Viele Bräuche sind fremd

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Asylkreis Hohenstein, 3 sp x 69,5, Loka  Foto: 

MARIA BLOCHING

Viele Flüchtlinge sehen in diesem Jahr zum ersten Mal Ostereier. Worin liegt der Sinn? Weshalb bemalt man sie und was hat der Osterhase mit den Eiern zu tun? Andere dagegen kennen dieses christliche Fest bereits von Freunden mit christlichem Glauben in ihrer Heimat, auch wenn es Ostern im Islam nicht gibt. Am Mittwochabend kamen viele von ihnen mit Hohensteiner Bürgern im „Treffpunkt“ des Asylkreises Hohenstein zusammen, um gemeinsam dieses Fest zu feiern.

„Dieser große Zuspruch ist toll und zeigt, dass sich die Arbeit unserer vielen Helfer auszahlt“, freute sich Susanne Bartholomäus, Vorsitzende des Asylkreises. „Alles läuft wirklich prima. Es gibt auch viele Privatpersonen, die sich außerhalb der Angebote unseres Helferkreises einsetzen. So sind schon viele Kontakte entstanden. Wir sind in Hohenstein wirklich froh, dass wir gerade diese Menschen hier bei uns aufnehmen durften“. Wie wohl sich die Flüchtlinge in Ödenwaldstetten und Oberstetten fühlen, wurde bei dieser Osterfeier deutlich. Man begrüßte sich mit einem Lächeln und mit einem Handschlag, nach einigen Wochen Sprachkurs waren sogar schon holprige Unterhaltungen auf Deutsch möglich. Und dass die Kinder sowieso keinerlei Berührungspunkte haben, wurde hier sehr deutlich. Gemeinsam setzten sie sich an die Basteltische, bemalten und verzierten Ostereier und bastelten mehr als 60 Osterkörbchen, die sie später prall gefüllt mit Ostergebäck und Schokolade mit nach Hause nehmen durften.

„So sieht gelungene Integration aus“, waren sich die Erwachsene einig, die sich zwanglos unterhielten, miteinander Tee tranken und es sich in angenehmer Geselligkeit gemütlich machten. Die Kinder spielten währenddessen in der extra eingerichteten Spielstraße Eier-Boccia oder amüsierten sich am Tischkicker. „Wir haben mit unseren Flüchtlingen bereits im Vorfeld über das Osterfest gesprochen und ihnen erklärt, warum wir als Christen diese Tage feiern. Sie haben ein starkes Interesse an unserer Kirche. Sie besichtigen die Gotteshäuser und wollen wissen, wie das Christentum funktioniert“, sagte Susanne Bartholomäus.

Dabei hätte man schon sehr viele Gemeinsamkeiten festgestellt: „Uns verbindet viel mehr als man denkt“. Schön sei auch, dass die muslimische Gemeinde Oberstetten einen Fahrdienst eingerichtet hat, der am Freitag Flüchtlinge in Ödenwaldstetten zum Gebet in die Oberstetter Moschee abholt und wieder nach Hause bringt. Dieses Osterfest sei ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Zusammenführung. Dank zahlreicher Spender konnten die Osterkörbe reich mit Eiern, Schokolade und Gebäck gefüllt werden.

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