Tänze mit Raffinesse

Gartenfest mit Genuss: Auf dem Mehrstetter Fohlenhof ließen sich am Samstag rund 200 Gäste kulinarisch, musikalisch und vom Wetter verwöhnen. Mancher saß bis frühmorgens dort - aus gutem Grund.

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Darbietung im Stil der Burlesque der 20er Jahre: "Sweet Chili" war zu Gast beim Sommerfest des Fohlenhofs in Mehrstetten. Foto: Sabine Herder

Im lauschigen Gartenambiente von Frieder Arnolds Landhaus Fohlenhof fehlte es zum samstäglichen Gartenfest nicht an ausgesuchtem Programm: Zwischen kulinarischen Köstlichkeiten und kühlen Drinks forderten Live-Musik und Tanzboden zum Tanzen auf, oder man konnte zusammen mit Annegret Müller-Bächtle einen informativen Rundgang durch den hauseigenen Kräutergarten machen. Mit verschiedenen Tanzvorführungen unterhielt darüber hinaus der Seniorentanzkreis zu klassischen und volkstümlichen Klängen.

Einen ganz besonderen Höhepunkt im Programm sollte es jedoch zu vorgerückter Stunde geben, und so harrten zahlreiche Besucher bei gemütlichem Kerzenschein und lauen Sommernachts-Temperaturen geduldig aus, um die angekündigte Burlesque-Show der Künstlerin "Sweet Chili" zu erleben. Dass das Warten in gemütlicher Gartenatmosphäre und im unterhaltsamen Freundeskreis indes lang und länger wurde, war so nicht geplant. Die Künstlerin stehe im Stau, hieß es schließlich, komme aber in circa einer Stunde.

Mitternacht war schon vorüber und von den rund 200 Gästen nur noch gut 20 übrig, als der angekündigte Höhepunkt des Abends dann doch noch auf die Bühne trat: Brittina Krech aus Nürnberg alias "Sweet Chili" bot denn tatsächlich eine Show besonderer Art, die unter dem Begriff "Burlesque" eine sinnliche Art von angedeutetem Striptease präsentiert und als amerikanisches Unterhaltungstheater im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte.

Zeitgemäß nostalgisch gestylt in Frisur und Kleidung kam die lang Erwartete dann zu später Stunde also endlich zum Zug. Und mehr noch als höflicher Applaus begrüßten sie die neugierigen Blicke der ausdauernden Gäste. Die hofften natürlich nun alle, das lange Warten möge sich auch wirklich gelohnt haben.

Ein optischer Genuss war es denn auch tatsächlich, präsentiert mit viel Erotik, unschuldiger Mimik und Raffinesse, bei der nackte Haut zwischen gekonnt tänzerischen Schritten und bewegten Federfächern die Augen fesselte und selbst das Ausziehen eines Handschuhs zur sinnlichen Attraktion wurde.

Mehr als vom Striptease aber lebt die Burlesque vom raffinierten Verbergen, und genau das zeigte "Sweet Chili" eindrucksvoll mit einem klassischen Burlesque- und einem Pin-up-Tanz. Als verruchte Lebedame und naiv-frivoles Korsagen-Girl trat sie im Fohlenhof-Garten auf - zu schade nur, dass es so spät war und gerade dann auch noch zu regnen begann.

Nach nur zwei Tänzen war daher auch schon Schluss und zurück blieb der eine oder andere leicht verwunderte Gast. Zurück blieb ein wenig Enttäuschung, aber letztlich auch ein wenig Versöhnung: Selbst in der Kürze ihres Auftritts hat "Sweet Chili" den ausharrenden Besuchern ein spannend sinnliches und nostalgisches Erlebnis beschert. Da hat sich das lange Warten doch noch irgendwie gelohnt.

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