Kunstvoll kreativ
Bad Urach. Schule ist nicht nur auf Wissensvermittlung reduziert, auch die Kreativität soll gefördert werden. Wie vielfältig dies am Graf-Eberhard-Gymnasium geschieht, ist in einer Doppelausstellung zu sehen.
Ein Prinz und eine Prinzessin, natürlich jeweils ausgestattet mit einer Krone und edlen Kleidern, lümmeln sich auf einem Sofa: So jedenfalls haben einige Fünftklässler des Graf-Eberhard-Gymnasiums das Thema "Barbara Gonzaga und Graf Eberhard im Bart" umgesetzt. Ton war ihr Material, zu sehen sind diese fantasievollen Kunstwerke im Sonderaustellungsraum im Stadtmuseum.
Auch so kann man sich mit Geschichte beschäftigen: Mit Acrylfarben und auf ausgemusterten Bettlaken interpretierten Jungen und Mädchen aus den zehnten Klassen Gedichte aus der Renaissance. Diese Kunstwerke geben nach Ansicht von Ingrid Hoerz die Stimmung und die Atmosphäre der Texte wunderbar wieder, ausgestellt sind sie im Forum 22.
Zwei Ausstellungsräume, ein Anliegen: Eltern, Familienmitgliedern und Kunstinteressierten deutlich zu machen, dass Schule nicht nur Wissen vermittelt. "Der Kunstunterricht bildet den Gegenpol zum intellektuell-kognitiven Bereich, der sehr stark bearbeitet wird", erklärt Kunsterzieherin Hoerz. Sie und ihre Kolleginnen Gesine Goldberg, Lioba Beuter und Sarah Weber würden sehr viel Wert darauf legen, den Kindern im Lauf der Unterrichtsjahre eines deutlich zu machen: "Kreativität ist in vielen Lebensbereichen gefordert und steckt in jedem."
Doch bedauerlicherweise werde gerade am Kunstunterricht gespart: In den fünften Klassen können die Schüler noch in zwei Doppelstunden künstlerisch tätig sein, später dünnt die Möglichkeit dann aus - dann steht Kunst lediglich ein halbes Schuljahr lang auf dem Programm. Doch das Interesse vieler Schüler daran schwindet nicht, immer wieder entscheiden sie sich in der Oberstufe für Kunst als Neigungsfach und legen darin ihre Abiturprüfung in einem schriftlichen und praktischen Teil ab.
Die Arbeiten der Abiturienten sind in der Doppelausstellung ebenso zu sehen, wie die aller anderen Klassenstufen. Wie viele Werke insgesamt ausgestellt sind, kann Lioba Beuter nicht sagen - denn unzählige kleine, aber feine Ausstellungsstücke aus Ton oder Holz können ebenso bewundert werden wie großflächige Gemälde oder Architektur-Modelle.
Den Kolleginnen ist es bei der Auswahl der Schülerkunstwerke wichtig gewesen, eine große Bandbreite an verschiedenen Techniken zu präsentieren: Die Schüler dürfen im Kunstunterricht modellieren, zeichnen, Drucke herstellen oder mit Werkzeugen Holz bearbeiten und Alltagsobjekte wie Schuhe oder Tassen verfremden. Dabei wird die Aufgabenstellung oft unterschiedlich interpretiert, die Ergebnisse überraschen den Betrachter in ihrer Vielseitigkeit. Schon allein deshalb müssen Besucher der Doppelausstellung viel Zeit mitbringen.
Offiziell eröffnet wird die Schau der Schülerarbeiten am heutigen Donnerstag um 19 Uhr im Stadtmuseum Klostermühle, danach gehts ab 20 Uhr mit der Vernissage im Forum 22 weiter.
Dort sorgen mit "Claire und die anonymen Akustiker" und "Frantic" zwei Schulbands für Unterhaltung - auch eine Form der Kreativität, die am Graf-Eberhard-Gymnasium gefördert wird.
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Autor: KIRSTEN OECHSNER | 09.02.2012
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Die Gymnasiasten präsentieren Werke aus dem Kunstunterricht. Foto: Kirsten Oechsner
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