Zeugnisse, Preise und Belobigungen.

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Darin waren sich alle Absolventen einig: „Mei, des war a Arbeit, aber mir hands guat nakriagt.“ Im Rahmen ihrer Abschlussfeier ließen sie noch einmal ihre sechs- beziehungsweise fünfjährige Schulzeit Revue passieren. Sie erinnerten an den mühevollen Start in der fünften Klasse mit fremden Mitschülern und Lehrern, an die Eingewöhnungszeit und schließlich das Miteinander, das in den Folgejahren entstanden ist.

Die Realschulklasse allerdings hätte schnell „das Image der Chaoten“ und den  Spitznamen „Deutschprofis“ gehabt, wie die Realschul-Klassensprecherinnen Leonie Meding und Lea Bachmann ausführten. „Aber wir waren doch bloß pubertierende Siebtklässler und machten nur Spaß. In Deutsch allerdings waren wir immer „groddament“.

Liam Herre räumte in seiner humorvollen Rede ein, dass diese Hauptschulklasse „nicht die allerbravste“ gewesen sei: „Dafür möchten wir uns heute entschuldigen“. Er ging auf den spaßigen Schullandheimaufenthalt, auf den Bewerbungs- und Prüfungsstress und die Abschlussfahrt nach Berlin ein und bedankte sich bei dem Lehrerkollegium „für die schöne Schulzeit“.

Laut Schulleiterin Sabine Heißel war diese geprägt vom lernen, erleben, diskutieren und lachen. Eltern und Lehrer hätten die Kinder bestmöglich unterstützt, gefördert und manchmal auch gefordert. „Die Welt ist klein, und wir sind groß“, zitierte sie aus dem Lied von Mark Forster. Die Schüler hätten nun allen Grund, sich nach ihrem gelungenen und von allen bestandenen Abschluss groß zu fühlen: „So, als gehöre Euch die Welt. Nehmt dieses Hochgefühl bewusst wahr und prägt es Euch ein“.

Das erste große Lebensziel sei erreicht und der Grundstein für den Erfolg gelegt. Nun stehe die Welt den Jugendlichen offen. Der Höhenflug sei hochverdient, doch im September müssten alle wieder weich landen und ihren Platz finden, um Wurzeln zu schlagen und unter besten Bedingungen weiter zu wachsen

. Eine schlechte Note im Abschlusszeugnis sei lediglich ein Schönheitsfehler: „Laminiert ihn, packt ihn ein und tragt ihn nah bei Euch. Steht zu Euren Fehlern und Schwächen, nehmt sie an und geht offen damit um. Denn hinter einer Vier steht Entwicklungspotential. Sie ist kein Weltuntergang, sondern lässt Luft nach oben“, ermunterte Heißel.

Bürgermeister Matthias Henne gratulierte den Absolventen: „Schwarz auf Weiß wird nun bescheinigt, was ihr gelernt, geleistet und erreicht habt“. Schule sei gewiss kein Zuckerschlecken und stelle viele Anforderungen, doch nun sei ein erstes und wichtiges Ziel erreicht: Die Zeugnisübergabe stelle deshalb einen bedeutenden Moment dar und gebe Anlass zu Freude und Zufriedenheit. Jetzt beginne ein neuer Lebensabschnitt, doch das Lernen höre nicht auf. Nicht überall sei ein roter Teppich ausgerollt: „Es kann sein, dass man sich immer wieder neu orientieren oder Umwege gehen muss, um das persönliche Ziel zu erreichen. Lasst Euch deshalb nicht entmutigen und sucht neue Wege“. Wer sich seiner Stärken bewusst sei, auf einer guten Basis aufbaue, das ganze Leben weiterlerne, wissbegierig bleibe und sich fortbilde, der komme in seinem Beruf weiter, so Henne.

In ihrer Ansprache drückten die Elternvertreter Karin Callies, Helga Nissel, Richard Krauss und Bärbel Münch Wehmut, vor allem aber Freude über das Erreichte aus. Sie hätten Pausenbrote geschmiert, Turnbeutel hinterhergefahren, Vokabeln abgefragt, gelobt, getadelt, mitgelitten, sich gestritten und versöhnt. Vom schüchternen Fünftklässler zum fast Erwachsenen hätten sich die Schüler mit ihren Talenten und Fähigkeiten weiterentwickelt: „Seid zielstrebig und neugierig, wenn Ihr stolpert, steht wieder auf und traut Euch was zu“. Für die Zukunft sei es angebracht, sich nicht einengen zu lassen, sondern auf das Bauchgefühl und die Eltern zu hören, Dinge kritisch zu hinterfragen und die vergangene Zeit in guter Erinnerung zu behalten.

Der Ausdrucksweise der Schüler „im Zeitalter von Smartphone, Facebook und Twitter“ angepasst, nahmen die Klassenlehrer Christian Sterk und Johanna Fritschle Abschied. Es gab „fake news freie Fritschle-Zwitscherei“ und zur Stärkung ein paar „Sterk-Hashtags“ samt Ratschläge in Bezug auf Karriere, ein erhöhtes Tatenvolumen und die Nutzung der unendlich vielen Möglichkeiten: „Passt Eure Zufriedenheit den Ergebnissen an, dann lebt Ihr glücklicher. Perfektion ist ein Grenzwert und kein erreichbarer Zustand“.

Der Notendurchschnitt der Hauptschüler lag bei 2,5. Vier Absolventen beginnen eine Ausbildung, zwei machen ein freiwilliges soziales Jahr und sieben gehen weiter zur Schule. Der Notendurchschnitt der Realschüler lag bei 2,2. Neun  der Jugendlichen gehen in eine Ausbildung und zehn besuchen künftig eine weiterführende Schule. Sina Fuchsloch war mit der Traumnote 1,0  die Jahrgangsbeste.

Realschule:
Kai Bachmann, Hayingen (Preis); Jonas Baltes, Anhausen; Tobias Glöckler, Hayingen (Belobigung); Niklas Grunert, Hayingen; Felix Kinzelmann, Geisingen; Jamie Knorr, Hayingen (Belobigung); Simon Krauss, Gauingen; Lukas Ott, Hayingen (Preis); Martin Rudolf, Aichelau; Jakob Schmid, Gossenzugen; Simon Wagner, Pfronstetten (Belobigung); Maurice Walter, Gossenzugen (Belobigung); Lea Bachmann, Indelhausen (Preis); Maxi Broß, Ehestetten; Sina Fuchsloch, Hayingen (Preis); Leonie Meding, Anhausen (Belobigung); Annika Nissel, Gossenzugen (Belobigung); Susann-Marie Renner, Huldstetten (Belobigung); Pia Speidel, Oberwilzingen (Preis).

 Hauptschule:
Julian Callies, Zwiefalten; Nico Göhring, Ehestetten; Liam Herre, Gauingen, Fabio Johnson, Gossenzugen; Lukas Pangerl, Zwiefalten (Belobigung);
Timo Scherr, Pfronstetten (Preis); Pascal Treede, Upflamör; Ronja Bauer, Gauingen (Preis); Elisabeta Demini, Zwiefalten; Jacqueline Knupfer, Münzdorf (Preis); Nathalie Moll, Anhausen (Belobigung); Katharina Münch, Aichelau (Preis); Jennifer Swoboda, Pfronstetten (Belobigung).

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