Eltern bemängeln zu hohe Kita-Gebühren

Es mangelt an Ganztagesplätzen in Kindergärten - und an vielem mehr: Das wurde in der Sitzung des Gesamtelternbeirat der Kitas und Horte deutlich.

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Richtiggehend angetan von der neuen Sozialbürgermeisterin Iris Mann ist der Vorsitzende des Gesamtelternbeirat (GEB), Thomas Kammer. Er lobte: "Die Frau weiß, wovon wir reden und nimmt uns ernst." Iris Mann hatte die Vertreter der Ulmer Kindertagesstätten und Schülerhorte zum Gespräch geladen. Der GEB konnte in Ruhe seine Wünsche vortragen - und wurde gehört. "Wir werden endlich mal einbezogen und ausreichend informiert." Der GEB sieht noch viel Handlungsbedarf bei der Kinderbetreuung. Zu seiner jährlichen Vollversammlung kürzlich im Bürgerhaus Eselsberg an der Virchowstraße kamen rund 50 Eltern, um einen neuen Vorstand zu wählen und um sich über Probleme auszutauschen.

Vor einem Jahr startete der GEB eine Umfrage unter den Eltern von Kindergartenkindern. Ein knappes Drittel füllte den Fragebogen aus. Etwa 40 Prozent der Eltern monierten, dass sie für ihre Kinder Ganztagesplätze bräuchten, aber keine bekämen. Der GEB will deshalb für mehr Ganztagesplätze in Ulm kämpfen, es seien viel zu wenig vorhanden. Mit der Qualität in den Kindergärten waren 90 Prozent der Eltern zufrieden. Ein Drittel empfindet den Betreuungsschlüssel als zu niedrig. Etwa zwei Drittel können die Erhöhung der Kindergartengebühren nicht akzeptieren. Die Hälfte der Eltern hält den Geschwisterrabatt für zu niedrig. Da hat der GEB konkrete Änderungswünsche. So bekämen Familien, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit Ganztagesplätze für ihre Kinder benötigten, zu wenig Rabatt, obwohl genau diese Plätze so teuer wären. Der GEB fordert deshalb einen Rabatt von 26,7 Prozent bei zwei Kindern für die Stufen zwei bis sechs und bei drei Kindern 53,3 Prozent für die Stufen zwei bis sechs. Bisher gab es für die Stufe sechs nur 6,55 Prozent Nachlass.

Die Eltern von Kindern unter drei Jahren waren beim Ausfüllen der Fragebögen dieser städtischen Umfrage engagierter als die Kindergarteneltern.

Auch hier stellte sich heraus, dass die Stadt wesentlich weniger U3-Plätze hat als sie tatsächlich benötigt. Die gestartete Ausbauoffensive für 295 neue U3-Plätze in Ulm sieht Kammer eher skeptisch. "Es sollen in vorhandenen Kindergärten Container aufgestellt werden, damit wird es enger für die Ulmer Kinder."

Zweifel hat Kammer, ob Ulm den Mehrbedarf an Erzieher stemmen wird. Er befürchtet Qualitätsverluste in der Betreuung. Die gesetzliche Vorgabe, dass ab dem nächsten Jahr allen Kindern unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zusteht, hat aber laut Kammer eine weitere Kehrseite: "Dadurch wird der Ausbau der so dringend benötigten Ganztagesplätze für die Kinder über drei Jahre zurückgestellt." Thomas Kammer will für den Ausbau der Ganztagesplätze, für bessere Qualität in den Kindergärten und für einen gerechteren Geschwisterrabatt kämpfen. Der Erhalt der Schülerhorte sei notwendig, denn auch in den Ferien bräuchten berufstätige Eltern natürlich eine Betreuung für ihre Kinder.

Gegen die seiner Meinung nach viel zu hohen Gebühren für die U3-Plätze will er kämpfen. Außerdem will der GEB einen Sitz im Jugendhilfeausschuss, ihre Elternkollegen der Schulkinder haben dies bereits.

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