Riedlingen: Pläne für Gartenfestival

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Viel Potential sehen Stadtplaner für eine kleine Landesgartenschau in Riedlingen.  Foto: 

Riedlingen möchte die „kleine Landesgartenschau“ ausrichten. Die Anregung dazu hatte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch bei der Einweihung des neuen Fußgängerstegs im Mai gegeben und das war von Professor Siegfried Knoll aufgegriffen worden, der die Außenanlage an ihr und der Kanalbrücke gestaltet. Doch nicht er erhielt am Dienstagabend den Zuschlag, die Bewerbungsunterlagen für den Antrag zu erarbeiten, sondern das Überlinger Büro Planstatt Senner.  Johannes Senner hatte mit seinen Vorschlägen, die er lediglich als Impulse gewertet haben wollte, die Räte mehr überzeugt. In Riedlingen war sein Büro einst mit der Gestaltung des Wohngebietes „Klinge“ tätig.

Klar war Verwaltung und Rat, dass man sich beim Land erst für eine der Gartenschauen der Jahre 2031 bis 2035 bewerben will. Dazu müssen bis Dezember 2019 die Unterlagen abgegeben sein. Sechs Jahre vor der Ausrichtung erhält die jeweilige Stadt dann den Zuschlag. Zwei Millionen Euro werden – aktuell – als förderfähig anerkannt, wozu es vom Land 50 Prozent Zuschuss gibt. Dass wahrscheinlich mehr investiert werden muss, war dem dünn besetzten Riedlinger Gremium klar.

Als eine wichtige Voraussetzung für die Bewerbung gilt die Nachhaltigkeit. Die gestalteten Freiräume müssen dauerhaft bestehen bleiben und in den angrenzenden Gebieten muss eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Die Bevölkerung ist in den Entwurfs-Prozess einzubinden. Erwartet wird eine ökologische und stadtklimatische Aufwertung. Die Gartenschau soll Teil des integrierten gesamtstädtischen Entwicklungskonzeptes sein und mit der Stadtsanierung im Einklang stehen. „Kernpunkt dieser Bewerbung muss ein schlüssiges und innovatives Grundkonzept sein, welches genau die Besonderheiten und Eigenheiten unserer Stadt widerspiegelt“, heißt es in der Vorlage. Nicht verhehlt wurde bei ihr, dass man mit 20 bis 25 Konkurrenten um die Vergabe der kleinen Landesgartenschau rechnen muss, doch machte – neben dem bei der Vergabe unterlegenen Planer Knoll – Johann Senner deutlich, welches Potential in Riedlingen stecke. Er hat auf Erfahrungen zu verweisen. Sein Büro zeichnete zum Beispiel für die Gartenschauen in Pfullendorf, Sigmaringen, Tuttlingen und Neu-Ulm verantwortlich.

Bei einem virtuellen Gang durch Riedlingen machte er auf die Donau und „noch mehr blaue Fäden“ aufmerksam. So könnte er sich an einem Seitenkanal ein Flussbad vorstellen. An der Donau böte sich ein schöner Landschaftsraum zur Gestaltung an, doch: Sensibel sei mit der Aue umzugehen. Für die städtebauliche Entwicklung, auch im Hinblick auf das Stadthallen-Areal, käme die Gartenschau rechtzeitig nach Riedlingen. Neben der mittelalterlichen Altstadt erkannte er auch in anderen städtischen Quartieren „ganz großes Potential“, ohne dafür viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Ein gutes Konzept und einen ehrlichen Umgang mit den Bürgern ist sein Anspruch. „Der Prozess der Bürgerbeteiligung beginnt heute Abend und dauert zehn Jahre“, sagte er in der Gemeinderatssitzung und meinte, dass die Ideen der Bürger meistens besser seien als die eigenen. „Wenn Sie an eine solche Gartenschau herangehen, kommt etwas Gutes heraus“, versprach er den Räten. Und sie wagten es.

65 000 bis 70 000 Euro sind für die Erarbeitung der Bewerbungsunterlagen veranschlagt. Die Bürgerbeteiligung soll nach der Bestandsanalyse in diesem Jahr noch 2018 erfolgen. Die Ausarbeitung des Konzeptes und die Erstellung der Bewerbungsunterlagen will das Büro 2019 erledigen.

Stadtbaumeister Johann Suck erkannte in den Bemühungen auch eine Lokomotive für andere Sanierungsprojekte, die sich zwischen 2019 und 2027 abspielen würden und nannte dazu das Stadthallen-Areal. In Altstadt,  Donau und dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet sah er Pfründe, die andere Städte nicht aufzuweisen hätten.

Bürgermeister Marcus Schafft bezeichnete ein solches Vorhaben als  Klammer für jene, die sowieso anstehen. Stadtsanierung, Stadtentwicklung, Modernisierungen, Infrastrukturmaßnahmen stehen jetzt schon an und müssen sich später einfügen.

Nach dem finanziellen Engagement gefragt, erklärte Stadtkämmerer Elmar Seifert, wenn man sich um die kleine Gartenschau bewerbe, trete man an, um zu gewinnen. Fasse man jetzt einen Grundsatzbeschluss, so werde er sich in den nächsten zehn Jahren im Haushalt niederschlagen.

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