Knackiger Anstieg und Wolkenbruch

Münsingen.  300 Läuferinnen und Läufer zwischen drei und 70 Jahren gingen beim von der TSG organisierten "2. Münsinger Stadtlauf" an den Start. Sie legten Distanzen zwischen 300 und 8000 Metern zurück.

Die Veranstalter waren platt. Weniger wegen des Vorbereitungsstresses, in dem sie in der heißen Phase vor dem Stadtlauf steckten, sondern vielmehr wegen der hohen Teilnehmerzahl trotz des Schmuddelwetters. Die Läuferelite aus der Region schnürte am Mittwoch die Laufschuhe, um durchs Städtle zu rennen, mittendrin die Sportler mit Behinderungen, die bei der Premiere des Münsinger Stadtlaufs im vergangenen Jahr für Furore sorgten. Ehrensache, dass sie auch diesmal an den Start gingen.

Vor allem viele Kinder wurden nachgemeldet, weshalb der erste Startschuss mit etwas Verspätung für die kleinsten Läufer von Organisatorin Sabine Zeller-Rauscher abgefeuert werden konnte. Die Kids rannten, was die kurzen Beine hergaben, alle hielten die 300 Meter tapfer durch, wobei Thomas Lautenschlager von der TSG Münsingen als erster durch den Zielkanal marschierte. Zur Belohnung gabs im Ziel eine Plakette um den Hals und Beistand - "gut durchatmen!", "super gemacht" - von den Eltern.

Noch größer war das Gewusel an der Kreuzung am "Unteren Tor", als sich die zappelige Teilnehmerschar des Schülerlaufes bereit machte und eine Runde (1140 Meter) den "Buckel" hoch beim alten Krankenhaus, dann Richtung "Weiher" und wieder bergab Richtung Ziel drehte. Hierbei hatte Stefan Matus von der Gustav-Mesmer-Realschule Münsingen in der Zeit von 3:44 Minuten die Nase vorn. Bei den Mädchen war es Pia Fink vom SV Bremelau, die in einer super Zeit von 3:53 Minuten ins Ziel sprintete, umgeben von Athleten der TSG-Behindertensportabteilung Reutlingen, Landheim Buttenhausen, Georg-Haldenwang-Schule Münsingen und weiteren Einrichtungen, wobei André Hallmanns (5:17) als Sieger hervorging. Der zehnjährige Simon von der TSG Münsingen will in erster Linie Spaß haben. "Am meisten Spaß", sagt er verschmitzt, "macht es, wenn man etwas bekommt." Alle bekamen gleich im Ziel etwas: Süßigkeiten und "Powernudeln", später die Sieger einen Pokal und Sachpreise.

Bei strömendem Regen gingen 74 Teilnehmer beim Hauptlauf über acht Kilometer an den Start. Schnellster Läufer war der erst 16-jährige Heiko Thiele von der AST Süßen, der die Ziellinie nach 32:55 Minuten leichtfüßig überschritt, dicht gefolgt von den beiden ein Jahr älteren Simon Hanle, TSV Holzelfingen (27:29) und Marius Schmid, Fensterbau Seeger (27:39). Beste Frau war Nicole Schwindt, Marathonläuferin bei der LAV asics Tübingen mit 35:01 Minuten. Knapp eine halbe Minute später huschte Andi Fichtner vom Team Sport Röhrle "Deifi" Richtung Stoppuhr. Ihr folgte Maren Reiff von der TSG Münsingen in 35:27 Minuten. Spitzenathlet Bernd Weis, Sieger der M40 in 28:35 Minuten, bereitet sich momentan für einen Duathlon in der Schweiz vor und war für die Firma ElringKlinger AG am Start, wobei er mit Stefan Schmauder und Jürgen Häbe die Team-Wertung gewann. "Mit einem so knackigen Anstieg habe ich nicht gerechnet, bei dem Wolkenbruch sieben Mal den Berg rauf und wieder hinunter, das war heftig", so Weis. Eigentlich wäre doch ein Lauf durch die Altstadt viel schöner, so wie er früher einmal angeboten wurde, war seine Meinung, die viele andere Läufer teilten.

"Ohne Sponsoren könnten wir so eine Veranstaltung nicht durchführen", bedankte sich Sabine Zeller-Rauscher bei den vielen Firmen, die mit Geld- und Sachpreisen den Laufevent unterstützt haben. Nicht nur Nudeln, auch einen Scheck über 1500 Euro überreichte die Firma Tress und die Stadt stiftete einen Sonderpokal für die stärkste Mannschaft, den der Kindergarten Hayingen und das Gymnasium Münsingen entgegennehmen durften. Es war nicht nur ein Wettkampf, sondern vor allem ein reibungslos rund laufendes Sportfest, das Zuschauer am Mittwochnachmittag erlebten. Verlierer gab es keine - dafür sorgte schon die Anfeuerschar am Streckenrand.


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Autor: ROSWITHA HÄBE | 30.07.2010

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