Tausche Fahrverbot gegen satte Geldstrafe

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Gute 300 PS hat der Ford Mustang unter der Haube. Archivfoto: Matthias Badura  Foto: 

Der 52-jähriger Pkw-Lenker ließ sein Gefährt schon laufen auf der L 230 bei Offenhausen. Kein Wunder, denn sein Mustang hat gut und gerne 300 PS unter der Haube und da lässt sich auf der Strecke zwischen Kohlstetten in Richtung Münsingen schon das ein oder andere Fahrzeug locker überholen. Zu locker, wie sich am 17. September letzten Jahres um 8.58 Uhr zeigen sollte. Nachdem der selbstständige Handelsvertreter einen Kleinbus überholt hatte, trat er das Gaspedal nochmal kräftig durch und die Landschaft flog nur so vorbei. Pech nur, hinter ihm fuhr ein Polizeifahrzeug, das über eine Videoüberwachung verfügte. Das Messgerät zeigte 142 km/h, 100 km/h sind dort zugelassen. Die Beamten stoppten den Mann und das Prozedere ging seinen Lauf. Kurzer Zeit später bekam er Post vom Landratsamt: 160 Euro Geldbuße, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg und eine einmonatige Fahrsperre, die er allerdings innerhalb von vier Monaten ableisten konnte.

Der 52-Jährige legte Einspruch ein, jetzt traf man sich wieder vor dem Amtsgericht Münsingen. Dort war schnell klar, dass es dem Mann nur um das Fahrverbot ging und sein Rechtsbeistand Michael Nenning den Einspruch schnell auf die Rechtsfolgen reduzierte. "Ich bin offensichtlich zu schnell gewesen," sagte der Älbler, was denn auch das Video zeigte, dass der Vorsitzende Richter am Amtsgericht Joachim Stahl von diesem Morgen abspielte. Ihm gehe es um das Fahrverbot. Als selbstständiger Handelsvertreter sei er gerade dabei eine Vertriebsnetz von Hamburg bis in die Schweiz aufzubauen und dazu benötige er ein Fahrzeug. "Ohne Fahrzeug, keine Einnahmen" sagte der Mann. Für die Einstellung eines Ersatzfahrers zur Überbrückung der Fahrsperre fehle ebenfalls das Geld.

Amtsrichter Joachim Stahl zeigte trotz dreier einschlägiger Einträge im Verkehrsregister des Mannes - es waren geringfügigere Geschwindigkeitüberschreitungen - Verständnis für die Lage des Handelsvertreters.

In seinem Urteil hob er, vorbehaltlich der Zustimmung der Staatsanwaltschaft, das Fahrverbot auf. Allerdings reichte ihm einen Verdoppelung der Geldstrafe nicht. Wegen fahrlässiger Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit muss der 52-Jährige jetzt 480 Euro zahlen, auch die zwei Punkte in Flensburg bleiben. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Der Beschuldigte und sein Anwalt willigten umgehend ein und verzichteten auf Rechtsmittel.

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