Trochtelfinger Eventnacht mit Musik, Theater und Historie

Bewegung im kulturellen Leben - das wurde am Samstagabend in Trochtelfingen fast wörtlich umgesetzt. Die "Kultnacht" lud erstmals zur nächtlichen Kultur-Entdeckungsreise in der Altstadt ein.

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Grandiose Idee, perfekt umgesetzt: Mit der ersten Trochtelfinger Kultnacht bot der örtliche Verein für kulturelle Arbeit am Samstag in Trochtelfingen einen tollen Abend für Kulturfreunde. Knapp 500 Besucher waren zwischen 18 und 22 Uhr in der Trochtelfinger Altstadt unterwegs und genossen kulturelle Vielfalt ganz nach Gusto.

Theater, Lieder und Musik, Lesung mit Bauchtanz und Zauberei, historische Stadtführung bei Nacht - insgesamt waren es fünf Events, die der Verein für die Kultnacht zusammengestellt hat. Alle im Umkreis von wenigen hundert Metern innerhalb der Trochtelfinger Altstadt und deshalb gut zu Fuß zu erreichen. Die Idee heißt "Zuschauer-Hopping" und folgt einem einfachen Prinzip: Nicht die Künstler wechseln ihren Auftrittsort, sondern die Gäste wechseln den Veranstaltungsort. Heißt also, das Publikum wandert von Event zu Event und genießt mehrere Veranstaltungen an einem Abend, indem es in Bewegung bleibt.

Drei der fünf angebotenen Events konnten sich die Gäste der Kultnacht in Trochtelfingen am Samstag aussuchen, alle nur wenige Schritte von einander entfernt. Im Pulverturm, im Ochsen, in der Bücherei und bei Schoser traten Musiker und Akteure auf, am Schloss konnte man sich zur Stadtführung zusammenfinden. Jeder Programmpunkt dauerte 40 Minuten, danach wechselten die Gäste zur nächsten Veranstaltung, die Künstler wiederholten ihr Programm. Um es gleich vorweg zu nehmen: Jede einzelne Veranstaltung war sehr gut besucht, jede Vorstellung proppenvoll. Ob sich im Pulverturm die Gäste eng auf Bierbänke drückten, um dem Liedermacher-Duo Harry Häusel und Günther Wölfle zu lauschen, oder ob im Ochsen die Luft dick und dicker wurde, weil sich die Fans von Chansonette Asita Djavadi bis in die letzte freie Ecke drückten.

Auch bei Schoser im Modehaus drängten sich die Besucher zu den "Geschichten von drhoim" von Dietlinde Elsässer und Berthold Biesinger, ebenso wie in der Bücherei, wo es orientalische Geschichten, Bilder, Bauchtanz und Zauberei gab.

Musikalisch erwiesen sich die beiden Events im Pulverturm und im Ochsen berechtigt als Publikumsmagnet: Die Liedermacher ließen es mit Gitarre und Gesang bluesig-rockig angehen, hatten dabei vorwiegend Oldies im Gepäck, die sie mit witzigen Mundart-Texten vortrugen: "Yeschderday - an meim Fahrrad isch dr Dräppel heh." Im Ochsen überzeugte die stimmstarke und temperamentvolle Asita Djavadi als mitreißende Sängerin von Liza-Minelli-Songs, grandiosen Edith-Piaf-Klassikern und Liedern von Hildegard Knef.

Ein besonderes Erlebnis waren Dietlinde Elsässer und Berthold Biesinger auf der Bühne im Modehaus Schoser: Schwäbisch, witzig, schlagfertig-frech plauderten sich die beiden durchs Programm - nicht ohne dabei auch die Gäste mit einzubeziehen - und sorgten mit ihrer unvergleichlichen Vorstellung immer wieder für schallendes Gelächter.

Eher besinnlich gings in der Bücherei zu, mit Kerzenlicht und viel orientalischem Flair. Heidi Birkle las "Geschichten entlang der Seidenstraße", unterlegt mit stimmungsvollen Bildern auf Großleinwand und begleitet vom eindrucksvollen Bauchtanz mit Ibti Saam. Zauberer "Magic Tommy" rundete die Vorstellung dort sehr unterhaltsam ab.

Zauberhaft war auch die nächtliche Stadtführung mit Bernhard Klingenstein vom Geschichtsverein vom Schloss zur Kirche, zur alten Mühle, zur Stadtmauer und bis zum Scharfrichterhaus. Klingenstein erwies sich dabei als quasi wandelndes Geschichtsbuch mit historischem Wissen bis in die Steinzeit.

Jeder der fünf Events war absolut besuchenswert - schade, dass man nur drei davon mitnehmen konnte! Ab 22 Uhr konnte man sich noch gemütlich mit anderen Gästen und Besuchern austauschen und den kulturellen Abend bei Musik ausklingen lassen. Im Pulverturm präsentierte Ebi Hack ehemalige Hits des legendären Trochtelfinger See-Festivals, im Ochsen spielte "Bändscheibe" Trochtelfinger Rockmusik. Für die Verköstigung sorgte auch nach 22 Uhr der Kulturverein am Schlossplatz mit Roten vom Grill, Currywurst und lecker belegten Seelen.

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