Forderung nach Rücktritt lässt Knapp kalt

Rücktrittsforderungen berühren Schelklingens Bürgermeister Knapp nach eigenen Angaben nicht. Er habe einen sehr langen Atem, schreibt Knapp.

Schelklingen. "Kalt" lassen Schelklingens Bürgermeister Michael Knapp nach eigenen Angaben die an ihn gerichteten Rücktrittsforderungen. "Täuschen Sie sich nicht, ich habe einen sehr, sehr langen Atem", antwortet Knapp auf seiner Internet-Seite einem Briefeschreiber, der ihm "Zeit zu gehen" bescheinigt hatte. Der Schelklinger Bürgermeister hatte am Wochenende seinen Widerspruch gegen eine Satzungsänderung zurückgezogen, die seinen Spielraum in Finanz- und Personalangelegenheiten erheblich einschränkt. Knapp äußert sich dazu in seiner Antwort an den Briefeschreiber: "Merken Sie sich eines: Vordergründig mögen Sie den Sachverhalt als Niederlage von mir ansehen - da stehe ich darüber." Er befürchte aber einen erheblichen Schaden für die Schelklinger. "Denken Sie mal über die Konsequenzen nach!", schreibt Knapp.

Stefan Auer, der Vorsitzende der zweitgrößten Gemeinderatsfraktion "Pro Schelklingen", hatte am Wochenende Knapp den Rücktritt empfohlen. Es werde auf Dauer keinen Frieden mit diesem Bürgermeister geben, sagte Auer. Knapp selbst hatte im Februar in einem Schreiben an die Gemeinderäte die Gründe aufgezählt, die nach geltendem Recht für eine zwangsweise Entfernung eines Bürgermeisters in Frage kommen. Dazu zählen unter anderem schwere Dienstvergehen oder die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe. "Sie können versichert sein, dass diese Gründe bei mir - sofern ich mich weiterhin im Zustand der Zurechnungsfähigkeit befinde - nicht eintreffen werden", schrieb Knapp. Die zahlreichen Dienstaufsichtsbeschwerden in jüngster Vergangenheit und die Rüge, die ihm der Gemeinderat vor kurzem erteilt habe, interessierten ihn in keinster Weise. "Sie sind zwar lästig und behindern unnötigerweise meine tägliche Arbeit, aber Sie sollten während der vergangenen zehn Jahre festgestellt haben, dass ich diesbezüglich ,keine Nerven besitze", schrieb Knapp den Räten. Knapp teilte weiter mit, dass er seinen Stellvertreter, Gemeinderat Jürgen Haas (SPD), beauftragt habe, ihn bis zum Juni in den Sitzungen des Technischen und des Verwaltungsausschusses zu vertreten. Diese Beauftragung seines Stellvertreters sei rechtmäßig, er habe sich beim Kommunalamt erkundigt, schreibt Knapp. Die Gemeinderäte könnten dagegen nicht mit Beschlüssen vorgehen.


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Autor: BERNHARD RAIDT | 10.03.2010

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