Die Evolution im Zeitraffer

Münsingen.  Was kam als Erstes nach dem Nichts? Gute Frage. Und es bleibt nicht die einzige im Kindermusical "Der kleine Brocken", das am kommenden Samstag im Münsinger Gymnasium uraufgeführt wird.

Sie sind ein bewährtes Team. Edgar Braig und Steffen Hinger haben bereits sechs Musicals mit dem Unterstufenchor und der Band des Münsinger Gymnasiums auf die Bühne gebracht. Mit dem "Kleinen Brocken" wird ihnen ein weiterer großer Wurf gelingen, denn schon ein erster Blick hinter die Kulissen zeigt, dass sich die beiden, Künstler und Musiker, wieder auf wunderbare Weise ergänzen. Dabei kam die unglaubliche Geschichte nicht von selbst ins Rollen. Hinger, der ein Faible für Mineralien und für seine Schätze eigens ein Museum eingerichtet hat, löste mit seiner "steinalten" Idee nicht gerade Begeisterung aus. Je mehr aber Braig darüber sinnierte, umso mehr reizte ihn das Unmögliche - Bewegung ins Unbewegliche zu bringen. So kommt es, dass bald in der Höhle die Hölle los ist, weil sich die "Meister des Verharrens" nicht darauf einigen können, wer der Größte, Tollste, Schönste und vor allem der Teuerste ist. Selbst die Druse lästert über den Brocken. Er sei nur Schutt, "nur ein minderwertiges Stäubchen", was der Stalaktit (der Angeber) in ein einziges Schimpfwort - "Du Mikro" - ummünzt.

Überhaupt geht es zu wie im echten Leben. Die einen denken, sie hätten Struktur (Kristall), sie wären rätselhaft und unergründlich (die Felsspalte) oder schlichtweg das Nonplusultra (Gold). Ein objektiver Richter soll entscheiden.

Mit der Öffnung nach außen fangen die richtigen Probleme aber erst an. Seltsame Wesen von der Ursuppe bis zum Schnabeltier verirren sich in die Höhle und interessieren sich herzlich wenig für das Inventar. Sie drehen sich um sich selbst, demonstrieren dabei ihre Blödheit, ihre Angst (vor dem Aussterben) oder ihre Gier wie der Gozillosaurus Rex, der in seinem kleinen Hirn nur ans Fressen denkt. Der Molch will Geld für die Beratertätigkeit, der Zyklop am liebsten alle verkloppen, Orpheus ("Liebe sprengt alle Ketten") hat einen großen Auftritt und schafft es zumindest, dass die Steine in ihrer Traurigkeit eins sind. Ein Kristall philosophiert: "Ich wurde in meinem Innersten berührt." Mit den Aliens dringt die Zukunft ein, die bei deren Beschränktheit gleichzeitig ein Rückschritt in die Steinzeit ist. Den Vogel aber schießt letztlich der Mensch ab. In Form eines aufgeregten Geologen. Der träumt gleich vom Biosphären-Höhlen-Park-Event. Und greift zum Gold . . . Da hilft nur noch die Notbremse. Konglomerat und der kleine Brocken rollen zum Eingang und verstopfen ihn. Am Ende sind sie die Helden.

Witzig, dramatisch und überhaupt nicht statisch wird diese Geschichte inszeniert. Alle Akteure, Chorsänger und Schauspieler, Carolin Brandt (Regie) und Uli Eurich (Choreografie) fahren mit Steffen Hinger und Edgar Braig für drei Tage nach Biberach, um dort nochmals intensiv zu proben. Auf das Ergebnis darf man sich jetzt schon freuen.

Info Das Musical "Kleiner Brocken" wird am Samstag, 11. Februar, um 18 Uhr, am Sonntag, 12. Februar, um 15 Uhr und am Montag, 13. Februar, ebenfalls um 15 Uhr in der Aula im Gymnasium Münsingen aufgeführt. Der Eintritt ist frei um Spenden wird gebeten. Karten gibt es im Sekretariat des Gymnasiums.


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Autor: GUDRUN GROSSMANN | 04.02.2012

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