Vielköpfiges Wadenballett begeistert

Dietenheim.  "Knie-Jodler" und "Waden-Plattler", geistliche Büttenreden und der "Jungfern- Bund" des Kirchenchors garantierten eine fröhliche Pfarrfasnet.

Der heilige Don Bosco, Schutzpatron der Jugend und der Jugendseelsorger hat am Samstagabend sicher mit Entzücken auf die Vielzahl der jungen und jung gebliebenen Besucher geblickt, die im Saal des Don-Bosco-Heimes Pfarrfasnet feierten. Auch wenn die Traditionsveranstaltung nicht zur Reihe der großen Faschingsbälle in der Stadt zählt, ist sie inzwischen eine gute Adresse für viele Fasnetsfreunde geworden. Das vor allem deshalb, weil vieles noch "handgestrickt" und ohne starres Programm über die Bühne geht.

Wie schon in den Vorjahren hatte die Ranzenburger Narrenzunft mit der Jugend- und Prinzengarde, dem Prinzenpaar Hofmarschallin Melanie Reuter und Präsident Uwe Bimek ihre Aufwartung gemacht. Mit im Gepäck hatte die Narrenzunft ihren neuen Orden, über den sich Ulrich Müller als Faschingsmoderator freuen durfte.

Mit einem Auftritt in der Bütt stiegen die Narren ins Abendprogramm ein. Gabi Landthaler verzichtete heuer auf das gewohnte Lokalcolorit, gab dafür eine Fastenpredigt zum Besten. Es ging um die Frage, ob das Maskentragen christlich ist. Ergebnis: "En dr Hoimet (Ranzaburg) derf man narret sei. Katholisch sei, hoißt Spaß verstau, a paar Tag koine Sorga hau" ließ die Kirchenpflegerin wissen, nicht ohne Hinweis auf eine ebenfalls notwendige Disziplin im Fasching. "Au solls so sei, dass Weib ond Ma, wenn dFasnet rom isch, sich no ma". Sie schloss ihre von Pfarrer Josef Wiedersatz überlassene "Predigt" mit dessen Worten: "Zom Schluss Ihr Ranzaburger ond au Narrensamen, sag i a oinzigs Wörtle: Amen".

Ebenfalls in der Bütt klagte Pfarrer Hans Hänsler über die Leiden eines Pfarrer ohne Frau: "A Superfrau dazu noch schlau, hübsch, reich und rundum gesegnet, so oina isch mir net begegnet", bekannte er mit der Bemerkung: "Irgendwann wollt i mein Frieda, ond hab me für da Zölibat entschieda."

Für eine besondere Überraschung sorgte einmal mehr der Kirchenchor. Was unter dem Fuß-Ballett "Hüttenmadel" und einem Knie-Jodler und Waden-Plattler zu verstehen war, erkannten die Besucher der Pfarrfasnet, als auf einem Podest unterschiedliche Frauen- und Männerbeine zum Vorschein kamen.

Ob rosig oder beaart, alle Beine waren bunt dekoriert, mit lustigen, aufgemalten Gesichter versehen und die Waden mit Röckchen, Lederhosen und Dirndlröcken umwickelt worden. Die Füße, die in Wanderstiefel und Trachtenschuhe steckten, bewegten sich mit den Beinen so lustig im Tanzrhythmus, dass der Pfarrstadel binnen kurzer Zeit zur Fangemeinde dieser tanzenden "Persönchen" wurde.

Hannes und der Bürgermeister, trefflichst von Fabian Graf und Thomas Schließer dargestellt, hatten auch heuer die Lacher auf ihrer Seite. Hinter Herbert Grafs "Schweine-Tango" verbarg sich die Definition des Begriffes "Sau".

Humorvoll und pointiert erklärte Graf sprechend und singend, für welche Zwecke das Wort Sau im täglichen Leben herhalten muss. Er beendete die "Viecherei" mit einem Spruch: "Fragt der Eber dann die Sau, wirst Du heut mein? Dann sagt die Sau, heut hast Du Schwein".

Bevor der Abend mit fröhlichen Tanzrunden und Besuchen der Hausbar ausklangen, waren weitere Highlights angesagt. Der "Jungfernbund" (Margret Hüber, Veronika Müller, Dorothea Keplinger und Klara Retzer) sinnieren darüber, wie und welchen Typ von Mann sie finden könnten, um letztlich festzustellen, dass sie eigentlich gar keinen brauchen. Die Ministrantinnen und Ministranten von Sankt Martinus präsentierten eine Sitzung des Kirchengemeinderates einmal öffentlich und bekundeten, Mitglied in der Gewerkschaft IGM ("Immer Gutgelaunte Ministranten") zu sein. Einen Vorgeschmack auf seine Rede bei der "Narrenmesse" am Fasnetssonntag gab Gerhard Herz in der Bütt. Schon heute sollten sich die heimischen Narren diesen Auftritt vormerken.


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Autor: DIETER GRÄTER | 09.02.2012

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