Stiftung statt McDonalds

Der Laichinger Lutz Schönefeld hat seine drei McDonalds-Restaurants verkauft und wird mit Teilen des Erlöses eine Stiftung gründen. Sie unterstützt den ASB Merklingen und "Kunst und Kultur in LA".

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Lutz Schönefeld hat sein McDonald-Restaurant in Merklingen und zwei andere verkauft. Der Erlös fließt teilweise in seine Stiftung. Foto: Peter Schumann

Lutz Schönefeld, Unternehmer aus Laichingen, ist christlich erzogen worden und hat deshalb die Einstellung: "Etwas von meinem Erfolg abzugeben ist mir wichtig." Und Erfolg hat der 60-Jährige in den vergangenen Jahren gehabt. So betrieb er unter anderem drei Filialen von McDonalds. Eine in Merklingen, die er im Jahr 1996 eröffnete, eine in Kirchheim (seit 2000) und eine in Köngen (seit 2003). Doch eine geplante Umstellung des Konzepts bei McDonalds und die damit verbundenen Kostenhätten ihn veranlasst, die drei Restaurants zu verkaufen. Schönefeld: "Ich will nicht noch mit 70 Jahren Schulden haben." Mit dem Verkaufserlös wird er eine Stiftung gründen, von der je zur Hälfte der ASB in Merklingen und der Laichinger Verein "Kunst und Kultur in LA" profitieren werden.

Zu McDonalds kam Schönefeld "wie die Jungfrau zum Kind", wie er lachend sagt. Von einem guten Bekannten, der eine Heizungsfirma betrieb, sei er auf die Idee gebracht worden. Der hatte kurz vor der Jahrtausendwende seine Firma verkauft und stieg bei McDonalds als Filialleiter ein. Genau dies tat auch Schönefeld, der als Vertriebsleiter für eine Pharmafirma tätig war. "Da war ich immer sehr viel unterwegs."

Zwei Jahre lang ging er bei der Fastfood-Kette parallel zu seinem Beruf in Ausbildung, machte alles, vom "Klo putzen bis Hamburger verkaufen". Er machte Prüfungen und bekam schließlich das Angebot, das Restaurant in Merklingen zu betreiben. Das Gebäude baute McDonalds, für die Einrichtung und den Betrieb war Schönefeld zuständig. Als Franchisenehmer musste Schönefeld monatlich einen bestimmten Betrag an die Fastfood-Kette zahlen, des weiteren Miete und Anteile der Kosten für Werbung.

Bei ihm kam noch hinzu, dass er sich freiwillig an der McDonalds-Stiftung beteiligte. Diese unterhält in Deutschland aktuell 14 Häuser, in denen schwerkranke Kinder während der Behandlung kostenlos mit ihren Familien wohnen können. "Wenn es dir gutgeht, muss man Menschen, die in Not sind oder leiden, helfen", sagt Schönefeld. Dies will er jetzt mit seiner Stiftung auch tun. Derzeit werde die Satzung geprüft, wenn alles normal verläuft, wird die Stiftung in spätestens vier Wochen genehmigt sein. Er will dann erst einmal ein gewisses Kapital ansparen, da bei einer Stiftung nur die Zinserträge ausgeschüttet werden können. Das Grundkapital bleibt immer bestehen. Aber die ersten Gelder könnten in zwei Jahren fließen.

Warum gerade der ASB und der Verein "Kunst und Kultur in LA"? Zum ASB hat er enge Verbindungen, schließlich ist er dort Schatzmeister. Und die schnelle Rettung von Menschen in Not - gerade auf der nicht so gut angebundenen Schwäbischen Alb - ist ihm ein Anliegen. Den Laichinger Verein unterstützt er, weil er es wichtig findet, dass es Kultur in ihren vielfältigen Spielarten gibt. Wie beide Einrichtungen das Geld aus der Stiftung verwenden, sei deren Angelegenheit, betont Schönefeld. Wie hoch die Summe ist, die er eingebracht hat, möchte er aber nicht sagen. Es sei "ein ordentlicher Betrag".

Die Umstellung bei McDonalds und die damit verbundenen Schulden waren aber nicht der alleinige Grund, seine drei Restaurants zu verkaufen. Die tägliche Arbeit mit seinen rund 150 Mitarbeitern habe ihm auch mit 60 Jahren Spaß gemacht. Nicht aber das Drumherum, das immer mehr Zeit beansprucht habe. "In den Häusern gab es permanent irgendwelche Prüfungen", erklärt er. "Ich war das leid." Doch auf gelangweilten Pensionär wird jetzt er nicht machen. Dazu ist er viel zu agil. So gehört ihm eine große Photovoltaikanlage in der Oberpfalz, an drei weiteren ist er beteiligt. Aus Überzeugung, weil er Energiegewinnung aus Sonnenenergie für optimal hält. Und er setzt große Stücke auf ein "Produkt im Bereich Energie", für das derzeit ein Weltpatentierungsverfahren laufe. "Mehr kann ich derzeit dazu nicht sagen." Im Ruhestand will er endlich auch mal Urlaub machen, und mehr Zeit seinen Hobbys widmen: dem Golfspielen und dem Joggen. Und sein Enkel freut sich schon darauf, mehr Zeit mit seinem Opa zu verbringen, sagt Schönefeld.

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