Tübingen: Zuschuss für die Lernfabrik 4.0

Schwäbisches Tagblatt
.In der Gewerblichen Schule in Tübingen wird ein Labor mit einer Fertigungsstraße eingerichtet. Auf der können, gesteuert durch Computerchips, verschiedene Dinge hergestellt werden. Diese Fertigungsstraße muss erstellt, programmiert und gewartet werden – eine gute Übung für Auszubildende, die später in Betrieben arbeiten, in denen die Digitalisierung bereits Einzug gehalten hat.
„Lernfabrik 4.0“ heißt dieses Labor und genutzt wird es nicht nur von der Gewerblichen Schule, sondern auch von der Kaufmännischen Wilhelm-Schickard-Schule in Tübingen und der Beruflichen Schule in Rottenburg. Es ist ein Projekt des Landkreises, das vom Land Baden-Württemberg angestoßen und teilweise auch finanziert wird. Der Förderbescheid kam gestern: Rund 307000 Euro steuert das Land zu den Kosten von rund 2 Millionen Euro bei.
Insgesamt werden 21 derartige „Lernfabriken 4.0“ an beruflichen Schulen gefördert – mit zusammen knapp 5 Millionen Euro. Wegen der vielen Bewerbungen hat das Land den Fördertopf sogar um 861000 Euro aufgestockt. „Die erneut große Resonanz auf unseren Förderaufruf zeigt, dass es den Städten und Landkreisen ein Anliegen ist, die Auszubildenden optimal auf die sich verändernde Arbeitswelt rund um Industrie 4.0 vorzubereiten. Hierfür schaffen wir mit den Lernfabriken landesweit Angebote“, wird Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut in einer Pressemitteilung ihres Ministeriums zitiert. In Baden-Württemberg gibt es bereits 16 derartige „Lernfabriken“.
Im Rahmen der „Landesstrategie digital@bw“ hatte das Wirtschaftsministerium im Juni den Förderaufruf zur Einrichtung von „Lernfabriken 4.0“ gestartet. Die Stadt- und Landkreise waren als Träger beruflicher Schulen aufgerufen, Projektvorschläge zur Umsetzung der Lernfabriken einzureichen. Eine Jury beurteilte die eingereichten Projekte nach der Qualität des pädagogischen Konzepts und der Einbindung der Wirtschaft. Ebenso wurden die Konzepte für eine Nutzung der Lernfabrik als regionales Demonstrationszentrum für Industrie 4.0 bewertet.
In den Lernfabriken 4.0 lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst in Grundlagenlaboren einzelne Module aus einem industriellen Fertigungsprozess kennen. Diese Grundlagenlabore können je nach Konzept zu einem verketteten Anlagensystem zusammengeschaltet werden, das dann eine komplexe Produktionskette abbildet.
In der Gewerblichen Schule Tübingen wird eine solche Serienproduktion simuliert. Zur Übung soll ein „Hersteller-Produkt“ gefertigt werden. Gedacht ist an eine Handyschale und einen Bleistiftspitzer.