Amateure neben Nationalmannschaftscracks

Münsingen.  Gut drei Jahre war es still ums Mountainbike-Stützpunkttraining Schwäbische Alb. Jetzt wurde es in der Alenberghalle zu neuem Leben erweckt. Rund 50 Kader- und Vereinsbiker trainierten Technik und Kraft.

"Draufsetzten und Losfahren", für den normalen Hobbyradfahrer reicht dies meist aus. Nicht aber für Biker, die bei Wettkämpfen und Meisterschaften punkten wollen. Ein gezieltes Techniktraining ist wie ein gutes Ausdauertraining von Nöten. Vergessen wird dabei oft das Koordinations- und Krafttraining. Insbesondere im Rumpfbereich haben viele Biker Schwächen. Eine schwache Rumpfmuskulatur zeigt sich auf dem Radsattel durch einen instabilen Oberkörper, der eigentlich den Gegenpol zu den Beinen bilden sollte, um die volle Kraft auf das Pedal zu bringen.

Eine gezielte "Instabilität" wurde auch ins Stützpunkttraining von MTB-Trainer Ralf Kleih eingebaut. Unter anderem am Samstagmorgen bei Übungen mit dem Pezziball, der ins anspruchsvolle und Rumpf stabilisierende Zirkeltraining integriert wurde. Knapp 50 Biker von U15 bis U23 schwitzten mal mit zusammengebissenen Zähnen, mal mit einem ansteckenden Grinsen im Gesicht in der Halle. Aus allen Richtungen kamen die Radler angereist, aus Hengen, Böhringen, Hülben und sogar aus dem Stuttgarter Raum.

Sichtlichen Spaß gemacht hat es allen und genau darin lag ein Hauptaugenmerk des Trainings, weshalb nicht nur Kaderathleten zum Training zugelassen waren. So trainierten Nationalmannschaftsfahrer wie Sascha Bleher oder Romy Schmidt völlig unkompliziert neben unbekannten Vereinsbikern. Klar, dass Biker die wenig Erfahrung mitbrachten, immer wieder gern auf die "Hochkaräter" blickten, um sich das eine oder andere dabei abzuschauen. "Auch einer der Gründe, weshalb Biker mit unterschiedlichem Leistungsstand zusammengemixt wurden", sagt Jan Schlichenmaier, aus der Vorstandschaft des Bundes Deutscher Radfahrer, den die Veranstalter für das Stützpunkttraining zur Unterstützung gewinnen konnten.

Schlichenmaier meinte weiter: "Das Training ist einfach perfekt, da könnten sich die Straßen- und Bahnbiker eine Scheibe davon abschneiden". Eine super Sache also, die trotz allem gut drei Jahre lang eingeschlafen war. "Verschiedene Gelder ermöglichten es, das Training jetzt wieder aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken", freute sich Mountainbikefachwart Dieter Pfänder. Nach einer kohlenhydratreichen Stärkung auf der Hopfenburg ging es am Nachmittag weiter auf der Rolle.

Hier zeigte sich deutlich, wer unter anderem noch Schwächen im Rumpfbereich hat. "Nicht nur unsere Schützlinge auch wir als Trainer haben von dem Training profitiert", lobte Johannes Kullen, Trainer der Münsinger Radsportabteilung stellvertretend für seine TSG-Teamkollegen. Nächsten Samstag ist noch einmal ordentlich Schwitzen in der Halle angesagt. Dann findet der dritte Teil des Intensivtrainings statt, bevor bei den Bikern die Freiluftsaison, die mit weiteren Sondertrainingseinheiten gespickt sein wird. eingeläutet wird.


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Autor: SABINE ZELLER-RAUSCHER | 07.02.2012

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