Gut gelaunt aber kritisch

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Beherrschen Punk und A-Capella: „Deface“ sorgte für einen abwechslungsreichen Abend.  Foto: 

Deface“ steht für schnelle Punkmusik und harte Gitarrenriffs. Die Jungs aus Hülben können aber mehr, wie sie bei der jüngsten Kulturach-Veranstaltung einem altersmäßig gemischten Publikum zeigten: Mittendrin im Programm etwa mit dem Simon and Garfunkel-Klassiker „Sound of silence“, ein A-Capella-Juwel der fünf jungen Musiker. Im direkten Anschluss folgte „Sweet home Alabama“ im Mitsing-Rhythmus oder das legendäre „Mrs. Robinson“ im ganz neuen Stil – punkig eben.

Grenzen überwinden

Für jeden Geschmack und für jedes Alter war also etwas dabei. Es galt Grenzen zu überwinden und so für kollektiven Spaß zu sorgen: Die rund 80 Besucher waren begeistert von der musikalischen Bandbreite von „Deface“, die Stimmung bestens im ehemaligen Postverteilerzentrum – auch wenn es angesichts des fortgeschrittenen Alters zahlreicher Zuhörer nicht zum Pogen kam. Doch wie’s aussehen kann, wurde ihnen bei der Zugabe klar: „Gemeinsam daneben“ heißt nicht nur das Motto der Band, sondern quasi auch das „Deface“-Kultlied ihrer gleichaltrigen Fangemeinde: „Wir sind gemeinsam daneben, normal sein ist nicht richtig…kommt schon lasst uns pogen“, heißt es da.

Ansingen gegen Nazis

Doch in ihren eigenen Liedern singen sie nicht nur von Party und Fun, sondern viele ihrer Texte sind tiefsinnig. Sie fordern zur Revolution auf oder zum Nachdenken über Lebenssituationen. Oder aber sie singen gegen Nazis an: „Was geht in deinem Kopf nur vor, ich kann es nicht verstehen. Was bringt einen dazu trotz offenen Augen nichts zu sehen.“

 Kritisch sein und doch Spaß haben – die Jungs können und wollen beides. Und das aus voller Überzeugung: Frisch und gut gelaunt, aber auch souverän und selbstbewusst war ihr Auftritt. Das Publikum jedenfalls war voll des Lobes für die jungen Musiker. „Denen merkt man die Lust an der Musik an“, hieß es mehrfach. Oder auch: „Die sind auf einem guten Weg“. Luis Blankenburg (Gitarre und Gesang), Jonathan Greiner (Schlagzeug), Christoph Ambacher (Bass und Gesang) und Christoph Buck (Gitarre) stehen für eine klassische (Punk) Rockband-Besetzung. Für den etwas anderen, unverwechselbaren Sound sorgt Trompeter Jakob Krehl. Wer zum ersten Mal bei einem „Deface“-Konzert dabei war, wird sicherlich den Werdegang der Band weiterverfolgen.

Huge in der BGG

In der Region nicht unbekannt sind auch die Musiker Jörg Heinkel („Ernest and the Hemingways“) und Hubert Türk, die gemeinsam das Duo „Huge“ in einer ungewöhnlichen Besetzung bilden: Gitarre und Schlagzeug. Am Freitag, 8. Dezember, 20 Uhr, gastieren sie in der Mensa der Barbara-Gonzaga-Schule. Zu hören sind Coversongs unter anderem von Johnny Cash, Paul Simon oder auch den „Beatles“, „Oasis“ und „The Kinks“. Zum Repertoire gehören zunehmend auch „Selberlieder“, wie die beiden ihre eigenen Songs bezeichnen. Karten gibt es, wie gewohnt, nur an der Abendkasse.

Gäste kamen zum Konzert der ehemaligen Schülerband am Graf-Eberhard-Gymnasium. Fünf Jahre und viele Gigs später eint die Musiker noch immer die Leidenschaft für Musik.

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