"Mein Beruf bietet mir eine große Vielfalt"

Buttenhausen/Hamburg.  Er ist der beste Geselle unter den jungen Müllern. Das hat Christian Mayer von der Luz-Mühle in Buttenhausen nun mit seinem Sieg beim Bundeswettbewerb des Verbands Deutscher Mühlen bewiesen.

Im Mai erst war er Landesmeister geworden, nun konnte Christian Mayer vor einigen Tagen auch den Bundeswettbewerb klar für sich entscheiden. Dieser Sieg macht nicht nur deutlich, dass der junge Müllergeselle sein Handwerk von der Pieke auf gelernt hat und über ein erstaunliches Wissen und Können verfügt. Es zeigt darüber hinaus auch, dass er seinem Beruf mit großer Leidenschaft und Freude nachgeht.

Natürlich hätte er gehofft, den Sieg auch auf Bundesebene einfahren zu können, erzählt er, doch so richtig daran glauben wollte er nicht. Sein Chef Erwin Luz dagegen hatte großes Zutrauen in die Fähigkeiten seines Zöglings und zeigte sich zuversichtlich: "Du machst das schon", hatte er ihm kurz vor dem Wettbewerb signalisiert. Dennoch war dann auch für ihn die Überraschung groß, als sich Christian Mayer mit deutlichem Punktevorsprung vor den anderen sechs Teilnehmern aus ganz Deutschland durchsetzen konnte.

Austragungsort des Bundesentscheids war die Aurora-Mühle im Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg. Etwas aufgeregt machte sich der junge Buttenhausener auf die Zugreise. "Als es dann aber losging, wurde ich ganz ruhig." Schließlich war vor allem das Wissen aus der Praxis gefordert, und das, da konnte sich der Müllergeselle sicher sein, beherrscht er. Denn in der Luz-Mühle kommt er jeden Tag mit der ganzen Bandbreite des Müllerberufs in Berührung, seine Neugier und sein Interesse an der Technik kommen ihm dabei entgegen.

So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass er sich an den vier Stationen im Labor, in der Annahme und Reinigung, am Walzenstuhl und an der Backschrotanlage sowie in der Werkstatt und in der Futtermittelüberprüfung bravourös schlug. Die Anforderungen waren zwar hoch, aufgrund seiner praktischen Erfahrungen für Christian Mayer aber gut zu meistern. Sehr schnell hatte er dann auch beim Einstellen der Walzenstühle, bei Qualitätsuntersuchungen des Mehles im Labor, bei Fallzahluntersuchungen des Korns, beim Wechseln der Schläge an der Hammermühle, beim Vorbereiten der Walzen zum Einbau in die Stühle, beim Erkennen von Futtermittelproben und bei der Beurteilung verschiedener Reinigungsmaschinen die Nase vorn.

Stolz konnte der 19-Jährige die Siegerurkunde in Empfang nehmen und freut sich nun über die Zusage des Verbands Deutscher Mühlen an einer finanziellen Beteiligung seiner Ausbildung zum diplomierten Müllereitechniker, die er nach seiner Meisterprüfung im nächsten Jahr wohl 2013 absolvieren wird. Allein die Meisterschule dauert knapp ein halbes Jahr und kostet rund 8000 Euro, die Technikerschule dauert ebenso lange und kostet rund 15 000 Euro. Für den einstigen Musterlehrling stand schon während der Ausbildung zum Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft (Müller) früh fest, dass er all diese Karriereschulungen durchlaufen möchte. Christian Mayer fühlt sich in der Müllereibranche wohl: "Mir gefällt der Umgang mit verschiedenen Maschinen und Techniken, mein Beruf bietet mir eine große Vielfalt. Außerdem habe ich Kontakt mit anderen Leuten und kann mit meiner Arbeit zu verstärktem Qualitätsbewusstsein in Bezug auf unsere Nahrungsmittel beitragen", sagt er.

Der junge Geselle ist einer von rund 6000 Beschäftigten an 580 Mühlen in Deutschland, die Berufschancen aufgrund des Fachkräftemangels sind überaus gut.


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Autor: MARIA BLOCHING | 11.11.2011

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