Mit Selbstbewusstsein und jugendlichem Schwung

Münsingen.  Die jungen Sänger des Christophorus Kinder- und Jugendchors Altensteig begeisterten am Sonntag in der Martinskirche mit einem Konzert, welches geistige und moderne Chorliteratur aufs Beste verband.

Angereist als "Statthalter" des ursprünglich geplanten und durch Chorleitererkrankung ausgefallenen Christophorus-Kantorei-Konzertchors haben die Sängerinnen und Sänger des Oberstimmen-Jugendchors das Publikum mit ihrem Können in den Bann gezogen und somit die Fahne des Musikgymnasiums hochgehalten. Christophorus Kantorei und Jugendchor sind am Musikgymnasium Altensteig beheimatet und mehrfach national und international ausgezeichnet worden.

Der Jugendchor unter Leitung von Wolfgang Weible eröffnet den Schülern von Klasse 6-8 die Möglichkeit, die Freude am Singen zu pflegen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird die musikalische und sängerische Ausbildung und Entwicklung der jungen Menschen mit stimmbildnerischen Anregungen gefördert.

Von der Qualität der musikalischen Arbeit am Musikgymnasium konnte sich das Münsinger Publikum überzeugen, welches ein hochkarätiges Kinder- und Jugendkonzert erleben durfte. Mit Selbstbewusstsein und Charme, mit jugendlichem Schwung und großer Musikalität sangen, agierten und groovten die jungen Künstler durch die Stunde der Kirchenmusik. Durchweg präsentierten die Chorsänger homogenen Chorklang im dynamischen Vortrag und gefielen durch die - in allen zum Einsatz kommenden Sprachen - exzellente Artikulation.

Schon die Eröffnung mit "Shout with joy", einer Psalmvertonung von Svein Erik Gundersen, begeisterte mit Schwung und Elan. A cappella oder zur Klavier- und Orgelbegleitung präsentierte der Chor ergreifende und anrührende geistige Werke, die durch die hellen und klangreinen Oberstimmen einen besonderen Zauber verbreiteten. Innig intoniert ertönte "Kyrie" von Hugo Hammarström, einfühlsam und tonrein erklangen Werke aus den "Kleinen geistlichen Konzerten" von Heinrich Schütz.

Klangstark und prächtig erschallte mit "Kyrie und Gloria aus der Messe op. 167" von Cécile Chaminade herrliches Gotteslob, im Kanon wurde der Psalmtext "Ich will den Herrn loben allezeit" nach einer Vertonung von Georg Philipp Telemann vorgetragen. Denselben Psalm stellte Solo- Tenor Eberhard Schuler- Meybier in einem Chorsatz von Heinrich Schütz vor, einfühlsam durch seine Gattin Susanne Schuler an der Orgel begleitet, die im Verlauf des Abends mit dem grandios musizierten "Toccata" einen weiteren musikalischen Glanzpunkt setzte.

Dass die jungen Sänger nicht nur die alten, sondern auch die neuen Meister großartig zu Gehör bringen können, bewies der zweite Konzertteil, der mit internationalen Weisen verschiedenster Genres aufwartete. Anrührend und gestikbegleitet erzählte "Can you here me" aus der Lebenssicht eines Taubstummen, beschwingt und harmonisch erklang "all things bright and beautiful" pfiffig und rhythmisch kam mit "O clap your hands" ein swingender "Psalm für dancing" daher - so präzise und mit Begeisterung vorgetragen, dass das hingerissene Publikum einen Zwischenapplaus spendierte.

Träumerische Melodien aus "Les Choristes", nordische Volksweisen und witzige englischsprachige Kinderlieder zeigten weitere Beispiele der Literaturbandbreite, mit der sich der Chor beschäftigt und die vielfältigen Möglichkeiten, diese rhythmisch und bewegungsuntermalt zu präsentieren.

Einen Klassiker in neuem Gewand hatte der Oberstimmenchor mit "auf dr schwäbsche Eisenbahn" im Reisegepäck und zeigte damit, dass modern und neu arrangierte Volkslieder durchaus auch die Jugend begeistern. Erst nach einigen Zugaben ließ das Publikum die Chorsänger ziehen, denen Kirchenmusikdirektor Stefan Lust als "absolut würdige Vertreter ihrer älteren Chorkollegen" höchstes Lob aus berufenem Mund zollte.


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Autor: HEIKE FEUCHTER | 07.02.2012

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