Kreiselkunst mit Kohlefaserstab
Münsingen. "Eine moderne Stadt braucht moderne Kunst." Das jedenfalls meint die Künstlergruppe, die den Kreisel an der Dottinger Straße/Rampe zur B 465 mit Steinen, Kohlefaserstab und Magerrasen gestalten will.
Zur Gestaltung des Kreisels hat sich eine Münsinger Künstlergruppe zusammengefunden. Die musste sich nach dem Tod von Wolfgang Stockburger neu orientieren, die Federführung haben jetzt Regine Autenrieth und Martin Eder übernommen.
Am Dienstag haben sie dem Gemeinderat ihren Vorschlag "Wegzeichen-Hightech und Landschaft" vorgestellt: Mit Kalkmagerrasen, verschiedenen Kalkgesteinen und einem 20 bis 25 Meter hohen Kohlefaserstab, leicht gebogen, Durchmesser 15 bis 20 Zentimeter, soll der 1000-Quadratmeter-Kreisel nun gestaltet werden.
Der Stab, gewissermaßen ein "Münsinger Stecken" steht als "Kontrastpunkt" zu den hohen Werbepylonen zweier Großkonzerne in der Nachbarschaft. Außerdem will die Gruppe mit dem Material auf seine Umgebung, nämlich Industrie- und Gewerbegebiet, hinweisen. Eine "Reduzierung aufs Wesentliche seis und, so Regine Autenrieth: "Eine moderne Stadt braucht moderne Kunst."
Die kostet natürlich. Aber in Zeiten mieser Finanzen muss sie eben auch günstiger werden. Ursprünglich waren für das Projekt um die 42 000 Euro vorgesehen, jetzt darf es nur noch 15 000 Euro kosten, die will die Stadt finanzieren. Was darüber hinausgeht, muss über Sponsoren reinkommen oder über bürgerschaftliches Engagement aufgefangen werden.
Da gebe es auch schon Zusagen, so Bürgermeister Mike Münzing. Außerdem kommen im Mai wieder zehn Landschaftsgärtner aus Beaupréau auf die Alb, die könnten dort mitschaffen, wie letztes Jahr am Kräuterpfad. Auch deshalb sollte die Kreiselkunst "möglichst noch dieses Jahr realisiert werden".
Eine natürliche Gestaltung, zum Beispiel mit Mössinger Blumenmischung kommt die Stadt mit 11 000 bis 13 000 Euro nicht wesentlich billiger, und für "eine Nulllösung ist Münzing nicht". Mit der dagegen könnte sich Erhard Holzschuh (FWV) durchaus anfreunden. "Warum nicht brachliegen lassen", meint er, dann sieht "man, dass die Stadt kein Geld hat." Auch eine gangbare Möglichkeit für ihn: Finanzierung ausschließlich über Sponsoren. Auch Jochen Schuster (CDU) ist der Meinung, "dass 15 000 bei der prekären Finanzlage ein zu hoher Betrag ist". Auch er will kein Geld für die Gestaltung des Kreisverkehrsplatzes ausgeben.
Renate Mack, Fraktionsvorsitzende der Liberalen Bürger, plagten ganz andere Sorgen: Der Platz mit einem Durchmesser von 50 Metern habe ja ein Gefälle. Ob denn da bei Starkregen nicht die ganze Kunst ausgeschwemmt werde? Jürgen Weber, Leiter des Tiefbauamts, beruhigte. Falls was ins Rutschen kommen sollte - eine Befestigung am Rand fängt es auf, eine Entwässerung tut das Übrige.
Eine Lanze für die Kunst, wohl auch weil schon erfahren mit dem Kreisel am Ortsausgang Dottingen, brach der SPD-Fraktionsvorsitzende Adolf Lamparter. Er findet es gut "jetzt einen Impuls zu setzen". Es gehe schließlich um "bürgerschaftliches Engagement. Und in Zeiten wie diesen "kann man den Standard in der Stadt ohne bürgerschaftliches Engagement nicht halten".
Georg Erzberger (CDU) wollte wissen, wie man denn die Pflege im Kreisel finanziell veranschlagen könne. Bei einer Blumenwiese sei es klar, da lasse sich das Mähen kalkulieren.
Dafür hatte sein Fraktionskollege Heinz Schmauder schnell eine praktische Lösung parat. Er selbst steigt in den Kreisel und hilft bei der Pflege - "solange wie ich aktiv Gemeinderat bin, und das ist absehbar". Im Übrigen wäre es für ihn "eine kleine Katastrophe, wenn wir den Platz brachliegen lassen würden, das würde aussehen wie ein Saustall". Außerdem müsste man es doch honorieren, wenn Bürger sich bei so einem Projekt einbringen wollen.
Der Gemeinderat stimmte der Gestaltung des Kreisverkehrsplatzes mit Mehrheit zu.
Info
Weitere Informationen und Auskunft übers Sponsoring gibt es bei Jürgen Weber, Leiter des Tiefbauamts Münsingen, Telefon: 0 73 81/1 82 -1 04.
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Autor: ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL | 18.03.2010
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Gestaltungsvorschlag der Münsinger Künstlergruppe für den Kreisel an der Dottinger Straße/Rampe zur B 465: Kalkmagerrasen, Steine und Stab.
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