Winter beschert den klammen Kommunen zusätzliche Kosten

Region.  Die Straßen sind nach dem harten Winter stellenweise in einem erbärmlichen Zustand. Die klammen Kommunen müssen tief in die Tasche greifen, allein in Laichingen rechnet man mit 40 000 Euro - mindestens.

Risse, Brüche, Schlaglöcher: Der harte Winter hat den Straßen schwer zugesetzt - vor allem der Wechsel von Tauwetter und Frost war Gift für den Asphalt. Der Städte- und Gemeindebund rechnet damit, dass die Kosten für die dadurch nötig gewordenen Straßenarbeiten allein in Deutschland in die Milliarden gehen. Die traditionell schneereiche Schwäbische Alb bildet da keine Ausnahme. "Die Frostschäden sind gewaltig", sagt der Laichinger Amtsleiter Günter Hascher. Besonders betroffen sind beispielsweise die Straßen am Bleichberg, im Henzenbuch oder die Hirschstraße. Erste Arbeiten habe man bereits durchgeführt, doch die Schäden seien stellenweise so groß, dass "mit Kaltasphalt nix zu machen ist". Stattdessen müssten die Straßendecken komplett abgefräst und erneuert werden.

Im Haushalt der Stadt Laichingen sind 40 000 Euro für Straßenarbeiten vorgesehen. "Wir sind also gerüstet", sagt Hascher. Ob das reichen werde, sei allerdings fraglich, denn das ganze Ausmaß der Schäden ist wegen des Schnees noch gar nicht absehbar. Ein Bild der Lage muss sich auch die Gemeinde Merklingen erst noch machen. In den nächsten zwei Wochen werde es eine Begehung geben, sagt Bürgermeister Sven Kneipp, eine erste Bilanz könne er bislang nicht ziehen, da sich erst jetzt die Möglichkeit biete, die "Baustellen" - etwa in der Rippmannstraße - genauer unter die Lupe zu nehmen. Insgesamt sind 37 000 Euro für Straßenarbeiten in Merklingen eingeplant, er gehe aber davon aus, so Kneipp, dass die Sanierung der Straßen teurer werde: "Wir haben schließlich keine besseren Straßen oder weniger Frost als anderswo."

Ähnlich sieht es in Berghülen aus. Auch Bürgermeister Bernd Mangold kann noch nicht beziffern, was der harte Winter die Gemeinde kosten wird. Der erste Eindruck sei jedoch verheerend: "Da kommen wir mit den 15 000 Euro, die wir im Haushaltsplan 2010 für die Unterhaltung der Straßen eingeplant haben sicher nicht weit." Die Ortsdurchfahrt in Bühlenhausen sei voller Aufbrüche, berichtet der Schultes, doch da sei "glücklicherweise" nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis in der Pflicht - und auch die Schäden in der Kirchstraße seien verschmerzbar, schließlich wird diese demnächst ohnehin saniert.

Es kommen also zusätzliche Kosten auf die derzeit recht klammen Kommunen zu. Allerdings nicht auf alle. "Wir haben im Ort keine Probleme mit Straßenschäden. In welchem Zustand die Feldwege sind, müssen wir noch sehen", sagt der Nellinger Bürgermeister. Sicherlich seien die Schäden an der jüngst für 500 000 Euro sanierten Aicher Straße ärgerlich (wir berichteten), kosten werde die erneute Sanierung die Gemeinde allerdings nichts, da noch Gewährleistung bestehe. Der Grund, dass die restlichen Straßen den Winter so gut überstanden haben, liegt laut Kopp auf der Hand: "Wir haben im Gegensatz zu anderen Gemeinden die Straßen nicht nur punktuell ausgebessert, sondern sind in die Fläche gegangen. Da gereicht uns nun zum Vorteil." Doch die Kosten für die kaputten Straßen sind nicht der einzige Batzen, denn die Gemeinden nach dem kalten Winter stemmen müssen, auch der Winterdienst wird sie deutlich mehr kosten als erwartet. "Wir hatten 15 000 Euro für den Winterdienst eingeplant", sagt Mangold, "doch ich befürchte, dass die Kosten am Ende wahrscheinlich doppelt so hoch liegen werden."


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Autor: SIMON RILLING | 19.03.2010

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