas Hartmaier, der in seiner Eröffnungsrede berichtete, dass viele Großeltern mit ihren Enkeln gebucht, Väter sich mit ihren Söhnen zum verlängerten Wochenende mit Bogenbau angemeldet hätten.
Hartmaier gab Einblick in die Entstehungsgeschichte des Projekts , erzählte von den Ideen, Konzeptionen und deren Umsetzung, dankte den vielen Freunden und Helfern. Gemeinsam sei es gelungen "hier einen besonderen Ort zu schaffen". Wichtig ist ihm, dass "alle Ideen, des Biosphärengebiets bei uns umgesetzt werden".
Eine davon ist es, Arbeitsplätze für junge Menschen mit Behinderung zu schaffen. Drei von ihnen fangen bereits nächste Woche an. Das geht in Zusammenarbeit mit der BruderhausDiakonie und dem Netzwerk Lebenshilfe. Dr. Renate Mrusek von der Initiative ist froh, dass "wir gefragt wurden und nicht auf Knien rutschen mussten", um dabei zu sein. Und Thomas Niethammer von der BruderhausDiakonie, die mit Sabine Mehde die Jugendlichen im Alltag begleitet, freute sich, dass es nicht "bei Visionen und Ideen" geblieben ist, sondern alles "konkret umgesetzt wurde".
"Nicht für Einfalt, sondern für Vielfalt stehen die Menschen auf der Hopfenburg", so Bürgermeister Mike Münzing, für den das Zehn-Hektar-Areal ein "Ort der Begegnung, der Kommunikation, der neuen Ansätze" ist. Er hob die Einmaligkeit des Projekts hervor und betonte: "Jeder Münsinger muss sehen, dass hier etwas entstanden ist, was nicht belastet, sondern etwas sehr Positives hat." Wer da bei der Abwägung von Für und Wider "zu einem Negativergebnis kommt, dem kann man nicht helfen, der hat Defizite, die man ausgleichen muss". Übrigens: Der Bürgermeister hat bereits Gutscheine für Übernachtungen im Schäferkarren verschenkt.
Für Landrat Thomas Reumann ist die Hopfenburg "einmalig, fast so was wie ein Gesamtkunstwerk". Und ganz wichtig "sie passt ins Biosphärengebiet", zumal sie mit der Beschäftigung junger Menschen mit Behinderung pflegt, was sonst "eher zu kurz kommt", nämlich soziale Nachhaltigkeit.
Nach den Reden in der Festscheune gings hinaus ans rote Band. Das durchschnitten die Mitarbeiter gemeinsam und ließen mit weißen Tauben ihre guten Wünsche in den Himmel fliegen.
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Autor: ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL | 23.05.2011
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Alle an einem Band: Die Hopfenburgmitarbeiter durchschnitten gestern gemeinsam das rote Band und ließen dann weiße Tauben mit ihren guten Wünschen in den Himmel steigen. Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel
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