Beim Jubiläumskonzert die Vielfältigkeit der Musik gezeigt

Mit applaudierfreudigem Publikum in der vollbesetzten Alenberghalle, zwei bestens aufgelegten Kapellen und einem ansprechenden Programm startete die Musikkapelle Böttingen in ihr Jubiläumsjahr.

HEIKE FEUCHTER |

90 Jahre Musikkapelle gilt es heuer in Böttingen zu feiern - den Auftakt dazu gab am Samstag das Jubiläumskonzert, bei welchem die 42 aktiven Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Hermann Hilsenbeck die Bandbreite der Blasmusik mit einem abwechslungsreichen musikalischen Programm höchst hörenswert präsentierten. Engagiert und dynamisch boten sie ihr Repertoire dar, welches mit modernen und traditionellen Kompositionen die Vielfältigkeit der Musik aufzeigte.

Klanglich ausgewogen zeigten sie sich als homogenen Klangkörper, welcher sensibel auf das temperamentvolle Dirigat ihres musikalischen Leiters reagierte, ansprechend Feinheiten herausarbeitete und mit zahlreichen Register- und Instrumentensolis herausragende musikalische Akzente setzte. Die frühlingshaft dekorierte Halle bildete den stimmigen Rahmen für das Jubiläumskonzert, welches von der Jugendkapelle Mehrstetten-Böttingen-Magolsheim unter Dirigat von Regina Bolach eröffnet wurde. Heimatverbundenheit und die zarte Seite der Blasmusik zeigten die dynamisch und sicher agierenden Youngsters in "Patria", einem Werk mit hymnisch ansteigenden Passagen. In "Phantom der Oper" präsentierten sie ausdrucksvoll die schönsten Lieder des operettenhaften Bühnenwerks, transportierten souverän Stimmungen und Emotionen.

Die Hauptkapelle begrüßte die Zuschauer mit "La Storia", einer schwungvollen, die Phantasie anregenden Komposition mit wechselnden Melodielinien und entführte dann in die Welt des heilenden Wassers: der Zauber des bekannten Kurorts Marienbad ist in der Komposition "Music for the Fountain" eingefangen und feinsinnig vertont.

Die Erläuterungen zu den Werken und ihren Kompositeuren gab es in bewährt informativer und umfassender Form von Schlagzeuger Ralf Hintz, der unterhaltsam durch das Programm führte. So stimmte er das aufmerksam lauschende Publikum auch auf die Komplexität und Atonalität von "The Second Waltz aus der Jazz Suite Nr. 2." ein - einen schwingenden Dreivierteltakt in ausgefeilter Kompositionstechnik mit modernen Melodie- und Instrumentallinien, welchen die Musiker mitreißend präsentierten. Ebenso begeisterten sie mit "Lord of the Dance"- der musikalischen Nacherzählung einer alten irischen Legende, welche mit klangvoller keltischer Melodik und schnellen Flöten- und Drumpassagen in Beine und Gehörgänge fuhr: Tempi, Ausdruckskraft und Erzählkunst bündelten sich in diesem mit viel Spielfreude und Engagement dargebrachten Musikwerk.

Dass die Böttinger trotz aller Moderne auch ein Händchen für traditionelle Blasmusik haben zeigte der zweite Teil des Konzertabends vortrefflich auf. Akzentuiert und klangstark begeisterte die Kapelle mit dem Konzertmarsch "Abel Tasman" und ließ die Zuhörer danach im traumseligen Dreivierteltakt des lebendig musizierten Konzertwalzers "Im stillen Hain" schwelgen.

Einen Abstecher in Richtung Popballade gab es mit der vielschichtigen Komposition "A Whiter Shade of Pale", bei welcher Stephanie Geprägs mit ihrem Tenorsaxophon solistisch brillant aufspielte und sich die Kapelle als einfühlsam begleitender Klangkörper zeigte. Die Egerländer Blasmusik war mit der "Lenchen-Polka" bestens und schwungvoll präsentiert, ebenso entführte "Der Lieblingstrommler" samt einem mitreißenden Schlagzeugsolopart von Ralf Hintz in die Welt der böhmisch-mährischen Musik. Erklatschte Zugaben beschlossen das Konzert und leiteten über zum geselligen Teil des Abends.

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