Kummerkasten und Sprachrohr

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Der Fotohändler Jörg Maier bricht eine Lanze für den Handel.  Foto: 

Seit Mai ist Jörg Maier Sprecher des Bad Uracher Einzelhandels im Gewerbe- und Handelsverein „Bad Urach aktiv“. Es waren turbulente Zeiten, in denen der 49-jährige Inhaber des Bad Uracher Fotogeschäfts Schuhmacher, das Amt übernahm. Die Diskussion über das Für und Wider der Marktplatz-Poller fand ihren Höhepunkt und beinahe zeitgleich und vor allem überraschend tauchten Fragezeichen hinter der Zukunft des Vereins auf.

Neubesetzung erwartet

Wie berichtet, hatte sich der komplette Vorstand von „Bad Urach aktiv“ zurückgezogen – um neuen Kräften und Ideen Platz zu machen. Bislang allerdings fanden sich noch keine Nachfolger. Bleibt das bis zum Jahresende so, dann droht die Liquidation des Vereins. Dass es dazu kommt, erwartet Maier zwar nicht, obschon er einräumt, dass es wegen deren knappen Zeitressourcen immer weniger Kandidaten gebe. Gleichwohl bleibt er optimistisch und wähnt die Neubesetzung auf einem „ganz guten Weg“.

Was die Rahmenbedingungen betrifft, war es für ihn also nicht unbedingt ein Start nach Maß. Aber Maier sagt: „Ich gehe positiv an die Sache ran.“ Die Sache, das ist für ihn, die Interessen des Handels zu vertreten und „Entscheidungen gegen den Handel“, aufs Korn zu nehmen. Etwa während der Poller-Diskussion, als er sich an die Seite einer Privatinitiative stellte, die eine „Beerdigung“ des Marktplatzes verhindern wollte. Ihm brennen jedoch noch weitere Missstände unter den Nägeln, unter denen der Bad Uracher Handel, das wenig pulsierende Stadtbild und damit die gesamte Attraktivität der Stadt leide.

Ausbluten verhindern

Dass es im Stadtgebiet im Gegensatz zum nahen Elsach-Center beispielsweise oft nur erlaubt ist, 30 statt 90 Minuten zu parken, ist für ihn ebenso ein Unding, wie die bislang fruchtlos gebliebenen Diskussionen um das sogenannte Geschäftsstraßenmanagement. Es soll weitere Leerstände, eine Abwärtsspirale und damit das weitere Ausbluten der Innenstadt verhindern. „Wir können nicht zusehen wie Stück für Stück herausbricht“, warnt Maier und sagt zu der Situation der Händler: „Wir sind aufeinander angewiesen. Wenn um mich herum alles wegbricht, dann ist das nicht gut. Nur wegen dem Foto Schuhmacher alleine kommt keiner nach Bad Urach.“

Hier gegenzusteuern sieht Maier vor allem die Stadt in der Pflicht. Von ihr erwartet er, Geld in die Hand zu nehmen und einen Manager anzustellen, der ein Konzept erarbeitet und es anschließend langfristig über mehrere Jahre verfolgt. Stadtmarketing inklusive. „Wenn sich die jetzige Situation ändern soll, braucht man eine Linie und Struktur“, bekräftigt er.

Gemeinsame Linie finden

Mit diesen und weiteren Punkten auf dem Zettel, wie etwa die vom Handel als ungünstig empfundene Linienführung des Stadtverkehrs, will Maier noch in diesem Jahr auf die Stadt und den Gemeinderat zugehen, die problematische Lage des Einzelhandels einerseits und mögliche Lösungsansätze diskutieren. Das aber freilich nicht als Einzelkämpfer, sondern im Sinne der rund 30 Einzelhändler, die sich unter dem Dach von „Bad Urach aktiv“ zusammengefunden haben.

Um sich bei den Bad Uracher Händlern vorzustellen, vor allem aber auch um eine gemeinsame Linie zu entwickeln, führt Maier derzeit zahlreiche Gespräche. Neben der politischen Agenda gehe es aber momentan auch darum, das bislang Erreichte – den Verein selbst, aber auch seine Aktivitäten – zu erhalten. „Das ist schon Aufgabe genug.“

Einzelhändler in Bad Urach vertritt Jörg Maier unter dem Dach von „Bad Urach aktiv“. 2013 übernahm er das Fotogeschäft in der Innenstadt. Seit 2003 lebt er in Bad Urach.

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