Vorbei am Mount Kenia
Bermaringen. Er fährt mit dem Rad von Kairo nach Kapstadt: Hartmut Bögel aus Blaustein. Rund 12.000 Kilometer wird er bis nach Südafrika auf dem Sattel verbringen. Pünktlich zur Fußball WM will der Blausteiner sein Ziel erreichen. In loser Folge berichtet Hartmut Bögel über seine Erlebnisse von unterwegs.
10.März: Nanyuki
Hallo,
Noch 231 Kilometer bis Nairobi und ein richtig relaxter halber Rad-Tag liegt hinter uns, der hier im Sportscamp der Stadt einen gemütlichen Ausklang findet. Dabei fing alles ziemlich frustrierend an. Morgens um 5.30 Uhr weckte uns mal wieder ein heftiger Regenschauer und versprach einen ungemütlichen Tag.
Das ganze Gelände eine einzige Schlammwiese, alles nass oder klamm und dreckig und irgendwie habe ich auch die Nase voll von all dem Regen und Schlamm. Die Klamotten sind muffig, der Fotoapparat hat auf der Linse Kratzer und funktioniert bisweilen nicht mehr recht. Das Zelt und die Trucks sind völlig verdreckt, das Fahrrad und die Radtaschen sowieso... Also irgendwie habe ich mir Radfahren in Afrika wettertechnisch doch anders vorgestellt – ganz ehrlich.
Und als dann gestern noch nachdem wir wieder Asphalt unter die Räder bekamen ich einen Platten hatte und später dann mein Mantel am Hinterrad "explodierte", ein zwei Zentimeter langer Riss ihn unbrauchbar machte und ich im strömenden Regen meinen Ersatzmantel aufziehen durfte, da war ich doch ziemlich bedient und genervt und gefrustet und überhaupt... Naja, ein Bierchen später und nach getaner Arbeit, nachdem ich mein "Leid" ausführlich geklagt hatte, sah dann die Welt schon etwas rosiger aus und das gute Essen von James hilft mir sowieso aus allen Lebenskrisen...
Heute dann erstmal wieder ein kräftezehrender Anstieg am Morgen bei kühlem Gegenwind und leichtem Nieselregen immerhin auf eine Höhe von 2570 Metern. Erstaunlicherweise wächst hier Getreide und steht reif auf den Feldern und anscheinend haben die Farmer Probleme beim Einbringen der Ernte, weil es eben ständig und seit Wochen sehr feucht ist. Auch stehen hier endlos riesige Gewächshäuser in denen all die Blumen angebaut werden, die es im Winter in Europa zu kaufen gibt...
Ihr seht wir haben die kargen Wüsten und unwirtlichen Steppenlandschaften erstmal hinter uns gelassen und nähern uns nun dem Äquator, den wir morgen überschreiten werden und alles hier ist grün und eben und leider sehr feucht. Beeindruckend war auch, dass wir den Mount Kenia, den zweithöchsten Berg Afrikas mit ca. 5100 Metern in seiner ganzen Pracht betrachten durften, davon war am Morgen nicht mal davon zu träumen, aber rechtzeitig sind die Wolken aufgerissen und ein blauer Himmel um den imposanten Gipfel, der recht schwierig zu besteigen ist, bot einen wunderbaren Hintergrund.
So ist unsere kleine Radwelt also heute wieder richtig in Ordnung. Nach dem Anstieg eine herrliche Abfahrt bei Rückenwind, auch die Wäsche ist inzwischen getrocknet, das Zelt steht auf weichem Rasen, ich hatte seit Wochen mal wieder eine warme Dusche und es ist einfach schön hier in der Anlage des Hotels... So sende ich euch frohe und selige Grüße und werde den Tag vollends genüsslich bei einem Bierchen mit netten Menschen um mich ausklingen lassen...
Hartmut
Hallo,
Noch 231 Kilometer bis Nairobi und ein richtig relaxter halber Rad-Tag liegt hinter uns, der hier im Sportscamp der Stadt einen gemütlichen Ausklang findet. Dabei fing alles ziemlich frustrierend an. Morgens um 5.30 Uhr weckte uns mal wieder ein heftiger Regenschauer und versprach einen ungemütlichen Tag.
Das ganze Gelände eine einzige Schlammwiese, alles nass oder klamm und dreckig und irgendwie habe ich auch die Nase voll von all dem Regen und Schlamm. Die Klamotten sind muffig, der Fotoapparat hat auf der Linse Kratzer und funktioniert bisweilen nicht mehr recht. Das Zelt und die Trucks sind völlig verdreckt, das Fahrrad und die Radtaschen sowieso... Also irgendwie habe ich mir Radfahren in Afrika wettertechnisch doch anders vorgestellt – ganz ehrlich.
Und als dann gestern noch nachdem wir wieder Asphalt unter die Räder bekamen ich einen Platten hatte und später dann mein Mantel am Hinterrad "explodierte", ein zwei Zentimeter langer Riss ihn unbrauchbar machte und ich im strömenden Regen meinen Ersatzmantel aufziehen durfte, da war ich doch ziemlich bedient und genervt und gefrustet und überhaupt... Naja, ein Bierchen später und nach getaner Arbeit, nachdem ich mein "Leid" ausführlich geklagt hatte, sah dann die Welt schon etwas rosiger aus und das gute Essen von James hilft mir sowieso aus allen Lebenskrisen...
Heute dann erstmal wieder ein kräftezehrender Anstieg am Morgen bei kühlem Gegenwind und leichtem Nieselregen immerhin auf eine Höhe von 2570 Metern. Erstaunlicherweise wächst hier Getreide und steht reif auf den Feldern und anscheinend haben die Farmer Probleme beim Einbringen der Ernte, weil es eben ständig und seit Wochen sehr feucht ist. Auch stehen hier endlos riesige Gewächshäuser in denen all die Blumen angebaut werden, die es im Winter in Europa zu kaufen gibt...
Ihr seht wir haben die kargen Wüsten und unwirtlichen Steppenlandschaften erstmal hinter uns gelassen und nähern uns nun dem Äquator, den wir morgen überschreiten werden und alles hier ist grün und eben und leider sehr feucht. Beeindruckend war auch, dass wir den Mount Kenia, den zweithöchsten Berg Afrikas mit ca. 5100 Metern in seiner ganzen Pracht betrachten durften, davon war am Morgen nicht mal davon zu träumen, aber rechtzeitig sind die Wolken aufgerissen und ein blauer Himmel um den imposanten Gipfel, der recht schwierig zu besteigen ist, bot einen wunderbaren Hintergrund.
So ist unsere kleine Radwelt also heute wieder richtig in Ordnung. Nach dem Anstieg eine herrliche Abfahrt bei Rückenwind, auch die Wäsche ist inzwischen getrocknet, das Zelt steht auf weichem Rasen, ich hatte seit Wochen mal wieder eine warme Dusche und es ist einfach schön hier in der Anlage des Hotels... So sende ich euch frohe und selige Grüße und werde den Tag vollends genüsslich bei einem Bierchen mit netten Menschen um mich ausklingen lassen...
Hartmut
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Autor: Hartmut Bögel | 10.03.2010
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