Alle zwei Jahre Stadtfest: Nicht alle finden Idee schlecht

Münsingen.  Seit der Wirtschaftskrise ist Sparen angesagt. Auch bei der Stadt Münsingen, weshalb es jetzt Überlegungen gibt, das Stadtfest nur alle zwei Jahre zu organisieren. Nicht jeder ist von der Idee begeistert.

Rund 25 000 Euro muss die Stadt Münsingen aus dem Haushaltstopf fürs jährlich stattfindende Stadtfest abzwacken. 10 000 Euro davon werden auf die beteiligten Vereine, die mit Speis und Trank für die Verköstigung der Stadtfestbesucher sorgen, umgelegt.

Bleiben immer noch 15 000 Euro, die aus dem Stadtsäckel zu entrichten sind. Ob dies weiterhin in gewohnter Weise zu stemmen ist, oder ob das Stadtfest nur noch alle zwei Jahre stattfindet, darüber will der Gemeinderat Ende März beraten und befinden.

Ein Münsinger Stadtfest nur noch alle zwei Jahre fände Katja Endler nicht gut. Sie meint: "Langsam hab ich das Gefühl, dass die Stadt Münsingen immer mehr abbaut. Zuerst kein Geld für Streusalz, jetzt kein Geld mehr fürs Stadtfest. Die Hayinger schaffen es doch auch jedes Jahr." Ihrer Meinung nach ist in Münsingen ohnehin schon tote Hose, und deshalb fände sie es richtig schade, wenn beim Stadtfest, welches wenigstens einen Hauch von Attraktivität in die Stadt bringe, gespart wird.

Auch Markus Herzog findet die Idee mit dem zweijährigen Stadtfestrhythmus gar nicht gut. Unter anderem, weil er auch an die bewirtenden Vereine denkt, die sich beim Stadtfest einige Euro in die Vereinskasse dazuverdienen.

Der Versicherungskaufmann ging in den vergangenen Jahren immer wieder gerne aufs Münsinger Stadtfest, wenn es ihm terminlich reingepasst hat. Auch der Kundenpflege wegen. Zudem glaubt der Wahl-Mehrstetter, dass, wenn sich der zweijährige Rhythmus erst einmal durchgesetzt hat, noch weniger Besucher nach Münsingen kommen werden.

Seine Kollegin Sandra Braun findet das Münsinger Stadtfest ohnehin stinklangweilig, deshalb fände sie es gar nicht so schlimm, wenn das Fest nur alle zwei Jahre steigt. Als Kind freute sich die Münsingerin immer aufs Fest, vor allem, weil sie da lange aufbleiben durfte. Seit ihr niemand mehr vorschreibt, wann sie nach Hause muss, fehlt ihr jeglicher Pep bei dem Fest.

Ganz anders sieht das Monika Oberprantacher. Weil sie in Münsingen immer nette Leute trifft, und weils auf dem Münsinger Stadtfest so richtig schön ist, kommt die Gomadingerin immer wieder gerne nach Münsingen. Deshalb sagt sie: "Das Stadtfest soll es wie bisher jedes Jahr geben."

Als Vorsitzender der TSG Münsingen hat sich Frank Bob für den zweijährigen Turnus ausgesprochen. Nicht, weil ihm das Fest nicht gefällt, sondern weil er es als clevere Sparidee der Stadt Münsingen betrachtet.

Seiner Meinung nach macht ein gutes Fest alle zwei Jahre mehr Sinn als jedes Jahr eines, welches nach Sparen aussieht. "Wenn das Budget nicht mehr reicht, bleibt nichts anderes übrig als zu sparen", so der Sparkassen-Filialdirektor.

"Sonntags ist so gut wie gar nichts mehr gelaufen", erzählt Günther Krieg, Abteilungsleiter der Münsinger Handballabteilung, die seit einigen Jahren mit einem Bewirtungsstand auf dem Stadtfest zugegen ist. Und er fügt hinzu: "In den letzen drei Jahren sind die Umlagekosten für die Vereine immer höher geworden, weshalb schon einige Vereine ausgestiegen sind. Werden die Kosten für die Bewirtungsteams noch höher, macht es wenig Sinn." Einen Grund für den Besucherrückgang sieht Günther Krieg darin, dass es immer mehr Feste in der Region gibt.

Unter anderem deshalb könnte er sich einen zweijährigen Stadtfestrhythmus ganz gut vorstellen, dann aber auch mit einem anderen Programm.


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Autor: SABINE ZELLER-RAUSCHER | 11.03.2010

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