Zu kalt und zu feucht: Missstände in der Königlich-Württembergischen Staatsirrenanstalt

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Vom Einzugstag an weist die Unterbringung im ehemaligen Kloster Mängel auf: Es zieht durch die Fenster, im Winter ist es eiskalt, weil die Heizöfen nicht genug Wärme abgeben, die Einrichtung der Wohn- und Schlafräume ist karg.

In seiner Einschätzung geht der damalige Direktor Dr. Elser insbesondere nach einem Studienaufenthalt in Paris 1824 sogar so weit, um eine Verlegung der Anstalt nach Weingarten oder auf das Hofgut Ammern bei Tübingen zu bitten.

Ähnliche Kritik wie zuvor schon Elser erhebt Visitor Köstlin. Die ganze Anlage habe etwas ausgesprochen Gefängnismäßiges, es fehle auch an Luft und Licht sowie an der Möglichkeit, die nötige Sauberkeit aufrechtzuerhalten.

Diese "missliche Beschaffenheit der Räume", verbunden mit der im Tale von Zwiefalten und im Anstaltsgebäude selbst reichlich vorhandenen Feuchtigkeit, ist zweifellos eine Hauptquelle der unter den Pfleglingen herrschenden endemischen Krankheiten, des Skorbuts und der chronischen, in Hektik und in Wassersucht ausgehenden Diarrhöen. Außerdem fehle die für eine "vernünftige und zweckmäßige Verpflegung und Behandlung notwendige richtige Klassifikation und Scheidung der Irren in Abteilungen nach Geschlecht und insbesondere nach der Intensität und der Art ihres abnormen Zustandes".

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