Hilfe, die weltweit wirkt

Münsingen.  Der Rotary Club Münsingen hat 7200 Euro an Vertreter des Zentralen Knochenmarkspender-Registers (ZKRD) überreicht. Damit wird der Ausbau des Spenderauswahlprogramms "OptiMatch" finanziell unterstützt.

Es gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Patienten, die an Leukämie erkrankt sind, brauchen einen geeigneten Spender für Knochenmark. Das von der ZKRD eingesetzte Spenderauswahlsystem "OptiMatch" ist in der Lage, auch bei unvollständig typisierten Spendern die Wahrscheinlichkeit, mit der diese sich für eine Spende eignen, zuverlässig zu berechnen. Mit der Spende möchte der Rotary Club Münsingen die wichtige Arbeit der in Ulm ansässigen ZKRD finanziell fördern, sagte Vizepräsident Klaus Jllig bei der Scheckübergabe gestern Mittag im Münsinger Gasthof Herrmann.

Zum mittlerweile vierten Mal hatte der Münsinger Rotary Club im Juli die 24-Stunden-Wanderung durch das Biosphärengebiet mit 100 Teilnehmern veranstaltet. Der komplette Erlös wird gespendet. Wie bereits im Vorjahr - damals zur Vorbereitung - wurde das Projekt "Alpenüberquerung" des Jugendmigrationsdienstes heuer erneut mit 3500 Euro bedacht. Gestern nun überreichten die Münsinger Rotarier an den Geschäftsführer der ZKRD, Dr. Carlheinz Müller, einen Spendenscheck in Höhe von 7200 Euro. Das Geld fließt vorrangig in die Weiterentwicklung der bei der ZKRD-eigenen Software "OptiMatch".

Im Unterschied zu der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, mit der die ZKRD eng kooperiert, wirbt das Ulmer Register keine Spender an und führt auch keine Typisierungen durch, sondern bringt die Daten zusammen. Weltweit können mit der bei der ZKRD entwickelten Software Experten darin unterstützt werden, schnell passende Blutstammzellspender zu suchen und auszuwählen. Die Suche wird mit Hilfe vieler differenzierter Steuerungsparameter gezielt auf die Bedürfnisse einzelner Patienten angepasst, erläuterte Müller.

Darüber hinaus vermag das Programm auch bei unvollständig typisierten Spendern die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der sich der jeweilige Spender bei einer genaueren Untersuchung als für den betroffenen Patienten geeignet herausstellen wird. Das vergrößert den Kreis der in Frage kommenden Spender. Denn während die Qualität der Typisierungen in Deutschland sehr gut ist, gilt das für die insgesamt rund 18 Millionen potentiellen Spender weltweit nicht immer.

Mit der Spende kann die Weiterentwicklung von "OptiMatch" vorangetrieben werden. In Anlehnung an die internationale Gemeinschaft der Rotarier komme so auch die finanzielle Hilfe Menschen weltweit zu Gute, betonte der Geschäftsführer. "Für unsere Arbeit erhalten wir im Unterschied beispielsweise zu unserem US-amerikanischen Pendant keine finanziellen Subventionen", betonte Müller. In einem Vortrag im Anschluss an das Mittagessen erläuterte Susanne Schlegel die Arbeit der ZKRD in Ulm.


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Autor: RALF OTT | 22.09.2011

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