Viele Trabis und echte Veteranen

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Die Rekordteilnehmerzahl von 1300 Oldtimern auf zwei, drei und vier Rädern, die vergangenes Jahr am Tag der Deutschen Einheit zum 17. Roller- und Kleinwagentreffen nach Engstingen tuckerten, wurde gestern nicht erreicht. Kein Wunder. Im Gegensatz zum Vorjahr, als herrliches Spätsommerwetter herrschte, war es gestern bis kurz nach 12 Uhr regnerisch. Klar, da überlegte sich der eine oder andere Oldtimerbesitzer, ob er sein Heiligtum überhaupt aus der Garage holt. Dennoch, die Veranstalter zeigten sich am späten Nachmittag zufrieden. Rund 300 Oldtimerbesitzer scheuten, trotz des anfangs nasskalten Wetters, den Weg nach Engstingen nicht.

Deshalb gab es auch ein großes Lob von Bürgermeister Mario Storz, der die Teilnehmer am Morgen begrüßte. Die meisten Vehikel schafften den Weg aus eigener Kraft auf die Alb. Nur wenige wurden mit dem Anhänger zum Treffen transportiert und ein paar Kilometer vor dem Automuseum abgeladen.

Der gestrige Tag der Deutschen Einheit spielte, wie schon die Jahre zuvor, auch bei den Autos eine wichtige Rolle. Jede Baureihe der zwischen 1957 und 1991 in Zwickau, in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik gefertigten Trabis war am Dienstag gleich mehrfach vertreten: der P 50, der P 60, der P 601 und der P 801 RS, die Rallye-Version. Trabant Kombi und Trabant Universal gab es auf dem großen Festplatz ebenfalls zu bestaunen.

Nicht nur wegen ihres luftigen Outfits fiel die 20-jährige Jana Fuchsloch aus Betzenweiler (Landkreis Biberach) den Besuchern auf. Die junge Frau, ganz in Schwarz, tuckerte mit einem 81-jährigen Adler Trumpf Junior 1E, mit 25 Pferdestärken unter der Motorhaube, zum Kleinwagentreffen. Beides ein Hingucker. „Das Auto war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmte die Lady in Black von ihrem „besten Freund“ mit vier unsynchronisierten Vorwärtsgängen.

Stilecht mit Knickerbocker, Fliege, Mütze und Rennfahrerbrille fuhr Werner Zeiser aus Albstadt mit seiner Monet et Goyon vor. Als seine Maschine gebaut wurde, schwamm der 86-Jährige Oldtimerfan noch in Abrahams Wurstkessel. Sein beinahe 100 Jahre altes Motorrad, Baujahr 1920, gehörte zu den meist fotografierten Motiven am gestrigen Tag. Weil er mit dem ältesten Fahrzeug anreiste, gab es dafür einen goldenen Pokal.

Silber ging an Edi Haas aus Plattenhardt, der mit seinem 1921 gebauten Zweirad vom Typ NSU 251 Sp vorbeischaute. Platz 3 belegte Dieter Handtke aus Baindt, der mit einem BMW 3/15, dem ersten Automobil der Bayerischen Motoren Werke, zum traditionsreichen Treffen fuhr. Sage und schreibe 86 Jahre hat diese Rarität auf dem Buckel.

„Und am Steuer sitzt ebenfalls ein Oldtimer“, scherzten Otto Niederer und Lothar Enderle, die erstmals gemeinsam durchs Programm führten. Sie erinnerten stark an Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Nein, nicht wegen ihres Aussehens, vielmehr wegen ihrer lustigen, manchmal auch ironischen Äußerungen zu den vorbeifahrenden Fahrern samt Vehikels, die sie kompetent mit Zahlen und Fakten vorstellten. Hoffentlich ist dieses neue Dream-Team nächstes Jahr wieder mit am Start. „Die sind ihr Geld wert“, meinte einer der Gäste anerkennend.

Am Start zur Rundfahrt waren dieses Mal nicht so viele Oldtimer. Heuer führte die 45 Kilometer lange Strecke am Nachmittag über Sonnenbühl und Melchingen nach Mägerkingen. Von dort aus ging es auf der B  313 über Trochtelfingen zurück nach Engstingen. Dort wurden sie von zahlreichen Gästen und von der strahlenden Sonne begrüßt, die sich bis zum Ende der Veranstaltung am Himmel zeigte.

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