Wohngemeinschaft mit Alltagsbegleitung

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Neue Strukturen für die Bernlocher Seniorenwohnanlage: Ab April soll es eine WG für pflegebedürftige Menschen geben.  Foto: 

In der Seniorenwohnanlage Bernloch wird es Änderungen geben. Das seitherige „Gemeinschaftliche Wohnen“ wird es knftig in dieser Form nicht mehr geben, weil der entsprechende Vertrag mit der Gemeinde vom Engstinger Servicehaus Sonnenhalde gekündigt wurde. Daraufhin habe man Kontakt zur BruderhausDiakonie in Reutlingen aufgenommen, erläuterte Bürgermeister Jochen Zeller im Gemeinderat und über ein neues Betreuungskonzept gesprochen. Ein wichtiger Aspekt sei gewesen, wie man die Seniorenwohnanlage noch mehr in die Gemeinde integrieren und ehrenamtliche Kräfte verstärkt einbinden könne.

Ergebnis der Überlegungen sei die Konzeption einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Menschen, eine Wohnform, die den Betreffenden Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben ermögliche. Starttermin sei der 1. April nächsten Jahres, „ein ehrgeiziges Ziel“, wie Zeller einräumte.

Gabriele Hönes und Verena Pfister von der BruderhausDiakonie stellten die Konzeption im Anschluss an Zellers Einführung detailliert vor. Anders als jetzt werde in der Wohngemeinschaft ständig jemand anwesend sein. Sie richte sich daher an eine andere Zielgruppe, an Menschen, die mindestens in der Pflegestufe 2 eingestuft seien, auch an solche mit Demenzerkrankungen. Es sei ganz wichtig, dass Ehrenamtliche eingebunden seien. 

Die WG werde auf acht Mieter beschränkt, so Hönes. Bei mehr Bewohnern würde eine zweite Präsenzkraft fällig, was zu teuer wäre. Für die beiden übrigen Wohnungen werde man Lösungen finden. Zentrum der WG wird ein gemeinsamer Wohn-, Küchen und Essbereich sein, der soziale Kontakte fördere. Die Betreuung der Bewohner könne über Angehörige, ambulante Pflegedienste, Alltagsbegleiter oder Ehrenamtliche erfolgen. Ganz wichtig, so Hönes, sei, dass Wohnen in vertrauter Umgebung bis zum Lebensende möglich sei. Die Kosten für die WG würden sich zusammensetzen aus Mietkosten, Haushaltsgeld (etwa 220 Euro im Monat), Alltagsbegleitung und pflegerischer Versorgung.

Im nächsten Schritt werde man im Gespräch mit der Sonnenhalde klären, was mit den jetzigen fünf Bewohnern geschehen wird. Nicht alle könnten bleiben, weil es künftig höhere Kosten gebe. Zugleich beginne man jetzt mit der Personalsuche, außerdem, so Höhes, wird es eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung geben.

Leonore Held-Gemeinhardt, Altenhilfefachberaterin im Landratsamt, nannte die Wohngemeinschaft eine Chance für alte Menschen, die am Ort bleiben wollen und Rund-um-die-Uhr-Betreuung erhalten können. In der Diskussion sprach Georg Steiner von einem spannenden Projekt. Er glaubt aber, dass es einen langen Atem brauche, um die Menschen für die WG zu begeistern.

Jochen Zeller meinte abschließend, dass jetzt noch der Mietvertrag zwischen Gemeinde und BruderhausDiakonie ausgehandelt werden müsse, wobei es auch um die Frage von Mietausfällen gehe. Der Gemeinderat stimmte der Konzeption schließlich einstimmig zu.

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