Eine Welt voller Überraschungen

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Schelmischer Blick aus der „Harry-Potter-Brille“: Thitz stellt derzeit in der Kunstgalerie Frenzel in Heroldstatt viele seiner bunten Taschen-Bilder aus.  Foto: 

Vorletztes Wochenende war er in Seoul in Südkorea, vergangenes Wochenende in Heroldstatt in Süddeutschland. An beiden Orten hat er eine seiner farbenfrohen Ausstellungen eröffnet. Die Rede ist von Thitz, dem international bekannten Künstler, der durch seine Tütenkunst Weltruhm erlangt hat. Ja, tatsächlich, die Tüten sind seine Leinwand, mit Acrylfarben übermalte Siebdrucke. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Respekt.

„Er war schon lange auf unserer Wunschliste“, sagt Galerist Dietmar Frenzel, der in seinem Kunsthaus Thitz zur Vernissage begrüßt. Dem gebürtigen Frankfurter, der heute im Remstal lebt, haben es die praktischen Tragehilfen aus Papier angetan. Die Tüten, versinnbildlicht durch ihre Griffe, sind Malgrund oder Collage-Elemente, erklärt der 54-Jährige, der oft die Schrift oder die Bilder in seine Kunstwerke mit einbezieht.

Auf der ganzen Welt gefragt

Tüten gibt es auf der ganzen Welt. Deshalb sind seine Kunstwerke auch auf dem ganzen Erdball gefragt. In Brasilien, in den USA, in Monaco, in Griechenland, in den Vereinigten Arabischen Emirate, in Österreich, in der Schweiz sowie in der Volksrepublik China, um nur einige zu nennen.

Wenn man seine Bilder betrachtet, erkennt man, wie multikulturell diese sind. Thitz sammelt bei seinen Auslandsbesuchen nicht nur neue Tüten, sondern auch Motive, die er dann in seinen Kunstwerken umsetzt. „Auffallend ist der Trubel und das Treiben in den großen Städten der USA“, sagt Galerist Frenzel. „Gleichzeitig überraschen dann aber wieder die Ruhe der anscheinend schwerelos durch die Straßen schwebenden Zukunftsautos und Pflanzen auf den Dächern der Hochhäuser.“

Thitz arbeitet immer wieder Tüten bekannter Labels aus den jeweiligen Städten in seine Unikate ein. Die auf dem Wasser treibenden, oder durch die Luft wirbelnden Tüten vermitteln einen Ausdruck der Globalisierung, indem sie auf diesem Weg in die große, weite Welt hinausgetragen werden.

Die Henkel der Tüten spielen eine wichtige Rolle. So verlängert er zum Beispiel die Spitze des Eiffelturmes über einen Henkel, um sie anschließend wieder ins Bild kippen zu lassen. Genauso verfährt er mit dem Arm der goldenen Fackel der Freiheitsstatue, der sich in einem „Henkelbogen“ erstreckt.

Die Welt von Thitz ist eine verspielte Welt, voller Überraschungen und ungewöhnlicher Perspektiven. In seinen Bilden leben alle Menschen friedlich nebeneinander. Egal, welcher Hautfarbe oder Religion sie angehören.

Mit Harry-Potter-Brille

Kurzum, die Bilder wirken sympathisch auf den Betrachter. So auch Thitz, der seinen Künstlernamen seiner älteren Schwester verdankt, den sie ihm schon im Kindergartenalter verpasst hat. Mit seiner Harry-Potter-Brille, seinen verschiedenfarbenen Schuhen und seiner bunten Jacke kommt er bei den Gästen gut an. So, wie ein guter Freund von nebenan.

In der Galerie Frenzel schreibt Thitz Autogramme in sein Tüten-Kunst-Buch (mit Henkel), signiert seine Kunstwerke und erklärt den mehr als 100 Gästen einige seiner 55 Bilder, die in Heroldstatt hängen.

Bis 19. Oktober sind die großen und kleinen Kunstwerke in Heroldstatt noch zu bewundern. Eines muss man aber bedenken. Die Papiertüten, die es bei uns um die Ecke beim Discounter für 20 Cent zu kaufen gibt, gibt es dort nicht. Man muss mindestens 250 Euro dafür berappen. Dafür ist auch die Rahmung schon mit dabei. Schlappe 12800 Euro kosten mehrere Tüten zusammengefasst zum 1,4 x 1,8 Meter großen Kunstwerk „Green City, River of Grass, Utopian Civilizations“.

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