Walzer, Tango und Operette

In der Wimsener Mühle wurde am Samstag die Bühne zum musikalischen Salon: Mit der typischen Unterhaltungsmusik aus den 20er Jahren begeisterte das Süddeutsche Salonorchester ein volles Haus.

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Das Süddeutsche Salonorchester begeisterte das Publikum in der Wimsener Mühle mit einem Feuerwerk nostalgischer Unterhaltungsmusik. Foto: Sabine Herder

Das Ensemble aus dem Tübinger Raum füllte die alten Mauern der Wimsener Mühle am Samstag mit Berliner Luft und Zigeunerliedern, mit Walzer und Tango, mit Operettenklängen und Geigenschluchzen. Das Publikum war begeistert: Es gab ein Wiederhören mit alten Klassikern, die einst Zarah Leander, Marika Rökk und Marlene Dietrich sangen, dazwischen füllten feurige Zigeunerweisen und bekannte Operettenlieder die Wimsener Mühle mit nostalgischem Charme. Vielfältig präsentierten die sechs Musiker (Geige, Viola, Klavier, Cello und Klarinette/Saxofon) des Süddeutschen Salonorchesters am Samstag das Genre Salonmusik: Von seinen Anfängen in den biedermeierlichen Salons in Wien, für die Franz Schubert Musik schrieb, die heute noch als Konzertmusik akzeptiert wird, bis hin zu altbekannten Ufa-Filmmelodien: Salonmusik war die Unterhaltungsmusik jener Zeit, als es noch kein Radio und keine Schallplatten gab.

Geigenbetont und vielfach im 3/4-Takt genossen die zahlreichen Gäste ein Feuerwerk nostalgischer Unterhaltungsmusik mit viel Schwung und galant witziger Moderation: Johannes Freyer (Klavier) führte die Zuhörer charmant und vergnüglich durch das Programm, für das es immer wieder viel Beifall gab.

"Die ganze Bandbreite der Salonmusik" reicht beim Süddeutschen Salonorchester denn auch von Schubert bis Paul Lincke, von Walzer und Tango bis hin zum Boogie. In weitgehend chronologischer Folge präsentierten die Musiker am Samstag ihren Querschnitt - nicht ohne kleine Anfangs-Panne, die ihnen freilich die volle Sympathie des Publikums sicherte: Johannes Freyer, normalerweise am Klavier und daher mit den Tücken eines Keyboards nicht recht vertraut, fand keinen Einstieg in Schuberts opus 94. Humorvoll und weitgehend gelassen tupfte sich Freyer den Schweiß von der Stirn und ließ sich nicht aus dem Konzept bringen: "Ein Stückchen Wien" ging ihm anschließend leichter von der Hand und das wunderbare Potpourri aus Titeln des Berliner Operetten-Komponists Paul Lincke ("Frau Luna") gewann die Zuhörer im Handumdrehen mit allerlei bekannten Liedern und Melodien, unter anderem mit dem Marsch "Das ist die Berliner Luft".

Feurige Zigeunerklänge und klassische Walzer, freche Schlager und altbekannte Filmmelodien wechselten einander ab. Das kokette "Fräulein pardon" konkurrierte mit der "Juliska aus Budapest", "Duschenka" gewährte einen Blick in die russische Seele, lebhafte Zigeunerweisen wichen dem schmalzigen "Liebestraum" aus dem Ufa-Film. Da kam keine Langeweile auf, und auch die sechs Musiker spielten mit viel Hingabe und ansteckender Begeisterung.

Dass die hingerissenen Gäste das Salonorchester nicht so einfach gehen lassen würden, war klar: Zweimal musste das Ensemble nach tosendem Beifall zurück auf die Bühne. Mit dem Tango "Oh Donna Clara, ich hab Dich tanzen gesehen" und seinem "Pendant", dem "schönen Gigolo" gab das Süddeutsche Salonorchester den Gästen noch einen echten Ohrwurm für den Heimweg mit.

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