46-Jähriger wegen Veruntreuung verurteilt

Zu einer Geldstrafe in Höhe von 2450 Euro wurde vor dem Amtsgericht ein 46-Jähriger verurteilt, weil er Arbeitsentgelt veruntreut hatte.

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Im Krisenjahr 2009 war das Transportunternehmen auf der Alb, bei dem der Beschuldigte Mitgeschäftsführer war, ins Trudeln geraten. Nur noch die Hälfte der Aufträge gingen ein, die Ausgaben blieben aber. Am 15. Juli 2010 wurde deshalb beim Amtsgericht Tübingen der Insolvenzantrag gestellt, Anfang Oktober das Insolvenzverfahren eröffnet. Vorgeworfen wurde dem 46-Jährigen, seit Januar 2010 jegliche Buchführung unterlassen und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 2550 Euro nicht abgeführt zu haben, strafbar als vorsätzlicher Bankrott und Vorenthaltung von Arbeitsentgelt in sieben Fällen.

Verteidiger Klaus Schäfer erklärte, man werde den Einspruch nur für den Tatvorwurf des Bankrotts aufrechterhalten, verwies auf eine im Raum stehende Restschuldbefreiung, die im Falle einer Verurteilung nach Paragraph 283 des Strafgesetzbuches, der sich auf den Bankrott bezieht, hinfällig sei.

Sein Mandant sei zwar Mitgeschäftsführer des Transportunternehmens gewesen, aber praktisch ständig mit dem Lkw unterwegs gewesen, während seine Frau und der Schwiegervater sich um die Buchhaltung gekümmert hätten. Involviert war auch der Vater als Mitbesitzer, "mit dem ein Zerwürfnis bestand". Dieser habe auch das Firmen-Aus beschleunigt. Die Gläubigerbank habe eine Lösung erreichen wollen, allerdings unter der Maßgabe, dass der Vater aus der Firma ausscheide. Dann wäre auch ein KfW-Darlehen bewilligt worden. Als all dies am Widerstand des Vaters, der nacheinander drei Rechtsanwälte beschäftigt hatte, scheiterte, sei es zur Insolvenz gekommen, so Schäfer. Die Buchhaltung sei weiter ordnungsgemäß betrieben worden, einzig der Steuerberater habe die Unterlagen nicht mehr bearbeitet, weil er kein Geld mehr bekommen hatte. Dies untermauerten Beschuldigter und Anwalt durch einen großen Korb voller Ordner, die sie ins Amtsgericht mitgebracht hatten. Inzwischen läuft das Unternehmen auf die Frau des 46-Jährigen. Nur so habe sich die Zerschlagung der inzwischen liquidierten Ursprungsfirma vermeiden lassen. Der Beschuldigte fährt nun als Angestellter weiter einen von noch zwei Lastwagen. Vor wenigen Jahren waren noch 16 Mitarbeiter in der alten Firma tätig.

"Sie haben mehr gemacht als viele andere, die in solchen Situationen einfach die Rechnungen wegschmeißen", erkannte Staatsanwalt Dr. Michael Allmendinger, der die Restschuldbefreiung nicht verbauen wollte. Das sah auch Richter Joachim Stahl so, der das Verfahren in Sachen Bankrott einstellte. Verurteilt wurde der Beschuldigte aber wegen der Veruntreuung von Arbeitsentgelt zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 35 Euro.

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