Langenauer Verein will alte Sorten erhalten - Aktion am Freitag

Langenau/Elchingen.  Auf 5000 Quadratmetern Fläche will der Obst- und Gartenbauverein Langenau ein Sortenmuseum errichten. Damit möchte er alte Obstsorten erhalten und Schnittunterweisungen durchführen.

Zum 90-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereins Langenau (OGV) erfüllen sich die Mitglieder einen lang gehegten Wunsch: In einer 5000 Quadratmeter großen Anlage werden sie alte Birnen- und Apfelsorten kultivieren, um sie zu erhalten. Die ersten 50 Hochstämme werden am Freitag, 19. März, von Viertklässlern aus Langenau gepflanzt. Auch Landrat Heinz Seiffert hat zugesagt, einen Baum zu setzen.

Riesenfreude herrschte im Verein, als sich vergangenes Jahr die Möglichkeit ergab, von der Stadt ein großes Grundstück am Lettenberg, am Ortsausgang Richtung Elchingen, zu pachten - für ein Obstsorten-Museum. Schon seit Jahren bemühen sich die Gartenfreunde, in Sortenausstellungen Tafeläpfel und -birnen zu präsentieren, die in Vergessenheit geraten sind. "Es gibt alte Sorten, die ausgesprochen schmackhaft und auch haltbar sind und modernen Sorten aus dem Supermarkt nicht nachstehen", sagt OGV-Vorsitzender Werner Kastler.

Zunächst musste das Pachtgrundstück mit der alten, vernachlässigten Obstanlage gerodet werden. Rund 600 Bäume wurden mit den Wurzeln entfernt, das Holz zersägt und abtransportiert. Den Bepflanzungsplan hat OGV-Mitglied und Baumschulen-Betreiber Helmut Scheerer aus Albeck erstellt. Danach soll auf dem Areal ein Schuppen mit einem grünen Klassenzimmer entstehen, der mit Ziergehölz oder Rosen umkleidet werden könnte.

Auf den Hochstämmen sollen insgesamt bis zu 140 Obstsorten aufgepfropft werden. Zudem ist geplant, platzsparende Spindelbäume anzupflanzen sowie Themengärten, Beerensträucher oder Steinobst. Sogar eine Wildobsthecke und einen Gemüsegarten könnte man sich längerfristig vorstellen.

"Wir möchten dann sämtliche Schnittunterweisungen im vereinseigenen Garten durchführen", sagt Kastler. Schließlich habe man jetzt die Möglichkeit, zu zeigen, wie man sowohl mit ganz alten Bäumen wie auch mit frisch aufgepfropften Trieben umgehen muss. Aber zunächst müssen zur Veredelung der Bäume Edelreiser besorgt werden, deren Sorte eindeutig bestimmt ist.

Das ist nicht so einfach. "Wir müssen mit anderen Vereinen kreisübergreifend zusammenarbeiten, um die gewünschten Sorten überhaupt zusammenzutragen", erklärt Kastler. Ansprechpartner im Kreis Neu-Ulm ist Fachberater Rudolf Siehler, der die dortigen Obst- und Gartenbauvereine betreut. Schon wegen der örtlichen Nähe arbeiten die Langenauer immer wieder mit dem Elchinger Obst- und Gartenbauverein zusammen. So helfen sich die Vereine beispielsweise gegenseitig bei Ausstellungen. "Apfelsorten, die wir selbst nicht haben, fragen wir nach", sagt Kastler. Bislang habe er mit seinen bayerischen Nachbarn gute Erfahrungen gemacht. Kastler selbst hat auf seiner eigenen Streuobstwiese etwa 60 meist alte Sorten, von denen rund 40 als Raritäten einzustufen seien.

Ihm ist es wichtig, die neue Anlage regelmäßig auch für Nichtmitglieder zu öffnen. Sie soll ein "Ort der Begegnung" werden, an dem man Tipps und Beratung erhält, eventuell in Verbindung mit praktischen Demonstrationen oder Fachvorträgen. Kastler verbindet mit den Bemühungen die Hoffnung, dass sich Jüngere auch für eine Mitgliedschaft im Verein erwärmen können - "denn der Altersdurchschnitt unserer Mitglieder wird immer höher".


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: HEIKE SCHNEIDER STEFAN CZERNIN | 16.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr