Mars und Lara heißen die neuen kernigen Stars am Calverbühl

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Walnussernte mit dem Rollblitz auf der gemeindeeigenen Dettinger Obstanlage: Dieses Foto entstand vor einigen Jahren zum Auftakt der Kooperation mit einer Bäckerei aus der Region: Heimische Nüsse sind auch im Brötchen gefragt.  Foto: 

Eine Obstbaugemeinde, die die mit dem Begriff der „Kirschenheimat“ wirbt, pflanzt nun vermehrt Walnussbäume auf der kommunalen Anlage? Ein Ort, der einen zwei Kilometer langen Kirschlehrpfad unterhält und praktisch für die geschützte Ermstäler Knorpelkirsche steht – wie passt denn das zusammen?

Dettingen auf Abwegen? Nein, ganz so ist es nicht, erklärt Peter Bily, der im Rathaus unter anderem für die Obstanlage am Calverbühl zuständig ist. Denn zum einen dominieren auf den gemeindeeigenen Flächen weiterhin ganz klar die Kirschen, stellt der Chef des Liegenschaftsamtes fest. Und zum anderen habe die Gemeinde Dettingen jüngst mehrere Hektar ihrer bestehenden Walnussanlagen verloren. Die Grundstücke wurden Landwirten zum Tausch angeboten, weil die Verwaltung deren Land für Bau- und andere Infrastruktur-Vorhaben brauchte. Schon das war ein gewichtiger Grund für den Verwaltungsausschuss, jetzt zu entscheiden: Im Westen der Obstanlage am Calverbühl werden über das Winterhalbjahr nicht Kirsch-, sondern Walnussbäume gepflanzt.

Aber der Reihe nach. Die Kirschessigfliege ist es vor allem, die den Obstbäumen auf Dettinger Gemarkung zusetzt. Privatleute hadern mit dem Schädling ebenso wie die kommunalen Gärtner. Der Bauhof pflegt auf der Anlage am Calverbühl immerhin gut 250 Kirschbäume.  140 neue sind erst kürzlich dazugekommen, weil die Bepflanzung momentan erneuert wird. „Allerdings hat sich die Situation in den vergangenen drei Jahren deutlich verschärft“, urteilt Peter Bily. Die neu eingeschleppte Kirschessigfliege zerstört die Ernte und bereitet den Produzenten große Probleme bei der Verwertung der Früchte.

Und: „Die Bekämpfung dieses Schädlings ist kaum zu bewältigen, was auch damit zusammenhängt, dass Pflanzenschutzmittel nicht mehr so einfach auf den Markt gelangen“, schreibt auch Ulrich Schroefel, Grünflächenberater beim Landratsamt an die Verwaltung. Diese Entwicklung sei vor wenigen Jahren noch nicht vorhersehbar gewesen, so der Fachmann. Ulrich Schroefel schlägt den Dettingern deshalb vor, in der kommunalen Anlage verstärkt auf Walnüsse zu setzen. Zum einen habe die Nuss im Ermstal und in Dettingen schon immer eine Rolle gespielt, und dort sei eine Verjüngung der Bestände notwendig, argumentiert er. Und zum anderen werden regionale Walnüsse von Bäckereien immer mehr nachgefragt.

Auch Dettingen unterhält eine Kooperation mit einem Bempflinger Bäckerhaus, das die kernigen Früchte vom Calverbühl in seine Teigwaren mischt. Kurz, der Grünflächenexperte rät den Dettingern, krankheitsrobuste Walnusssbäume anzupflanzen, „darunter die neuen Sorten Mars und Lara“.

Zwischen 60 und 80 neue Walnussbäume werden über den Winter auf der kommunalen Obstanlage gesetzt. Und trotz des kernigen Zuwachses am Calverbühl: „Wir bleiben Kirschengemeinde“, sagt Peter Bily.

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