Ein liebevolles Zuhause ist ein Geschenk
Alb-Donau-Kreis. Menschen mit geistiger Behinderung sind oft ein Leben lang auf Unterstützung von Pflege- familien angewiesen. Zehn Familien im Alb-Donau-Kreis, die seit Jahrzehnten Hilfe leisten, wurden dafür ausgezeichnet.
"Eine liebevolle Familie - Ich bin sicher, das ist ein Geschenk fürs Leben", sagte Landrat Heinz Seiffert in seiner Begrüßungsrede. Am Donnerstagabend wurden zehn Familien aus dem Alb-Donau-Kreis geehrt, die sich seit Jahren sozial engagieren. Sie alle pflegen und fördern Kinder und Erwachsene mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung.
Unter ihnen waren auch Doris und Hans Schacherl. Sie sind Pflegeeltern in der zweiten Generation. Sie hatten vier eigene Kinder, als sie ein Mädchen mit Behinderung als Pflegekind in ihre Familie aufnahmen. Als die Pflegetochter schwanger wurde, war es für das Ehepaar selbstverständlich, sich auch um dieses Kind zu kümmern. Als Niko zur Welt kam, war bald klar, dass er geistig nur eingeschränkt entwicklungsfähig ist. Heute ist Niko 16 Jahre alt und lebt in einem liebevollen Zuhause bei Oma Doris und Opa Hans. Das Ehepaar Schacherl ist bereits im hohen Rentenalter: Hans Schacherl ist 80 Jahre alt. Trotzdem kümmern die beiden sich immer noch liebevoll um Niko.
Insgesamt leben im Alb-Donau-Kreis 82 Kinder und 15 Erwachsene in Pflegefamilien. Günter Weber, Leiter des Dezernats für Jugend und Soziales, begann die Ehrung mit einem Zitat von Albert Einstein: "Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt." Alle zehn Familien nähmen viel auf sich, um ihre Pflegekinder glücklich zu machen. Bei Familie Huber richtet sich das gesamte Leben nach den Bedürfnissen ihres stark pflegebedürftigen Ziehsohnes. Viele der Kinder waren erst wenige Monate alt, als sie in eine Gastfamilie kamen. Die meisten sind bis heute pflegebedürftig. Schon lange sind sie kein Gast mehr, sondern ein vollständiges Familienmitglied.
Die Pflege- und Gasteltern erhielten eine Urkunde und die "Etymologie des Schwäbischen", von Hermann Wax. Ein dickes grünes Buch voller schwäbischer Wörter. Heinz Seiffert überreichte Urkunde und Buch, während Günter Weber die bewegenden Geschichten der Familien erzählte. Seiffert bezeichnete die Urkunde als Mutmacher, denn die wichtigste Auszeichnung sei das Glück der Kinder.
Die Schülerband "Razfaz" der Gustav-Werner-Schule für Geistigbehinderte Ulm begleitete die Veranstaltung musikalisch. Die Band spielte insgesamt drei Lieder, darunter auch die Rock-Hymne "TNT" von ACDC, mit deutschem Text. Nach dem offiziellen Teil lud Weber alle Gäste zum gemütlichen Ausklang mit Speisen und Getränken.
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Autor: FRANZISKA REINDL | 04.02.2012
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Landrat Heinz Seiffert (links) ehrte zehn Familien aus dem Alb-Donau-Kreis für ihr soziales Engagement. Die Familien kümmern sich um Kinder und Erwachsene mit geistiger Behinderung. Foto: Matthias Kessler
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