Ein Antrag mit weitreichenden Folgen

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Clemens Künster vom gleichnamigen Büro in Reutlingen erläuterte im Gemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen zu den Bebauungsplänen „Sportzentrum Heroldstatt“ und „Ober dem Steigle“. Im wesentlichen waren es redaktionelle Anmerkungen, beim „Sportzentrum Heroldstatt“ muss die Gemeinde aber eine weitere Ausgleichsfläche für einen  nicht mehr vorhandenen Wald ausweisen.

Und da  war man beim Thema „Ausgleichsflächen, was vor allem Gemeinderat Hans Barth auf die Palme brachte. Die im Planwerk für das „Sportzentrum Heroldstatt ausgewiesenen Ausgleichsflächen von 3,75 Hektar seien beste Wiesen, da gebe es im Gemeindegebiet sicher andere Flächen, die man dafür bereitstellen könne. „Diese Ausgleichsfläche sehe ich jetzt zum ersten Mal.“ Dabei habe er der Kommune mehrere Flächen angezeigt, die man dafür verwenden könne. „Die sind aber meist nicht im Gemeindeeigentum“, entgegnete Kämmerer Werner Zimmermann.

Das wollte Barth so nicht stehen lassen und stellte den Antrag zunächst die von ihm angedachten Flächen zu prüfen, bevor man im Verfahren weitermache. Möglich sei dies, erklärte Planer Künster auf Nachfrage, gab aber zu bedenken, dass es dann auf jeden Fall zu Zeitverzögerungen in den Bebauungsplanverfahren kommen werde.

Der Barth-Antrag wurde mit vier Ja-Stimmen und vier Enthaltungen  angenommen. Doch damit steckte man in einem Dilemma. „Wenn wir jetzt keine Ausgleichsflächen vorweisen können, dann brauchen wir heute auch gar nichts beschließen“, sagte Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß. Das gelte auch für den Bebauungsplan „Ober dem Steigle“.  Das bestätigte auch Clemens Künster, denn die beiden Pläne seien eng miteinander verzahnt. Und Kämmerer Werner Zimmermann malte ein düsteres Szenario. Werde nochmals neu geprüft sei man schnell im nächsten Jahr. Wenn der Satzungsbeschluss im Januar oder Februar getätigt werde, „läuft in 2018 nichts mehr“.

Suche nach dem Kompromiss

Heidi Zinn-Ziegel bemühte sich um einen Kompromiss. Man sollte jetzt beschließen, gleichzeitig sollte das Planungsbüro aber die angesprochenen Flächen prüfen. „Wenn die dann passen, könne wir sie ja später mit der jetzigen Ausgleichsfläche tauschen. Das hielt auch Clemens Künster für denkbar, man müsse sich aber nach der Prüfung nochmals zusammensetzen. Da winkte Kämmerer Zimmermann ab. Rein rechtlich könne über das gleiche Thema erst nach sechs Monaten wieder abgestimmt werden.

Damit war der Schwarze Peter wieder bei Hans Barth. „Ich habe nicht gewusst, was das alles nach sich zieht“. Er zog daher seinen Antrag zurück allerdings mit der Maßgabe, dass seine angesprochenen Flächen aber dennoch geprüft werden. Dieser Auftrag erging dann auch gleich an das Planungsbüro Künster, für Kosten von etwa 10 000 Euro. Sollten aber bis Ende September keine anderen Flächen zur Verfügung stehen bleibt es bei der alten Ausgleichsfläche. Daraufhin fällte der Rat den Auslegungsbeschluss für die Bebauungspläne „Sportzentrum Heroldstatt“ und „Ober dem Steigle“.

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