Gemeinderat gibt das "Okay" zum Umbau des jüdischen Museums

Laubhütte, Litfaßsäule, Grabplatten und Friedenslinde - spannende Installationen setzen Themen zum jüdischen Leben in Szene. Verbindendes Element im Museum: der Dokumentationsfries.

ULRIKE ... |

Aus zwei Räumen werden fünf, das Geschichtsmaterial wird aufgearbeitet - das ganze jüdische Museum in Buttenhausen bekommt eine zeitgemäße Gestaltung. 100 000 Euro sind dafür veranschlagt, 55 000 Euro davon sollten über Spenden beschafft werden, so der Gemeinderatsbeschluss in der Haushaltssitzung im April. Die sind jetzt zusammengekommen (siehe Infokasten). Der Gemeinderat hat am Dienstag sein Okay für die Umsetzung der Neukonzeption gegeben.

Die wird vom Büro Hartmaier& Mangold, Kirchentellinsfurt, ausgeführt. Martin Mangold und Markus Ege gaben in der Sitzung einen Überblick über die geplante Einrichtung, die Thematik der Räume. Wichtig sind den Gestaltern dabei Hingucker, spannende Installationen, die für die einzelnen Aspekte des jüdischen Lebens stehen. Am Anfang gibt es Schlaglichter zur jüdischen Kulturgeschichte in Europa, außerdem steht der Judenschutzbrief im Mittelpunkt. Der Nachbau einer Laubhütte wird im Bereich "Jüdische Kultur in Buttenhausen" die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenken. Staffagefiguren zu Persönlichkeiten, eine Litfaßsäule mit Plakaten zu Veranstaltungen sollen unter anderem das jüdisch-christliche Zusammenleben illustrieren. Hölzerne Grabplatten, letzte stumme Zeugen, gehören in den Bereich "Die jüdische Gemeinde im Nationalsozialismus". Die Zeit nach dem Krieg, die bisher im Museum praktisch keine Rolle gespielt hat, bekommt im letzten Raum ihren Platz. Verbindendes Element ist der Dokumentationsfries, der sich vielfältig gestaltet, unter anderem mit Hörstationen, durch alle Räume zieht, so zeigen soll, dass das Judentum in Buttenhausen eine durchgängige Geschichte hat.

Im Eingangsbereich findet das Stiftermosaik, das so zusammengesetzt wird, dass sich ein Davidsstern ergibt, seinen Platz. Bisher sinds 69 Tafeln, aber das sei problemlos erweiterbar, so Mangold.

Einbezogen in die Neukonzeption für den ersten Stock wird auch das Dokumentationsmaterial von Walter Ott, das bisher im Dachgeschoss untergebracht war; bisher gewissermaßen eine eigenständige Ausstellung zu der im ersten Stock. Die war 1994 in zwei Räumen eingerichtet worden, hatte damals so der Erinnerung ans Leben in der jüdischen Landgemeinde einen Ort gegeben, sagte Stadtarchivar Steffen Dirschka. Ein wichtiger Schritt, allerdings auf begrenztem Raum.

Die Situation wurde im Laufe der Jahre unbefriedigender, zumal das Interesse an Buttenhausen ständig gewachsen ist. Immer mehr Besucher, darunter viele Schulklassen, befassten sich mit der jüdischen Geschichte. Sowohl Räumlichkeiten als auch Gestaltung entsprachen nicht mehr modernen museumspädagogischen Anforderungen. Als 2010 die Wohnung im ersten Stock frei wurde, kamen erste Gedanken und Pläne zu einer Umstrukturierung auf. Auch ein Argument für eine notwendige Neugestaltung: Aus der Reihe der umliegenden Gedenkstätten wie Erzbergerhaus, Grafeneck, Psychiatriemuseum Zwiefalten fiel Buttenhausen, weil nach über 20 Jahren einfach nicht mehr zeitgemäß, negativ heraus.

Inzwischen eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber in der Museumskonzeption für Buttenhausen nicht berücksichtigt: die Mehrsprachigkeit. Das Thema brachte Dr. Eberhard Rapp, der für den erkrankten Bürgermeister die Sitzung leitete, auf. I-Pads, Audioguides, oder eine schriftliche Zusammenfassung, zumindest in Englisch und Hebräisch, wären Möglichkeiten, die es allerdings nicht zum Nulltarif gibt. Das Gremium entschied sich wenigstens zum Beschluss-Zusatz: Wenn es die finanziellen Mittel zulassen, wirds in Buttenhausen mehrsprachig

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