Der Gemeinderat stellt die ersten Weichen

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Heroldstatt möchte auch in 2018 in das Sanierungsprogramm des Landes.  Foto: 

Für Heroldstatt wäre es von besonderer Wichtigkeit, dass die Gemeinde nach Abschluss des bisherigen Landessanierungsprogramms „Ortsmitten Sontheim und Ennabeuren“ erneut ins Programm des Landes für 2018 aufgenommen werde, sagte Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Aus dem vorliegenden gesamtörtlichen Entwicklungskonzept, dass bereits bei der Bürgerwerkstatt vorgestellt wurde, werde erkennbar, dass noch umfassende kommunale Maßnahmen und Projekte, aber auch viele private Maßnahmen, insbesondere in der Ortslage umzusetzen seien. Gerade die Innenentwicklung der Gemeinde müsse stets begleitend zur Ausweisung von neuen Wohn- und Gewerbegebieten geprüft werden, so Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß.

Große Mitwirkungsbereitschaft

Weberruß geht nach den bisherigen Erfahrungen davon aus, dass die Mitwirkungsbereitschaft der privaten Grundstückseigner überaus hoch sein werde.

Thomas Geissler von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH in Stuttgart, dem Partner der Gemeinde bei der Konzeptentwicklung, nahm anschließend eine kurze Bestandsaufnahme vor. Heroldstatt habe bei der Einwohnerentwicklung eine positive Prognose. Die Zahl könnte von jetzt 2800 auf 2911 im Jahr 2035 steigen. Der demographische Wandel habe dann aber auch zur Folge, dass im Jahr 2035 jeder vierte Einwohner über 65 Jahre alt sein werde. Daher sei es eine wichtige Aufgabe für die Innenentwicklung dafür zu sorgen, dass eine ortsnahe Infrastruktur vorhanden sei.

Dazu analysierte Geissler den Bauzustand der Gebäude. Von 155 untersuchten Gebäuden in Ennabeuren hätten nur zwölf Prozent keine Mängel, bei zehn Prozent sei gar der Erhalt gefährdet. Kaum anders sehe es in Sontheim aus. Zehn Prozent der Gebäude sei mängelfrei, 13 Prozent abbruchgefährdet. „Da gibt es einen ordentlichen Sanierungsstau“, sagte der Planer.

Ziel der Sanierung müsse es sein, die private Bausubstanz zu modernisieren, auch mit der Prämisse Wohnraum zu schaffen. Da gehe es weiter um energetische Maßnahmen, die Umwandlung von alten Ladenflächen zu Wohnraum, die Umnutzung leerstehender Hofstellen, aber auch den Abbruch nicht mehr sanierungsfähiger Gebäude.

Nach seinen Vorstellungen könnten daher in Ennabeuren etwa 20 neue Wohneinheiten geschaffen werden, in Sontheim wären es sogar rund 40.  „60 neue Wohneinheiten in den beiden Ortskernen, das ist doch ein Wort“, sagte Geissler.

Dazu komme freilich noch eine ganze Palette anderer Maßnahmen, wie Aufwertung und Modernisierung des öffentlichen Raums aber auch Optimierung der Grünflächen. Ein ganz wichtiges Stichwort für Geisslers ist auch die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Nicht vergessen werden sollte die Gestaltung von Parkflächen und Gehwegen.

Es besteht Handlungsbedarf

Und Geissler hatte denn auch schon Handlungsbedarf ausgemacht: Die Steinstetter Straße, der Verbindungsweg zum Steigle, Taubenweg und Auf dem Berg. Langfristig, so in einem Zeitraum von 8 bis 10 Jahren, müsse man auch andenken gewerbliche Flächen zu Wohnzwecken umzunutzen, führte der Planer weiter aus.

Dass das alles freilich mit hohen Investitionen verbunden ist, wissen auch die Stuttgarter. Deswegen legte Manuela Bader von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH dem Gemeinderat eine Kostenrechnung vor.

Für die vorbereitenden Untersuchungen fallen 10 000 Euro an, für die weiteren Vorbereitungen 100 000 Euro. Die Baumaßnahmen liegen bei 693 000 Euro, der Grunderwerb bei 774 000 Euro. Die eigentlichen Ordnungsmaßnahmen belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro, dazu komme noch eine Vergütung von 100 000 Euro. Alles in allem sind das rund vier Millionen Euro, die man aber auf zehn Jahre verteilen müsse, sagte Manuela Bader.

Zehn Jahre im Blick

Es gebe aber auch etwas auf der Habenseite. Die Planerin geht dabei von Einnahmen der Gemeinde von etwa einer Million Euro aus. Das Fördervolumen liege somit bei 3,08 Millionen Euro. Abzüglich der Landesfinanzierungshilfe von 1,848 Millionen Euro (60 Prozent), errechne sich ein Anteil von 1,232 Millionen Euro für die Kommune, wohlgemerkt auf zehn Jahre verteilt.

Den Gemeinderäten wurde es ob dieser Zahlen nicht bange, zumal sich bislang eine hohe Bereitschaft der Bürger gezeigt habe, hier mitzumachen, wie Dietmar Frenzel sagte. Hans Barth wollte von den Planern allerdings wissen, wie gut die Chancen für einen Aufnahme Heroldstatts in das Programm 2018 seien, schließlich sei das dann bereits die dritte Tranche, die Heroldstatt zu gute käme. Das wiederum vermochte Manuela Bader nicht, meinte aber, dass man mit dem Schwerpunkt Wohnraumbeschaffung immer gut aufgestellt sei.

Einstimmig ermächtigte daraufhin der Gemeinderat die Verwaltung einen Antrag auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm 2018 zu stellen. „Der Weg ist geebnet“, sagte Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß abschließend.

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