Fortsetzung Deutschlands tiefster Unterwasserhöhle entdeckt

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Seit 1995 forscht und betreut die Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim (HFGOK) die aktuell etwas über einen Kilometer lange Wimsener Höhle. Jetzt entdeckte Dr. Salvatore Busche, Mitglied der Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim (HFGOK), einen neuen Gang in der Wimsener Höhle. Seit zehn Jahren sucht die Gruppe nach der Fortsetzung in Deutschlands tiefster Unterwasserhöhle.

156 Minuten lang getaucht

Der Mediziner suchte während eines 156 Minuten dauernden Tauchgangs am bisherigen Ende der Höhle, hinter der tiefsten Stelle der Höhle, dem 60 Meter tiefen Siphon, nach dem weiteren Verlauf. Was bis dato nicht gelang und nur vermutet wurde, wurde nun wahr: Busche fand einen zwei mal zwei Meter breiten Gang sowie mehrere lufterfüllte Hallen.

„Träume werden wirklich wahr“, erzählt Salvatore Busche begeistert. „Davon haben wir immer geträumt, nur in den vergangenen zehn  Jahren trotz intensiver Suche nichts gefunden. Wir wussten, dass es weitergehen muss. Nur wo, war bislang die Frage.“

Was die Forschung in dieser Höhle so schwierig macht, sind die herausfordernden Bedingungen: zum einen müssen erst mühsam bis zu fünf Flaschen, die teilweise 28 Kilogramm pro Stück wiegen, tauchend und dann über Lehmberge in die Höhle transportiert werden. Mit Mischgastechnik muss der 60 Meter tiefe Schluchtsiphon durchtaucht werden.

Äußerst enge Gänge

Zum anderen sind die Gänge äußerst eng und durch Sedimentaufwirbelungen wird die Sicht schlecht. „Teilweise sieht man auf dem Rückweg überhaupt nichts mehr – man taucht praktisch blind“, sagt Busche. Dieses Sediment hat jedoch in diesem Fall den Weg gezeigt. „Durch die starken Regenfälle in den Tagen vor dem Tauchgang herrschte eine starke Strömung in der Höhle. Die Strömung reist kleine Lehmpartikel mit – diese konnte ich sehen und so den Weg zum neuen Gang finden.“

Die nächsten Tauchgänge sind schon geplant – schließlich will die Gruppe wissen, wie lang dieser Gang ist und wie es weitergeht. „Wenn man beharrlich ist und daran glaubt, geben Höhlen ihre Geheimnisse preis. Die Wimsener Höhle wird uns noch viel erzählen“, ist sich Busche sicher.

Die Höhle befindet sich auf Privatbesitz und ist für Taucher im allgemeinen nicht zugänglich.

Meter tief ist der Siphon in der Wimsener Höhle. Er stellt die bislang tiefste Stelle in der Höhle dar. Jetzt wurde eine Fortsetzung entdeckt. Bald wird vermutlich die Höhlenlänge korrigiert.

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