Sedelhöfe: Ärger hält an Nach Studie längere Laufwege befürchtet - Rathaus reagiert

Die Sedelhöfe und die Studie zu Kundenverlusten im Althandel bleiben auf der Tagesordnung. Das City-Marketing befürchtet verlängerte Laufwege. Es gibt Konflikte mit der Stadt, die aber nicht eskalieren sollen.

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Einkaufsbummler in Ulm: Kaufen sie künftig bevorzugt in den Sedelhöfen statt in City-Geschäften ein?  Foto: 

Der Handel will nach der wechselvollen Erfahrung mit den Sedelhöfen einen neuen Modus für Verhandlungen mit der Stadtverwaltung finden. Nach anfänglich breiter Zustimmung zu dem innerstädtischen Einkaufszentrum war man "überrascht, dass es etwas anders lief", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle bei der City-Werbegemeinschaft mit Blick auf den in Handelskreisen vehement kritisierten Eingang in die Sedelhöfe vom Bahnhof her: "Der Vertrauensvorschuss war vielleicht zu groß." Sälzle nahm auch Bezug auf die neue Studie der Kritiker des bevorzugten Zugangs zu den Sedelhöfen, die Frequenzverluste bis 30 Prozent in der westlichen Bahnhofstraße und weiter entfernten Einkaufszonen wie der Hafengasse vorhersagt (lesen Sie dazu den Text links auf dieser Seite): "Je weiter weg, desto größer ist die Betroffenheit."

Sälzle lobte als Gastredner und Hausherr auf der City-Mitgliederversammlung im Haus der Wirtschaft jedoch das insgesamt "gute Miteinander" mit dem Rathaus. Dies habe sich insbesondere im Zuge der B 10-Sanierung gezeigt, wo gemeinsam deutliche Verbesserungen bei der Verkehrsführung und den Staus erreicht wurden. Allerdings habe die IHK hierzu auch "200 000 Euro auf den Tisch des Hauses gelegt".

Auch der Vorsitzende des Vereins Ulmer City Marketing, Mike Klamser, sieht die Lage "nicht so verfahren". Man erlebe jedenfalls "spannende Zeiten" - und es gebe infolge der Studie zwischen Handel und Stadt "unterschiedliche Einschätzungen zu den Laufwegen", die Einkaufskunden nach Verwirklichung der Sedelhöfe noch zurücklegen müssen. Klamser verteidigte die Analyse von Prof. Arnd Jenne von der Hochschule Ostfalia, bei der es sich nicht um ein Gefälligkeitsgutachten, sondern eine neutrale wissenschaftliche Studie handle. Jenne hatte dabei auch Navigeräte zur Erfassung der Laufwege und Spezialbrillen zur Ermittlung der Blickrichtung eingesetzt. Jenne hatte auch das Profil der Hochschule vorgestellt: Es handle sich um eine niedersächsische FH mit 11 000 Studenten an vier Standorten. Am Rande der City-Versammlung gab es vereinzelt Vermutungen und Verärgerungen, dass die Stadt, die die Studie von Anfang an als überflüssig und fragwürdig bezeichnet hatte, womöglich ein Gegengutachten plant. Baubürgermeister Alexander Wetzig dementierte gestern.

Man werde sich aber "sehr wohl an geeigneter Stelle und in geeigneter Form" zu der Studie äußern, und zwar unter Mitwirkung des mit der IHK ausgesuchten Sedelhöfe-Handelsexperten Dr. Joachim Will. Die Handelshäuser, die die Jenne-Studie bezahlt haben, wollen sie nun ins Bauplanverfahren einbringen.

Zu den Financiers gehörte auch die City, während sich die IHK nach dem Veto des Präsidiums unter Dr. Peter Kulitz zurückziehen musste. Der Verein City erholt sich zunehmend und konnte 2013 mit einem Gewinn von 30 000 Euro die noch 90 000 Euro Altverluste aus dem Gutschein-Debakel nach der Abt-Pleite erneut reduzieren. Citymanager Henning Krone und Schatzmeister Hajo Koch wollen die Verluste bis 2015 vollends tilgen. Die City hat vergangenes Jahr 1,4 Millionen Gutscheine verkauft, die in ihren Mitgliedsgeschäften eingelöst werden. Sie hat nach der zuletzt eingeführten dreiprozentigen Provision auch selber einen Vorteil und erwartet 2014 daraus Einnahmen in Höhe von 32 000 Euro.

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