Parken auch ohne Sedelhof

Die City hat die Schließung der Sedelhof-Tiefgarage zunächst lässig weggesteckt. Es gab am Samstag zahlreiche freie Stellplätze in den anderen Parkhäusern. Das neue Park-and-Ride-System war kaum gefragt.

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    Die Tiefgarage Sedelhof gibt es nicht mehr, freie Stellplätze aber schon.
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    Nur vereinzelt liefen Autos am gesperrten Sedelhof auf. Fotos: Lars Schwerdtfeger
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Die Sedelhof-Tiefgarage mit 500 Stellplätzen war wegen der beginnenden Abrissarbeiten erstmals an einem Einkaufssamstag geschlossen. Gleichzeitig hat die Stadt Ulm als Ersatzlösung ein neues Park-and-Ride-System aufgelegt. Wie hat das am Samstag funktioniert, der allerdings den Auftakt zu den Faschingsferien bildete? Die Antwort lautet, auch wegen der schwächeren Frequenz: fast problemlos.

Der einzige Verzocker war ein fehlerhaftes Park-and-Ride-Schild am westlichen Ende des Egginger Wegs, wo die Autofahrer vom Kuhbergring her kommen und eigentlich auf die nördlich gelegenen Parkplätze des Schulzentrums geleitet werden sollten, wo nun auch ein kleiner blauer Container zum Kassieren der Buspauschale von 3,50 Euro für fünf Personen aufgestellt ist. Auf einem neuen Schild unmittelbar nach der Abfahrt zum Hochsträß weist der Park-and-Ride-Pfeil allerdings nach rechts, nach Süden, zur Kuhberghalle hin, wo es keine Anlaufstelle gibt. Das war an diesem Samstag jedoch nicht von Bedeutung, weil bis gegen Mittag nur ein einziger Autofahrer aus Biberach diesen Park-and-Ride-Platz angefahren hatte.

Am zweiten Parkplatz Stockmahd bei der Donauhalle, ebenfalls mit neuem Container ausgerüstet, sah es nicht viel anders aus. Dort war bis zur Mittagszeit lediglich der Schneepflug vorbeigekommen. Der Chef der städtischen Parkbetriebsgesellschaft, Klaus Linder, war deshalb nicht enttäuscht. Das erste Ferienwochenende liefert aus seiner Sicht kein aussagekräftiges Bild zur Lage: "Wir machen mit P + R so weiter und beobachten das."

Aus Linders Sicht zeichnet sich jedoch ab, dass die Stadt Ulm auch ohne die Sedelhof-Tiefgarage über ein ausreichendes Angebot an Parkplätzen verfügt. Linder zeigte sich vor allem verwundert, dass in der über Weihnachten stark nachgefragten Müller-Tiefgarage Frauenstraße viele Plätze freiblieben: um 13 Uhr waren es noch 330 freie Stellplätze. Das Kongresszentrum ist dagegen nach seiner Einschätzung ohnehin nicht sehr stark im Bewusstsein der Autofahrer verankert. Dort waren stets um die 500 Parkplätze frei.

Bei den beliebten Parkhäusern Rathaus und Deutschhaus stand die Anzeige des Parkleitsystems dagegen vom späten Vormittag an auf null. 30 restliche Plätze gab es dagegen um eins noch im Fischerviertel. Im Salzstadel, der verstärkt als Ersatz für den Sedelhof dienen muss, waren es um diese Zeit immerhin noch 13. Außerdem wies die Theater-Tiefgarage meist etwa 70 freie Plätze auf - es sind insgesamt 85. Auf den Anzeigefeldern für das geschlossene Sedelhof-Parkhaus, das im Zuge des Einkaufszentrums bis 2016 wieder entsteht, finden sich nur noch drei waagerechte Striche.

Von der Telekom her ist die Zufahrt zur Sedelhof-Garage gar nicht mehr möglich, da bei der Einmündung der Keltergasse ein Absperrgitter aufgebaut wurde. Dagegen kann man über die Wengengasse bis knapp vors geschlossene Parkhaus fahren. Auf Höhe Sport Sohn gibt es jedoch ein weiteres Gitter. Die Nachricht von der Schließung des Sedelhof-Parkhauses scheint aber bei den Autofahrern angekommen zu sein, denn nur wenige Fahrzeuge liefen an dieser Stelle auf. Wie berichtet, hatte der Handel im Bereich der Bahnhofstraße noch versucht, die Schließung um ein halbes Jahr zu verschieben - vergeblich.

Nach den Erkenntnissen von Parkbetriebschef Linder liegt die Verweildauer der Parker in den an das zentrale System angeschlossenen Parkhäusern - nur die Theater-Tiefgarage ist nicht zugeschaltet - bei etwa einer Stunde. Dies sei jedoch eine Durchschnittszahl. Die Kunden des Ulmer Innenstadthandels seien länger in der City unterwegs: etwa drei bis vier Stunden.

Linder hat bemerkt, dass die Einstellzahlen schon im Weihnachtsgeschäft leicht rückläufig waren. Er führt dies aber darauf zurück, dass es im Advent weniger Werktage gab.

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