Gefragtes Himmelweiler

Dornstadt.  Das Dornstadter Gewerbegebiet Himmelweiler wächst. Für die 32 Hektar des zweiten Abschnitts interessieren sich einige Betriebe. Als ökologischer Ausgleich müssen "Lerchenfenster" geschaffen werden.

Im Sommer soll das neue WMF-Logistikzentrum im Dornstadter Gewerbegebiet Himmelweiler in Betrieb gehen. Die riesige Halle hat eine Grundfläche von mehr als 20 000 Quadratmetern. Hinzu kommen Lade- und Rangierflächen sowie Parkplätze. Macht insgesamt etwa 37 000 Quadratmeter. Doch das könnte noch nicht alles sein, denn das Unternehmen aus Geislingen hat sich eine Optionsfläche gesichert. Die befindet sich im zweiten Abschnitt des Gewerbegebiets. Die Voraussetzungen für die Erschließung der insgesamt 32 Hektar (320 000 Quadratmeter) von "Himmelweiler II" dürfte der Gemeinderat am 15. Februar schaffen.

Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik jedenfalls hat am Donnerstag zwei einstimmige Empfehlungsbeschlüsse gefasst: zur Änderung des Flächennutzungsplans und für den Bebauungsplan. In den Darstellungen der beiden Fachplaner Karl Haag (Flächennutzungsplan) und Erwin Zint (Bebauungsplan) wurde deutlich, dass guter landwirtschaftler Boden und mit ihm Lebensraum der geschützten Feldlerche verloren gehen werden. 50 Brutplätze seien in dem Gebiet gezählt worden, sagte Erwin Zint.

An der Erweiterung des bisher etwa 40 Hektar großen Gewerbegebiets besteht aber kein Zweifel. In unmittelbarer Nähe zum Containerbahnhof sei dies "ein logischer Standort" für Gewerbe, sagte Bürgermeister Rainer Braig. Zumal mehrere Unternehmen ihr Interesse an einem Grundstück angemeldet hätten. Allein von Januar bis Mai vergangenen Jahres haben Firmen laut einer Aufstellung der Gemeindeverwaltung nach insgesamt 110 000 Quadratmeter Gewerbefläche gefragt. Darunter sind Logistikbertiebe aber auch produzierendes Gewerbe. Aus dem Jahr 2010 liegen bereits weitere Anfragen vor.

Die Betriebe können aber nur in Dornstadt bauen, wenn andernorts in der Gemeinde ein ökologischer Ausgleich für den Verlust des Lerchen-Brutgebiets geschaffen wird. "Sonst ist die Planung am Ende", sagte Bauamtsleiter Frieder Braig. Der Ausgleich soll durch so genannte Lerchenfenster gelingen. Braig zufolge handelt es sich dabei um etwa 20 Quadratmeter große Acker-Flecken, die nicht bearbeitet werden. So entstehen in Getreidefeldern kleine Wiesen, in denen Feldlerchen brüten sollen.

Das funktioniert natürlich nur, wenn die Landwirte bereit sind, Lerchenfenster zu öffnen. Seine bisherigen Verhandlungen seien recht erfolgreich verlaufen, berichtete Braig: "Wir haben 24 Fenster - das funktioniert." Als eher symbolische Entschädigung erhalten lerchenfreundliche Landwirte pro Fenster und Jahr zehn Euro von der Gemeinde. Aus der Flächenförderung, die Landwirte von EU und Land erhalten, müssen die Lerchenfenster nicht herausgerechnet werden.

Zum ökologischen Ausgleich gehört ferner ein verstärkter Krötenschutz an der Landesstraße 1239 zwischen Dornstadt und Beimerstetten. Zahlreiche Amphibien überqueren dort zur Laichzeit im Frühjahr die Fahrbahn.

"Neue Betriebe, neuer Verkehr", räumte Bürgermeister Rainer Braig ein. Darauf hatte die Gemeinde Beimerstetten in ihrer Stellungnahme zum Bebauungsplan hingewiesen: Solange die Dornstadter Gewerbegebiete nicht direkt an die Autobahn angebunden sind, werde die Entwicklung "kritisch und mit Besorgnis" zur Kenntnis genommen. Ebenso wie die Nachbarkommune und weitere Gemeinden im Ulmer Norden dringe Dornstadt auf den Autobahnanschluss und die Ortsumfahrung von Beimerstetten, betonte Bürgermeister Braig: "Das ist das Bestreben aller."

Außer den förmlichen Beschlüssen des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans steht am Mittwoch, 15. Februar, die Erschließung von "Himmelweiler II" auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Wird die Planung abgesegnet, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr ausgeführt werden. Die veranschlagten Kosten betragen fünf Millionen Euro - refinanziert durch den Verkauf der Grundstücke.


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Autor: THOMAS STEIBADLER | 04.02.2012

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