Forstbetriebsgemeinschaft Ulmer Alb tagt in Neenstetten
Neenstetten. Drei Referenten haben den Waldbesitzern von der Ulmer Alb Ende vergangene Woche Mut gemacht: Die Holzpreise seien derzeit gut und Forstbetriebsgemeinschaften ein Modell der Zukunft.
Den Forstbetriebsgemeinschaften gehört die Zukunft. Daran ließ Heiner Scheffold in der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ulmer Alb am Freitag in Neenstetten keinen Zweifel. Der für Finanzen und Controlling zuständige Geschäftsführer des neuen Landesbetriebs "Forst BW" referierte im Rahmen der Jahresversammlung in der Sporthalle über die Zukunft der Kleinprivatwaldbetreuung in Baden-Württemberg. "Forst BW" betreut seit Jahresbeginn die Kleinprivatwaldbesitzer in Baden-Württemberg. Welche Veränderungen und Chancen sich aus dieser Neuerung ergeben, war eins der Themen der Versammlung.
Der Landesbetrieb hat damit endgültig die Aufgaben der bisherigen Landesforstverwaltung übernommen. Diese war bisher für die Beratung und Betreuung der Eigentümer von Waldflächen unter 200 Hektar zuständig. Eine Dienstleistung, die von der Neugründung völlig unberührt bleibe, versprach Scheffold: "Das ist und bleibt Kernaufgabe der Forst BW." Um die Strukturschwäche des Kleinprivatwalds ausgleichen zu können, seien jedoch Zusammenschlüsse einzelner Waldbesitzer in leistungsstarke Forstbetriebsgemeinschaften unerlässlich: "Das muss das klare Ziel sein", sagte der Geschäftsführer.
Die Forstbetriebsgemeinschaft Ulmer Alb sei daher auf dem absolut richtigen Weg. Sie wurde von ihm als "beispielgebend" hervorgehoben: "Wir wären froh, wenn die Strukturen überall im Land so wären wie hier."
Die Unterstützung privater Zusammenschlüsse durch die "Forst BW" bedeute jedoch nicht, dass Kleinprivatwaldbesitzer künftig auf sich allein gestellt seien, betonte Heiner Scheffold weiter: "Wir ergänzen das Angebot der Forstbetriebsgemeinschaften um all das, was diese aktuell nicht leisten können." Dabei wolle man gerade auf regionale Besonderheiten flexibel eingehen können und auch die speziellen Wünsche und Ziele der Waldbesitzer einbeziehen.
Die "Forst BW" als Chance sah auch Jerg Hilt, der als Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg als Referent zur Versammlung gekommen war. Nur so könne man sich von reinen Verwaltungsaufgaben aktiv Themen zuwenden, die den Wald im Land betreffen, erläuterte er. Auch seine weiteren Ausführungen stießen bei den zahlreich erschienenen Waldbesitzern in der Neenstetter Sporthalle auf offene Ohren: Die Förderung des Kleinprivatwaldes sei der Forstkammer "ein wichtiges Anliegen", sagte Hilt. "Sie pflegen den Wald, Sie machen ihn zugänglich und zum Erholungsraum", wandte er sich direkt an die anwesenden Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft.
Diese Arbeit müsse honoriert werden - und man habe genau jetzt die Chance, in dieser Hinsicht etwas zu bewegen. "2014 beginnt eine neue Förderperiode", erinnerte der Forstkammer-Geschäftsführer. Die Kammer werde daher nicht bis zuletzt warten, sondern sich bereits in diesem Jahr vorausschauend und intelligent positionieren. "Nur so können wir mehr für Sie als Waldbesitzer erreichen", erklärte er.
Mut in finanzieller Hinsicht machte auch Thomas Hermann vom Fachdienst Forst und Naturschutz beim Landratsamt Alb-Donau in Ulm: Er blickte auf die aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt und gab fundierte Auskunft zu den Verkaufsmöglichkeiten einzelner Hölzer. Sein Fazit fiel dabei positiv aus: "Trotz der Wirtschaftskrise sind die Absatzmöglichkeiten momentan gut." Die Sägewerke hielten nur geringe Rundholzvorräte vor und seien gerade an Nadelhölzern "hochinteressiert". Auch Eichenholz erfreue sich großer Beliebtheit. Hermanns Tipp daher: "Schlagen Sie Eiche und Fichte ein und nutzen Sie die guten Preise."
Auch in Sachen Brennholz konnte der Fachmann Erfreuliches berichten: Holzhackschnitzel- und Pellet-Heizungen lägen ungebrochen im Trend. Kein Wunder, denn "Holz ist nach wie vor günstiger als alle anderen Energieträger". Als Waldbesitzer habe man daher auch 2010 gute Chancen, sein Holz an den Mann zu bringen.
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Autor: AMREI GROSS | 08.02.2010
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