"Brauchen nachhaltige Mobilität"
Der Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) feierte das zehnjährige Bestehen mit einer Jubiläumstour. Für ein besonderes Erlebnis sorgte die Fahrt mit der Schwäbischen Alb-Bahn (SAB) und das Bahnhofsfest.
Autor: MARIA BLOCHING |Bei perfektem Ausflugswetter trafen sich rund 140 Wanderfreunde auf dem Münsinger Bahnhof, um in den Genuss des Naldo-Jubiläums-Tagestickets zu kommen und zum Saisonauftakt einen perfekten Tag auf der Alb zu genießen. Unter ihnen auch Landrat Thomas Reumann sowie Naldo-Geschäftsführer Dieter Pfeffer, die beide auf die zehnjährige Erfolgsgeschichte dieses Verkehrsverbundes eingingen. Mehr als 40 000 Fahrgäste nutzen jedes Jahr das Freizeitnetz der Schwäbischen Alb, 8000 von ihnen lassen dabei ihre Fahrräder kostenlos transportieren.
"Wir brauchen nicht bloß mehr Mobilität, wir brauchen nachhaltige Mobilität. Und wo könnte man diese besser entwickeln, als hier im Biosphärengebiet", machte Reumann deutlich und forderte dazu auf, Scheuklappendenken zugunsten intelligenter Verkehrsstrategien, neuer Wege und besserer Vernetzungen zu überwinden. Um 30 Prozent konnte während der vergangenen zehn Jahre die Zahl der Fahrgäste im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau gesteigert werden. Für Landrat Reumann das beste Zeichen dafür, dass Naldo Zukunft hat.
"Zehn Jahre Naldo stehen für zehn Jahre Erfolgsgeschichte mit einer beeindruckenden Bilanz", betonte Reumann und machte dies mittels Zahlen deutlich. Vier Landkreise sind mit 91 Städten und Gemeinden dem Verkehrsverbund angeschlossen, 45 Verkehrsunternehmen (Züge, Regionalbusse, Stadtverkehre) sorgen mit 12 Eisenbahnlinien und 230 Buslinien mit rund 2400 Haltestellen auf 3700 Quadratkilometern für den Transport von 71 Millionen Fahrgästen pro Jahr in Bussen und Bahnen. Und Reumann ist sich sicher, dass das wichtige Bedürfnis der Menschen nach Mobilität noch weiter zunehmen wird.
"Deshalb müssen wir uns im Naldo-Land dafür einsetzen, dass die Regional-Stadtbahn Neckar/Alb umgesetzt wird". Lob gab es vom Landrat für die Schwäbische Alb-Bahn, die als rühriger Verein und einem tollen ehrenamtlichen Engagement - wie sich beim gestrigen Bahnhofsfest wieder einmal zeigte - einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität leiste. Als Beispiel nannte Reumann die Anschaffung der Dampflok "86 346". Die 1939 in Wien gebaute und 1972 aus dem Dienst genommene Dampflok bot für den Saisonauftakt von Naldo den perfekten Rahmen. Formschön und zugkräftig präsentierte sie sich auf dem Münsinger Bahnhof - allerdings laut Bernd-Matthias Weckler, Vorsitzender der SAB, etwas "abgespeckt", da sie derzeit restauriert wird.
Gemeinsam mit den drei Baden-Württemberg-Löwen begrüßte Pfeffer die zahlreichen Fahrgäste und lud sie zur Diskussion mit Vertretern von Naldo und Landratsamt während der Wanderung ein. "Sagen sie uns, wo man den Öffentlichen Personennahverkehr noch verbessern kann und was Ihnen gefällt".
Die Alb-Wacholder-Tour führte die Ausflügler mit dem Zug nach Sondernach und nach einem Imbiss durch das Heu- und Schandental bis nach Mehrstetten, von wo aus sie mit Bussen wieder zum Münsinger Bahnhof gebracht wurden. Begleitet wurden sie auf ihrem Weg von Alb-Guides, die ausführlich auf Besonderheiten in Flora und Fauna sowie auf die Geschichte der Umgebung eingingen.
Das Schwäbische Alb Freizeit-Netz hat mit dem gestrigen 1. Mai wieder Fahrt aufgenommen, die Bahnen und Busse verkehren an Sonn- und Feiertagen bis zum 21. Oktober in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalbkreis. "Mit preiswerten Tagestickets kann man in der Freizeit so öfters mal das Auto stehen lassen", warb Pfeffer. In diesem Jahr können sich die Fahrgäste noch am 15. Juli und 23. September über einen attraktiven Jubiläumstarif freuen. Herzstück des Schwäbische Alb Freizeit-Netzes ist die Schwäbische Alb-Bahn mit dem historischen Schienenbus "Ulmer Spatz" und dem nostalgischen MAN-Triebwagen. Beide pendeln zwischen Ulm, Münsingen und Kleinengstingen hin und her und sind mit den verschiedenen Rad-Wander-Bussen vernetzt.




